
- Sardinenverarbeitung - Lou Avers
„Portimão: Territorium und Identität“ nennt sich die Hauptausstellung des Stadtmuseums der Algarve-Hafenstadt Portimão am Rio Arade. Untergebracht in den ehemaligen Fabrikhallen der Konservenfabrik „Feu Hermanos“ in der Nähe des Fischereihafens präsentiert die Ausstellung auf zirka 1.000 Quadratmeter Fläche eine Zusammenfassung der geschichtlichen Entwicklung Portimãos, von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Industrie der Fischkonserven, die Portimão im 20. Jahrhundert zu Wohlstand verhalf.
Kurzportrait des Museums von Portimão
Das Museum von Portimão öffnete im Mai 2008. Es ist in der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Konservenfabrik „Feu Hermanos“ untergebracht. Feu Hermanos war eine der größten der insgesamt 22 Konservenfabriken in Portimão, die in den 1950er Jahren existierten. Gegründet wurde sie von zwei spanischen Brüdern aus dem benachbarten Ayamonte auf der anderen Seite des Guadiana, die sich in Portimão niederließen. Zu seinen Hochzeiten beschäftigte die Fabrik an die 500 Arbeiterinnen und Arbeiter. Hauptprodukt waren Sardinenkonserven der Marke „La Rose“, die in ganz Portugal und auch in den Exportländern Frankreich, Belgien, Holland, England, Deutschland und Amerika bekannt waren. Heute ist das Museum ein wichtiger Zeitzeuge dieser Epoche und gleichzeitig ein bedeutendes Kulturzentrum und historisches Archiv der Algarve.
Geschichte der Konservenindustrie in Portimão
Die Hafenstadt Portimão ist mit knapp 36.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Algarve und ein bedeutender Fischereihafen. Ende des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Fischkonserven und die industrielle Verarbeitung von Fischen mit den Anfängen der industriellen Revolution. Feu Hermanos war eine der modernsten Fabriken mit seinerzeit fortschrittlichen Produktionsabläufen und automatisierten Herstellungsverfahren. Von der Anlandung des Fischs bis zur Eindosung war die manuelle Arbeit der Angestellten mit den Maschinen abgestimmt. Laufbänder, Öfen, Korbtransporte, Stechuhren und Sirenen und vieles mehr zeigt die Ausstellung auf ansprechende und informative Weise. Lebensgroße Gipsfiguren, Original Schwarz-Weiß-Fotografien, ein Dokumentar-Film und Interviews mit Zeitzeugen nehmen mit auf eine Zeitreise in die Epoche der Konservenindustrie. Feu Hermanos war dabei bereits sozial organisiert: es gab beispielsweise einen fabrikeigenen Kinderhort, wo die Arbeiterinnen ihre Kleinkinder gut versorgt wussten. Mit der Abnahme der Thunfisch-Schwärme, der zunehmenden Konkurrenz aus Marokko und anderen Ländern, die moderner ausgestattet waren, sowie dem Verlust der Fanglizenzen einiger afrikanischer Gewässer verloren die Konservenfabriken von Portimão ihre Existenz. Heute gibt es an der Algarve nur noch eine einzige Konservenfabrik namens Ramirez.
Die Schwerpunkte des Museums von Portimão
Die geschichtliche Dokumentation des Museums basiert auf drei Schwerpunkten. Erstens die Entwicklung der Besiedlung in und um Portimão und deren Bewohner in der Vorgeschichte, der römischen und islamischen Zeit bis hin zu gegenwärtigen ländlichen und städtischen Gemeinschaften und dem Beginn der Industrialisierung. (Ursprung und Schicksal einer Gemeinschaft). Die Ausstellung zeigt prähistorische Siedlungen und Kultstätten, Werkzeuge der Eisenzeit, Fund- und Ausgrabungsstücke der römischen Epoche. Die meisten Stücke wurden auf dem Grund des Rio Arade gefunden, der bei Portimão ins Meer mündet. Auch aus der islamischen Epoche sind Exponate zu sehen. Es folgt eine Darstellung der landwirtschaftlichen Algarve-Traditionen wie die der Trockenfrüchte. Zweiter Schwerpunkt ist die oben erwähnte Erinnerung an die Konservenfabriken mit Originalmaschinen und Dokumentationen (Industrielles Leben und die Herausforderung des Meeres). Der dritte Punkt nennt sich „Vom Grund des Wassers“ und zeigt in der alten Zisterne der Fabrik bewegte Bilder der Unterwasserflora und – fauna des Aradeflusses und des Atlantiks vor Portimão.
Informationen des Museums von Portimão
2010 erhielt das Museum von Portimão den Museumspreis des Europarats und lohnt für Interessenten der Algarve-Geschichte auf alle Fälle einen Besuch.
Museum von Portimao, Rua Dom Carlos I., 8500-607 Portimão – Algarve, Portugal
Eintritt: 3 Euro
Öffnungszeiten: 1. September bis 14. Juli
Dienstags: 14:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Mittwoch bis Sonntag: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
15. Juli bis 31. August
Dienstags: 19:30 Uhr bis 23:00 Uhr
Mittwoch bis Sonntag: 15:00 Uhr bis 23:00 Uhr
Homepage der Stadtverwaltung (Leider nur auf Portugiesisch)
Weitere Informationen
Quelle: Stadtverwaltung (Camara Municipal) von Portimao
