Prag entdecken

Tschechiens Hauptstadt ist eine Reise wert

Prag ist wie geschaffen für einen Städtetrip. Das Flair einer alten Stadt im Herzen Europas und kulturelle Highlights erster Güte zeichnen die "Goldene Stadt" aus.

Von der Gründung an spielte Prag eine wichtige Rolle in der Geschichte ganz Europas. Schon im 9. Jahrhundert wurde mit dem Bau der Prager Burg, dem Hradschin begonnen. Seit dem Mittelalter steht Prag in dem Ruf, eine der schönsten Städte Europas zu sein, das Herz Europas wird die Stadt genannt, die Hunderttürmige und die Goldene.

Zentrum europäischer Geschichte

Die Stadt hat viele Herren gesehen, viel erlebt in der mehr als tausendjährigen Geschichte wie zum Beispiel dies: Von Prag nahm 1618 mit dem Prager Fenstersturz der Dreißigjährige Krieg seinen Anfang, hier erschütterte 1968 der Prager Frühling den sozialistischen Block bis in die Grundfeste, hier wurde mit der Ausreise der DDR-Flüchtlinge aus der deutschen Botschaft noch einmal deutsche Geschichte geschrieben.

Die Stadt im Moldaubogen ist Spiegelbild der verschiedenen Kulturen, die sich hier trafen, erzählt die Geschichten ihrer Menschen durch einmalige Bauten, die in ihrer Gesamtheit der vielen verschiedenen Epochen und Einflüsse ein einmaliges städtebauliches Ensemble vieler Stile hervorbrachten. So einmalig, dass die Prager Altstadt 1992 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Dieser historische Stadtkern an der Moldau umfasst 866 ha, und beinhaltet sechs Stadtteile. Zuvorderst und weithin sichtbar das Burgviertel Hradschin mit der Prager Burg, dem Wahrzeichen der Stadt und Präsidentensitz sowie der Kleinseite mit ihren schmalen Gassen, den renovierten Häusern und Palästen des Böhmischen Barocks, dann die Altstadt mit ihrem Zentrum, dem Altstädter Ring einschließlich der Josephsstadt, die wiederum den erhaltenen Teil des jüdischen Viertels beinhaltet, die Neustadt und Vysehrad. In diesen Vierteln sind die wichtigsten Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten der Stadt konzentriert.

Prag hat noch jeden Spaziergänger beim Stadtrundgang in ihren Bann gezogen mit ihrer Schönheit und dem Zauber einer gewachsenen alten Stadt. Und sie hat viel zu erzählen, von ihren Einwohnern, den Größen wie Franz Kafka und Egon Erwin Kisch, die ihren Teil zum reichen Prager Kulturleben beitrugen, dessen erster Höhepunkt schon im Jahre 1348 war, als hier die erste Universität Mitteleuropas gegründet wurde.

Kleiner Stadtrundgang

Los geht es an der Statue des Reformators Jan Hus in der Mitte des Altstädter Rings (Staromestske namesti), wo man dann das Altstädter Rathaus aus dem Jahre 1338 mit der berühmten astronomischen Uhr aus dem 15. Jahrhundert anschauen und zur vollen Stunde die heraustretenden Apostelfiguren bestaunen kann. Auch die dreischiffige gotische Teynkirche ist sehenswert.

Weiter geht es durch die Karlsgasse zur Moldau, die am Altstädter Brückenturm erreicht ist, wo auch die Karlsbrücke beginnt, die sicher die schönste und älteste Moldaubrücke Prags ist und mit 30 Barockfiguren verziert ist. Hier sollte man sich Zeit lassen, denn gerade von der Karlsbrücke aus bekommt man das richtige Gefühl für Prag.

Weiter geht es durch die Kleinseite zum Kleinseitener Ring, der neben der barocken Niklaskirche von großartigen Bauten aus der Renaissance, dem Klassizismus und Rokoko umstanden ist. Erholen kann man sich im Kleinseitener Kaffehaus, einem der Lieblingsplätze Franz Kafkas.

Zum Goldenen Dach

An den repräsentativen Palais der Nerudova vorbei erreicht man die Prager Burg am Hradschin. Sehenswert ist der wuchtige St.Veitsdom, in dessen Kronkammer die böhmischen Krönungsinsignien aufbewahrt werden und in dessen Krypta zahlreiche böhmische Könige ihre letzte Ruhe fanden. Ebenfalls im Bereich der Burg gelegen sind der Königsgarten und das Lustschloss Belvedere.

Zurück auf dem anderen Moldauufer geht es nun am Fluss entlang in Richtung Süden und bald sieht man das goldene Dach des Nationaltheaters , das mit Smetanas Oper Libuse 1883 eröffnet wurde. Von hier aus kann man auch schon weiter im Süden die Burg Vysehrad erkennen, deren Besuch sehr lohnenswert ist, besonders im Herbst, wenn dort die vielen Kastanien golden leuchten.

Nach Osten abbiegend folgt man nun der Narodni- Straße zum Wenzelsplatz , dem wichtigsten Teil des heutigen Prags und beliebtesten Einkaufs- und Kulturzentrum, an dessen südöstlichen Ende sich das Nationalmuseum befindet, direkt davor steht die Wenzelsstatue. Rundum erkennt man schöne Jugendstilfassaden, aber auch Zeugnisse des Kubismus.

Nicht versäumen sollte man einen Abstecher ins Viertel Josephstadt (Josefov) , wo schon im 13. Jahrhundert die Prager Judenstadt (Prazske Zidovske Mesto) entstand, die ihr heutiges Bild weitgehend schon durch die Sanierungen Ende des 19. Jahrhunderts bekam. Besonders die älteste mitteleuropäische Synagoge aus dem Ende des 13. Jahrhunderts in der Straße Cervena, das Jüdische Museum an der Straße Stare skoly sowie der alte jüdische Friedhof in der Straße Siroka sind sehenswert.

Neben diesen Hauptsehenswürdigkeiten Prags, die man auch an einem Wochenende kennen lernen kann, hat Prag noch vieles mehr an Sehenswürdigkeiten zu bieten, ein mehrtägiger Aufenthalt lohnt in jedem Falle, kann man dann doch auch das Flair der Stadt intensiver genießen. Lohnenswert ist auch ein Ausflug auf die Tschechische Burgenstraße.

Brigitte Jäger-Dabek, Brigitte Jäger-Dabek

Brigitte Jaeger-Dabek - Als ich vier Jahr alt war, kam die große weite Welt zu mir nach Hause. Sie tat das in Form einer Bananenstaude, die meine Eltern von ...

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