Portrait von Schauspieler David Niven

Der Brite war Oscar-Preisträger und galt als Gentleman von Hollywood

Offizier und Gentleman: David Niven, 1936  - Courtesy Margaret Herrick Library
Offizier und Gentleman: David Niven, 1936 - Courtesy Margaret Herrick Library
Der britische Schauspieler und Oscar-Preisträger David Niven gilt noch heute für viele Kinogänger als der Inbegriff des britischen Gentlemans des Films.

Die Kindheit und Jugend des britischen Schauspielers David Niven weist einige Ähnlichkeiten zu der seines exzessiven Kollegen Errol Flynn auf. So herrscht bei beiden Unklarheit über den Geburtsort. Bei dem 1910 geborenen Sohn des William Edward Graham Niven und Henrietta Julia de Gacher streiten die Gelehrten zwischen Kirriemuir in Schottland und London. Wie Flynn flog Niven als Kind mehrfach von verschiedenen Schulen und galt bald als schwer erziehbar. Wie dieser arbeitete er in verschiedenen Berufen wie Journalist, Holzfäller, Brückenbauer oder auch Whisky-Verkäufer. Aber damit enden die Parallelen auch schon.

Niven startete 1934 als Komparse seine Karriere als Schauspieler

David Niven galt nie als exzessiv und machte auch nicht mit Drogenskandalen Schlagzeilen. Nach dem Abschluss seiner Schulzeit auf der Militärakademie Sandhurst ging er als Soldat nach Malta. Danach verließ er die Armee und erreichte 1934 nach den oben erwähnten Berufsumwegen Kalifornien. Dort begann seine Karriere mit einigen Komparsenrollen. Bedingt durch seine militärischen Erfahrungen spielte er zuerst Offiziersrollen. Es sollte fünf Jahre dauern bis der sich der erste Erfolg einstellte. Die Rolle in "Stürmische Höhen" machte ihn einem größerem Publikum bekannt.

Niven war Truppenbetreuer der allierten Armee im 2. Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg beeinträchtigte die Filmkarriere des Briten nur wenig. Zwar wurde er schnell zum Oberst befördert und war als Koordinator der Veranstaltungen zur Truppenbetreuung der Streitkräfte tätig. Aber seine Einsätze wurden immer wieder durch Rollen in Propaganda-Filmen abgelöst. Nach dem Ende des Weltkriegs nahm die Karriere Nivens dann richtig Fahrt auf. Er drehte zahlreiche Filme in Hollywood, aber auch in London.

1958 brachte Niven den Oscar als Bester Hauptdarsteller in "Getrennt von Tisch und Bett"

Den Höhepunkt seines filmischen Wirkens erreichte der Brite 1958. In diesem Jahr erhielt er für seine Darstellung des Major Pollock in "Getrennt von Tisch und Bett" den begehrten Oscar als Bester Hauptdarsteller. Die Rolle des britischen Gentlemans war ihm wie keinem anderen auf dem Leib geschrieben und begründete seinen Ruhm und seine große Beliebtheit beim Publikum. Sie sollte ihn bis an das Ende seiner Karriere begleiten. So folgten Filme wie "Tod auf dem Nil", den er mit seinem guten Freund Peter Ustinov drehte, "Eine Leiche zum Dessert" und die Jules Verne-Verfimung "In 80 Tagen um die Welt". Seinen Ausstand gab der Schauspieler 1983 mit dem Film "Der Fluch des rosaroten Panthers". Die Fortsetzung von "Der rosarote Panther wird gejagt" sorgte noch einmal für einen Kassenschlager. Insgesamt drehte der beliebte Mime über 100 Filme.

Niven war auch als Fernsehstar und Autor erfolgreich

Neben der Schauspielerei war David Niven auch als Fernsehproduzent und als Autor sehr erfolgreich. So gründete er mit Freunden die Fernsehproduktion "Four Star Television". Auftritte in den Serien "The David Niven Show" und "Gauner gegen Gauner" zeigten auch den Fernsehzuschauern das große Können des Briten. Daneben brillierte er auch als Autor. Seine beiden Romane entwickelten sich zu Bestsellern.

David Niven starb 1983 in der Schweiz

Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Vater von insgesamt vier Kindern aus zwei Ehen an der Cote d´Azur und in der Schweiz. Er starb 1983 in Chateux-D`Oex an einer Nervenkrankheit. Hollywood verlor damit einen großen Schauspieler. Wichtiger ist aber wohl noch der Verlust eines besonders beliebten Kollegen, denn David Niven lebte sein filmisches Image als Gentleman auch im realen Leben. Auch deshalb verehren ihn noch heute viele Zuschauer.

Ralph Ammann, Ammann

Ralph Ammann - Ich bin auf Umwegen zum Journalismus gekommen. Als Kind war es mein erster Berufswunsch, aber trotzdem kam erst ein Biologiestudium, bevor ...

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