Aktuelle Berichte aus der Sparte „Life Science & Health Care“ bescheinigen dem Sektor Biotech und der Medizintechnik ein jährliches Wachstumspotenzial von über 15 Prozent – insbesondere im asiatischen Raum wird kräftig zugelegt. Zudem wachsen beide Bereiche immer stärker zusammen.
Unbestechliches Frühwarnsystem: Genetische Diagnostik
Die produktive Verschmelzung bringt mit steter Dynamik innovative Entwicklungen auf den Markt, z.B. den Fachbereich der sogenannten prädiktiven genetischen Diagnostik – eine Form der modernen Gen-Analyse. Dieses Verfahren erlaubt nach aufwendiger Prüfung und Auswertung des mittels Speichelprobe gewonnenen Genmaterials die Feststellung genetischer Prädispositionen. Im Klartext bedeutet dies, dass Aussagen zu Krankheiten gemacht werden können, die genetisch bedingt, aber noch nicht manifestiert sind. Das F. X. Mayr-Zentrum Parkhotel Igls/Österreich arbeitet bereits seit 1998 mit dem Einsatz genetischer Diagnostik – mit erstaunlicher Resonanz. Inzwischen hält dieser Bereich verstärkt Einzug in das interdisziplinäre und ganzheitliche Behandlungskonzept. Dem Höchstmaß an Verantwortung, die der Einsatz von Gen-Analysen mit sich bringt, ist man sich hier durchaus bewusst.
Humangenetische Beratung und Diagnose
Die Zahl der Krankheiten und Behinderungen, für die genetische Ursachen bekannt sind, ist in den letzten Jahren ständig gewachsen. In der Praxis der humangenetischen Beratung an universitären Instituten, u.a. Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm (IKT), und bei niedergelassenen Fachärzten für Humangenetik wird eine Reihe neuer genetischer Tests genutzt. In der Mehrzahl handelt es sich hierbei um Tests auf seltene monogene Erbkrankheiten, doch auch Tests auf molekular definierte Immundefekterkrankungen, Brustkrebs und die Alzheimersche Krankheit werden bereits praktiziert.
Erhebliche Fortschritte sind auch bei der Diagnose von Infektions- und Tumorerkrankungen zu verzeichnen. DNA-analytische Methoden halten gleichfalls Einzug in den Bereich der Erregerdiagnostik – mit konkretem medizinischen Nutzeneffekt. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für DNA-Analysen gibt es auch bei der Differenzialdiagnose von Krebserkrankungen. Da jedes Krankheitsbild mit der Veränderung der DNA-Ebene einhergeht, eignen sich DNA-basierte Verfahren zur Früherkennung, Verlaufsbeobachtung und der Erfolgskontrolle.
Genanalyse - was ist zu beachten?
Vor Durchführung einer genetischen Diagnostik muss der Patient zwingend eine genetische Beratung erhalten. Hierbei muss/müssen:
1. die spezifische Fragestellung unter der Berücksichtigung der bereits vorliegenden Befunde erörtert werden.
2. die Notwendigkeit der Untersuchung begründet werden.
3. die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der Untersuchung einschließlich der Bedeutung für die Gesundheit, Lebens- und Familienplanung erläutert werden.
Die Aufklärung erfolgt durch den behandelnden Arzt; der Patient unterzeichnet einen Einwilligungsbogen - ohne diesen kann kein Auftrag zur Gendiagnostik erfolgen.
Gewährleistung von Qualitätsstandards
Es wird in Fachkreisen allgemein erwartet, dass das Angebot an prädiktiver Diagnostik für multifaktorielle Erkrankungen in Zukunft stetig größer wird. Angesichts der derzeitigen Entwicklungsdynamik, die den Bereich der Gendiagnostik kennzeichnet, wird der Ruf nach der Notwendigkeit einer bundesgesetzlichen Regelung laut. Die Absicherung und Konkretisierung durch ein Gendiagnostikgesetz ist mehr als angeraten.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
