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Positive Psychologie: Charaktertraining

Zufriedenheit und mentale Gesundheit durch einen starken Charakter

Glücklich durch Charaktertraining - S. Hofschlaeger
Glücklich durch Charaktertraining - S. Hofschlaeger
Der Charakter ist nicht angeboren - man kann seinen Charakter trainieren. Das ist der Schlüssel zu einem glücklicheren und gesünderen Leben.

Das ultimative Ziel der Positiven Psychologie ist es, Menschen glücklicher zu machen. Das Forschungsfeld: Die eigenen Stärken kennen zu lernen, sie im Alltag zu trainieren und auszubauen. Ein Pionier auf dem Gebiet der Positiven Psychologie ist Martin E. P. Seligman. Seine Forschungsergebnisse der Positiven Psychologie fließen zum Beispiel in das Resilienztraining der U.S. Army ein.

Fakten der Forschung:

  • Charakterstärken sind der beste Schutz gegen mentale Krankheiten wie Depressionen oder Posttraumatische Belastungsstörungen.
  • Wer über bestimmte Charakterzüge verfügt, ist zufriedener mit sich und der Welt.
  • Charaktertraining ist genau so möglich wie Körpertraining.
  • Zufrieden wird man, indem man sein Leben an seinen größten Stärken ausrichtet.
  • Es besteht ein Zusammenhang zwischen Charakterstärken, Lebensstilen und Lebenszufriedenheit.

Eigene Stärken erkennen: Die Charakter-Analyse

Die Positive Psychologie hat sechs universelle Tugenden identifiziert und ihnen 24 Wesensmerkmale zugeordnet:

1. Weisheit und Wissen

  • Neugier
  • Kreativität
  • Urteilsvermögen
  • Liebe zum Lernen
  • Weisheit

2. Mut

  • Tapferkeit
  • Ausdauer
  • Authentizität
  • Enthusiasmus

3. Menschlichkeit

  • Freundlichkeit.
  • Bindungsfähigkeit
  • Soziale Intelligenz

4. Gerechtigkeit

  • Teamwork
  • Fairness
  • Führungsvermögen

5. Mäßigung

  • Bescheidenheit
  • Vergebungsbereitschaft
  • Vorsicht
  • Selbstregulation

6. Transzendenz

  • Sinn für das Schöne
  • Dankbarkeit
  • Hoffnung
  • Humor
  • Spiritualität

Das eigene Charakterprofil kann man sich kostenlos bei der Universität Zürich erstellen lassen: Der Onlinetest Values in Action-Fragebogen (VIA, Martin Seligman und Christopher Peterson, 2004) enthält 264 Fragen. Nach etwa 15 bis 30 Minuten erhält man eine Liste über seine Charaktereigenschaften.

Eine Studie zu diesem relativ neuen Forschungsgebiet hat ergeben, dass es fünf Schlüsselstärken gibt, die besonders viel zur Lebenszufriedenheit beitragen:

  • Dankbarkeit
  • Hoffnung / Optimismus
  • Enthusiasmus / Lebensfreude
  • Neugier
  • Bindungsfähigkeit / Fähigkeit zu lieben.

Charakter-Training

Aber was macht man nun, wenn sein Charakterprofil als Liste in den Händen hält? Wahrscheinlich sind die meisten Menschen etwas ungeübt darin, am eigenen Charakter zu arbeiten.

1. Erkenne Dich selbst!

Selbsterkenntnis und der Wille zur Veränderung ist das Sprungbrett zur Charakterstärke. Mögliche Fragen (die man auch mit Freunden und Familie diskutieren kann):

  • „Welche Top-5-Stärken habe ich und passt das Ergebnis zu mir?“
  • „Wann habe ich diese Stärken das letzte Mal eingesetzt?“
  • „Gibt es mit ein gutes Gefühl und Energie, wenn ich diese Stärken ausübe?“
  • „Welche Charaktermerkmale finde ich wichtig, sind aber weniger stark ausgeprägt?“
  • „Wenn ich mich ängstlich, depressiv oder gestresst fühle, welche Stärken habe ich dann eingesetzt?“
  • „Welche Charaktereigenschaften habe ich den letzten 24 Stunden genutzt?“

2. Werde, der du bist!

Wer seinen Charakter formen will, muss sich im Alltag üben, bis es sozusagen in das Blut übergegangen ist. Die Universität Zürich arbeitet momentan am Folgeprogramm für ein wissenschaftlich fundiertes Stärkentraining.

Der eigene Weg ist die Erarbeitung eines individuellen „Trainingsplans“: Zuerst muss man sich entscheiden, welche Stärke(n) man trainieren will. Dann muss man natürlich ein passendes Training kreieren. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt! Hier sind Anregungen für ein Training der Charakterstärken "Ausdauer" und "Hoffnung":

Training der eigenen Ausdauer

Ausdauer ist eine mentale Stärke, die wichtig ist, um seine Ziele zu erreichen. Man lässt sich nicht durch Rückschläge oder Hindernisse abbringen. Ausdauernde Menschen bringen zu Ende, was sie angefangen haben! Je ambitionierter die Ziele sind, umso ausdauernder muss man sein. Passende Filme: Die Legende von Bagger Vance (2000), Das Piano (1993). Musik: My Way (Frank Sinatra), On the Road to Find Out (Cat Stevens).

Trainingsideen:

  • Ein Vorbild an Ausdauer suchen und versuchen, in die Fußstapfen zu treten.
  • Fünf kleine Projekte erstellen, Zwischenschritte planen, den wöchentlichen Erfolg messen und zeitgerecht beenden.
  • Die eigenen Ziele sichtbar machen und sich täglich davon inspirieren lassen.

Training der Hoffnung (Optimismus)

Hoffnung ist ein optimistischer Blick in die Zukunft. Hoffnungsvolle Menschen sind zuversichtlich, dass die eigenen Aktivitäten Früchte tragen werden. Sie erwarten dass Beste von sich selbst und von anderen. Passende Filme: Good Will Hunting (1997), Vom Winde verweht (1939); Musik: What a Wonderful World (Louis Armstrong).

Trainingsideen:

  • Die drei letzten Erfolge detailliert niederschreiben und sich davon für die Zukunft inspirieren lassen.
  • Sich an eine schlechte Entscheidung erinnern, sich selbst vergeben, eine bessere Entscheidung überlegen und mental durchspielen.
  • Sich mit optimistischen Zeitgenossen umgeben. Besonders nach einem Rückschlag.
  • Die nächste große Herausforderung mental durchspielen und sich überlegen, wie man mögliche Hindernisse überwinden könnte.

Martin Seligman, der Pionier der Positiven Psychologie, rät dazu, die eigenen fünf wichtigsten Charaktereigenschaften regelmäßig im Alltag anzuwenden. So baut man seine Stärken weiter aus und wird noch zufriedener. Es lohnt sich, den guten Charakter zu kultivieren, weil es zum guten Leben beiträgt!

Quellen:

authentichappiness.sas.upenn.edu

Positive Psychology Center

Snyder, C.R. & Lopez, Shane J.: Positive Psychologie. The Scientific and Practical Explorations of Human Strenghts

VIA Institute on Character

M. Luckhardt, Heiko Marquardt

Miriam Luckhardt - Miriam Luckhardt ist Wirtschaftspsychologin und war 14 Jahre in der Industrie zu Hause; jetzt ist sie im öffentlichen Dienst ...

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