
- Frühbeet aus Holz und Kunststoff - Steve Wheen
Angefangen hat diese Form des Guerilla Gardenings, "pothole gardening" genannt (pothole engl. für Schlagloch) in Oxfords Straßen. Dort pflanzte Pete Dunghey als erster Blumen in Schlaglöcher. Einerseits als Protest gegen den schlechten Zustand britischer Straßen, andererseits um gewohnte Ansichten im Straßenbild zu stürzen. "Würden wir alle Schlaglöcher in Großbritannien bepflanzen, glichen unsere Straßen einem Meer aus Blumen" , sagt der hauptberufliche Schriftkünstler. Mit welcher Hingabe er sich diesem Hobby widmet, veranschaulicht ein kurzes Porträt.
Londons Schlaglöcher blühen auf
Schlaglöcher sind gefährlich und sie zu durchfahren kann fatal enden. Auch in London sieht es nicht besser aus. Daher übernahm der englische Videoproduzent, Social Media-Spezialist und Serien-Blogger Steve Wheen die Idee und bepflanzt seither Londons Schlaglöcher mit einmaligen Kreationen. Denn, nicht nur Minibeete entstehen, sie werden auch mit Miniatur-Accessoires – vom Briefkasten bis zur Sitzgruppe – perfektioniert. So entsteht ein Picknick-Plätzchen, ein Tennisplatz oder andere kleine Traumwelten. Selbst zur Hochzeit von William und Kate gab es eine ganz spezielle Pothole-Kreation mit Hochzeitslimousine.Wie schön das aussehen kann und die Stadtbewohner sich daran erfreuen, zeigt Steve Wheen in einem Video.
Protest mit Nebeneffekt
Schlaglöcher zu bepflanzen ist eine sanfte, friedliche und dabei schöne Art, gegen diese Gefahr zu demonstrieren und auf sie aufmerksam zu machen. Nebeneffekt: Die Hektik der acht Millionen Metropole wird eingebremst, die Menschen halten inne und erfreuen sich an dem blühenden Grün.
Die Reaktionen der Menschen in dem Blog der Potholegardener sind vielfältig. Aber durchweg positiv! So sagt ein Internetuser: "Es spricht Bände über den Zustand britischer Straßen und ich hoffe, dass es so eine Aufmerksamkeit erzielt, dass Behörden und Regierung reagieren." Ein anderer sagt, "Näher kann ‚street art‘ der Straße nicht sein. Denn diese Form ist direkt in der Straße." Und schließlich ein Dritter: "Gut gemacht, Du zauberst ein Lächeln in das Gesicht von London." Da scheint es fast zu schade, dass Schlaglöcher, wie ein Großteil der britischen Bevölkerung wünscht, mit Teer wieder dicht gemacht werden sollen.
Politik setzt auf nachhaltige Ökologie
Wer die Hauptstadt von Großbritannien kennt, weiß, dass sie gelegentlich unter Smog leidet. Bürgermeister Boris Johnson möchte deshalb den Stadtverkehr drastisch reduzieren. Bereits jetzt fahren 172 Hybrid-Busse in der Stadt und sollen in Zukunft noch durch sparsamere Modelle ergänzt werden. Elektromobilität soll gefördert werden, um das Stadtklima nachhaltig zu verbessern.
London will Elektroauto-Hauptstadt Nummer eins werden! Deshalb sollen bis 2015 im Stadtgebiet 25.000 Ladestationen für Elektroautos installiert werden. So soll das Stadtzentrum von London in Zukunft von Abgasen entlastet und das Klima geschont werden.
Weitere Informationen zu dem "Pothole-Garden" - Projekt finden Sie unter:
Liegt Ihnen das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie am Herzen, können Sie sich hier informieren:
http://www.nachhaltigleben.de/
