
- Stimmungsvoll: Olympia-Schlussfeier - Cord Heine
Lust auf aufregende Sportarten, ein neues Wir-Gefühl und ein Schub für die Tourismus-Branche: Die Olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler haben in Kanada ein positives Vermächtnis hinterlassen. Zu diesem Fazit kommt ein Abschlussbericht, den das Olympia-Organisationskomitee VANOC gut drei Monate nach Beendigung der 21. Winterspiele im Februar jetzt veröffentlicht hat.
"Vancouver 2010" hat demnach nicht nur insgesamt 13 neue oder renovierte Sporstätten und weitere umweltfreundliche Bauten mit sich gebracht, Winter-Olympia entfachte zudem ein neues Gefühl von nationalem Stolz in Kanada. Auch in punkto Sportentwicklung und internationaler Aufmerksamkeit habe das Olympia-Gastgeberland profitiert, schreibt Journalistin Kate Zimmerman in ihrem von den Olympia-Organisatoren in Auftrag gegebenen Report. "Die nicht greifbaren Vermächtnissse wie Eindrücke, Erinnerungen und das Gefühl von Patriotismus überwiegen im Moment. Aber auch dies sind echte Vermächtsnisse", urteilt die Autorin mit Blick auf die noch nicht eingetretenen Langzeiteffekte der Winterspiele.
Olympia 2010: Auswirkungen in Kanada sind bereits jetzt zu spüren
Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist laut VANOC-Sprecherin Renee Smith-Valade der Fakt, dass die nacholympischen Auswirkungen in Kanada viel früher als erwartet zu spüren seien. So zeigten beispielsweise kanadische Jugendliche plötzlich große Begeisterung für neue Sportarten wie Ski-Cross, das in Vancouver erstmals Bestandteil des Olympia-Programms war. Auch für Rennrodeln hätten sich viele Kinder und Teenager angemeldet. "Wir sehen ein großes Interesse an Sportarten, die vorher nicht populär waren. Das ist ein echter Gewinn der Spiele", erklärte Smith-Valade.
Der Bericht hat eine grundsätzlich positive Tendenz. Er befasst sich nicht im Detail mit den Problemen, die VANOC und seine Olympia-Partner zu bewältigen hatten. Der Report weist jedoch explizit auf den tödlichen Trainingsunfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili unmittelbar vor der Erföffnung der 21. Olympischen Winterspiele hin. Auch die finanziellen Sorgen bei der Finanzierung des Athletendorfes in Vancouver oder die Folgen der globalen Wirtschaftskrise auf "Vancouver 2010" werden hervorgehoben.
Vancouver 2010 bringt bessere Beziehungen zu den "First Nations" in Kanada
Als positive Langzeitfolgen der Winterspiele für Kanada werden unter anderem das erwartete Wachstum im Bereich Tourismus sowie die verbesserte Beziehung von Kanadiern zu den "First Nations", den Ureinwohnern des Landes, gesehen. VANOC-Vorsitzender John Furlong kommentierte den Bericht zufrieden: "Wir haben das Gefühl, dass die Menschen, die die Winterspiele und die Paralympics erlebt haben, instinktiv wissen, dass diese einen anhaltenden, guten Einfluss hinterlassen."
Zimmermans Studie unter dem Titel "Legacies of North American Olympic Winter Games" ist der letzte Teil einer vierteiligen Serie, die das Vermächtnis Olympischer Spiele in Nordamerika seit 1980 untersucht. Die Journalistin hatte zuvor bereits die Spiele von 1980 in Lake Placid (USA), 1988 in Calgary (Kanada) sowie 2002 in Salt Lake City (USA) beleuchtet. Der vollständige Report steht im Internet.
