Präsentation des Business-Plans

Wie stelle ich geschickt meinen Geschäftsplan vor?

Präsentation des Business-Plans - Stefan Dassler
Präsentation des Business-Plans - Stefan Dassler
Die Geschäftsidee ist der erste Schritt, die Erarbeitung und Entwicklung des Geschäftsplans ein weiterer, seine Präsentation ist jedoch häufig der wichtigste Schritt.

Für Existenzgründer, insbesondere Gründer aus der Arbeitslosigkeit, gibt es mehrere Gelegenheiten, bei denen sie Ihren Geschäftsplan präsentieren müssen.

Anlässe für eine Präsentation

Bei der Beantragung des Gründungszuschusses sollten die Eckdaten des Geschäftsplanes dem Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit bzw. einer fachkundigen Stelle präsentiert werden, um eine positive Tragfähigkeitsprüfung zu erhalten. Zudem ist die Präsentation des Geschäftsplanes schon in der Konzeptionsphase der Existenzgründung von Bedeutung – beispielsweise bei der Information über mögliche Gewerberäume oder über Lieferbeziehungen.

Wichtigster Präsentationsanlass ist für die meisten Existenzgründer das Bankgespräch zur Finanzierung des Gründungsvorhabens, bei dem sie insbesondere Auskunft über ihre Kompetenzen, Strategien und ihr Leistungsprogramm geben sollten. Auch gegenüber Kunden ist eine Präsentation des Geschäftsplanes sinnvoll, um konkrete Vorstellungen vom Unternehmen und seinen Leistungen zu wecken. Weiterhin kann der Geschäftsplan beim Auswahlgespräch für neue Mitarbeiter beispielsweise über die Unternehmensphilosophie und Unternehmensziele informieren. In der PR-Arbeit kann man der Presse bei Eröffnungstagen oder Aktionstagen den Geschäftsplan beziehungsweise Teile hiervon präsentieren.

Erfolgsfaktoren einer Präsentation

Eine gelungene Präsentation hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • Der persönlichen Kommunikationsfähigkeit („Reden lernt man durch Reden“ Marcus Cicero)
  • Gut visualisierten Leistungsinhalten (verwenden Sie möglichst eine handelsübliche Präsentationssoftware)
  • Der Beherrschung der audiovisuellen Medien (Lassen Sie sich die benutzten Medien gegebenenfalls erklären).

Tipps für eine gelungene Präsentation

Nachfolgend sind detaillierte Tipps für die Präsentation zu finden:

  • Inhaltlich und konzeptionell sollte die Präsentation so aufgebaut sein, dass selbst völlig unbedarfte Laien auf Anhieb verstehen, worum es geht.
  • Man sollte die Präsentation möglichst mit einer handelsüblichen Software (beispielsweise MS-Powerpoint) gestalten
  • Eine einheitliche gut lesbare Schriftart (beispielsweise Arial) sollte verwendet werden.
  • Auf die Schriftgröße (ab 16 Punkt) achten.
  • Seiten nicht überladen (maximal 7 Zeilen).
  • Einheitlichkeit der Farben beachten.
  • Nur so viele Bilder und Grafiken einbauen, wie es sinnvoll ist.
  • Man sollte die mentalen Präferenzen der Zuhörer berücksichtigen. Bei Banken- und Finanzexperten sollte man beispielsweise auf umfangreiche Beschreibungen technischer Details besser verzichten. „Banker“ denken eher diszipliniert, sequentiell, organisiert, logisch rational und faktenorientiert.
  • Man sollte eine Liste der zu besprechenden Punkte und eine Zuweisung von Zeiten für weitere Redner (beispielsweise Unternehmensberater, Steuerberater) erstellen. Der festgelegte Zeitplan sollte unbedingt eingehalten werden. Die Folien sollten nicht zu schnell präsentiert werden, aber dennoch zügig, um das Interesse und die Aufmerksamkeit der Zuhörer nicht zu verlieren.
  • Man sollte Geschäftspartner und Berater des Vertrauens mitnehmen, damit Detailfragen, mit denen man nicht vertraut sind, beantwortet werden können.

Der richtige Ablauf der Präsentation

Am Anfang sollte man sich und seine Begleiter kurz vorstellen. Es sollte ein kurzer Abriss des Themas und eine Zusammenfassung des Gegenstandes der Präsentation gegeben werden. Man sollte alle Fakten, Daten und Hinweise aus dem Geschäftsplan verwenden.

  • Zum Einstieg

Gleich zu Beginn kann man sich von der standardisierten Art und Weise unterscheiden, wie Konkurrenten um Kapital vorsprechen, indem man auf die Managementphilosophie und deren Bedeutung für ein gesundes Wachstum eines Unternehmens hinweist. Es sollten ethische unternehmerische Prinzipien und die Verantwortung als Unternehmer für die Gesellschaft beschrieben werden. Aber es sollte sehr schnell aufgezeigt werden, wie der beantragte Kredit zurückgezahlt werden kann und welche Sicherheiten man bieten kann.

  • Die Geschäftspartner

Man sollte den beruflichen Werdegang des Managements und der Know-how-Träger sowie deren fachliche, persönliche, soziale und organisatorische Kompetenz erläutern. Die Gesprächspartner und potentiellen Investoren wollen wissen, wer die Unternehmensgründer sind und welches Wissen und welche Erfahrung sie mitbringen. Sie interessieren sich aber auch für das Umfeld – beispielsweise welche Berater, welche Lieferanten sind involviert.

  • Vorgehensweise im Gründungsprozess

Es sollte beschrieben werden, wie man den Prozess der Unternehmensgründung organisiert hat und mit welcher Systematik man vorgegangen sind. In Kurzform sollten die einzelnen Elemente aufgezeigt werden und wie man zu Ergebnissen gekommen sind. Was ist die Geschäftsidee und wie hat der Gründer sie entwickelt?

  • Zweck des Unternehmens

Es sollte dargestellt werden, warum man sich mit der Fertigung oder dem Vertrieb der Problemlösung an einer genau definierten Bedürfnisgruppe orientieren will. Welchen Nutzen und welche Resultate erzielen die potentiellen Käufer durch das Produkt?

  • Die Strategie des Gründers

Die richtige Strategie ist das Schlüsselelement für den unternehmerischen Erfolg. Man sollte darauf hinweisen, dass die Mehrzahl der Unternehmen keine schriftlich dokumentierte Unternehmensstrategie vorweisen kann. So unterscheidet man sich von anderen.

  • Das Produkt/die Dienstleistung

Man sollte kurz die Besonderheiten daran beschreiben und den aktuellen Stand der Entwicklung wiedergeben. Dabei sollte man sich nicht in Details verlieren.

  • Rechts- und betriebswirtschaftliche Aspekte

Die Rechtsform, die für das Unternehmen gewählt ist, und der Grund dafür sollten angegeben werden. Der Geschäftsplan, die Rentabilitätsvorschau und der Finanzierungsplan sollten auf den Tisch gelegt werden. Den Gesprächspartnern sollte man das sichere Gefühl geben, ein durchdachtes und aussichtsreiches Vorhaben mitzutragen.

Literaturhinweis:

Dassler, Stefan: Existenzgründung konkret. Ratgeber für angehende Unternehmer. Salzwasserverlag 2009. Fachbuch. 181 Seiten. EURO 39,90.

Stefan Dassler, Dipl.-Handelslehrer, Stefan Dassler

Stefan Dassler - Dipl.-Handelslehrer (Studium der Wirtschaftspädagogik mit Schwerpunkt Organisationspsychologie an der Universität ...

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