Besonders bei Kindern kann es hilfreich sein, bereits von Geburt an, auf die individuellen Lernmethoden zu achten, um das Kind effektiv in seinen Lernprozessen zu unterstützen. Doch spätestens mit dem Schuleintritt nimmt das Lernen einen nicht unerheblichen Teil im Leben des ABC-Schützen ein und es ist umso wichtiger zu erkennen, dass auch das Lernen selbst gelernt sein will und muss. Viele Einrichtungen versuchen dies über den Unterricht hinaus zu unterstützen, indem sie alternative Lehrmethoden zu ihrem schulischen Schwerpunkt machen, andere vermitteln neben dem regulären Unterricht die wichtigsten Lernmethoden oder bieten für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf spezielle Lernförderkurse im Rahmen von Ganztagsprogrammen an. Projekte wie "Lernen lernen", "Bewegtes Lernen" oder "Lernen mit allen Sinnen" finden sich immer häufiger in den hiesigen Grundschulen.

Lernen lernen

Lernen will gelernt sein! Die Lehrpläne in den deutschen Schulen sind umfangreich, es gibt viel zu erfahren und erlernen für die Schüler und unabhängig von Klasse und Status, wer nicht mitkommt, bleibt auf der Strecke oder besser gesagt, sitzen. Nach der Schulzeit folgen Lehre, Studium, Fremdsprachen, Fortbildungen und vieles weitere, der Mensch lernt sein Leben lang. Um so wichtiger ist die Basis, die bereits im zarten Grundschulalter gelegt wird. Hat ein Kind schon in dieser Zeit gelernt wie es besonders effektiv und auf sich persönlich zugeschnitten neues Wissen aufnehmen, verarbeiten und speichern kann, stehen seine Chancen gut, auch als Erwachsener neuen Themen besser gewachsen zu sein.

Die Lerntypen

Insgesamt sind in der Lerntherapie drei Lerntypen definiert, wobei diese bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind. Jeder, der schon einmal bewusst sein eigenes Lernverhalten hinterfragt hat, weiß oft ganz genau, was ihn dabei stört, was ihm gut tut und wie er am schnellsten erfolgreich ist.

Der akustisch-auditive Lerntyp - "Musik und Sprache"

Töne, Musik, Tonaufnahmen, Diskussionen, Gespräche, Erklärungen und Vorträge - mit all dem kann der akustisch-auditive Lerntyp besonders viel anfangen. Er hört beim Lernen gern Musik, liebt es, sein neues Wissen zu kommunizieren und lernt am besten im Gespräch mit anderen. Bewährte Lernmethoden für diesen Typ sind insbesondere Tonaufnahmen mit Diktiergeräten, Lerngruppen oder das Gestalten von eigenen Lernvorträgen.

Der visuelle Lerntyp - "Bilder, Bilder, Bilder"

Diagramme, Tabellen, Bücher, Lehrfilme, schriftliche Anleitungen, unendlich viele Bilder und Farben - der visuelle Typ braucht für alles ein Bild, um es sich vorstellen zu können, zeigt man ihm etwas, kann er dies oft schnell effektiv umsetzen. Sind in den Lernunterlagen alle wichtigen Punkte bunt markiert, erkennt man oft mit einem Blick auf welche Weise hier gelernt wird, farbige Hervorhebungen sind typisch für den visuellen Lerntyp. Mind Mapping, Diagramme, Clustering und Lerntafeln sowie Collagen sind für diesen Lerntyp besonders bewährte Methoden.

Der kinästhetisch-motorische Lerntyp - "Bewegung und Gefühle"

Immer in Bewegung, tanzend, mit unruhigen Händen und Füßen - der kinästhetisch-motorische Lerntyp kann nicht still sitzen, er braucht die Bewegung beim Lernen, er muss etwas tun, direkt mitmischen und möchte nicht erst stundenlang Bücher wälzen. Besonders Kinder und Jugendliche überfällt man oft im heimischen Kinderzimmer, wie sie ähnlich eines Tigers im Käfig von einer Seite zur anderen wandern und scheinbar nebenher für die nächste Klausur pauken. Ausflüge mit Lerneffekt und Lerntechniken, die Bewegung mit Lernen verbinden, sind hierbei besonders erfolgreich. In unserer Lernkultur ist dieser Lerntyp jedoch der mit den meisten Nachteilen, da viele Lehrmethoden besonders die beiden anderen Typen ansprechen. in den meisten Fällen ist Bewegung unerwünscht, doch auch hierbei gibt es Möglichkeiten dem eigenen Lernvermögen unter die Arme zu greifen.

Lernen - die Mischung macht's

Auch wenn bei den meisten Menschen ein Lerntyp dominiert, sind doch alle Typen vertreten, beim Lernen spricht jeder auf unterschiedliche Methoden gut oder schlecht an, die eigene Lernerfahrung bildet dafür oft eine ideale Grundlage. Letztlich ist es gerade diese Mischung, die einen Menschen mit bestimmten Wegen und Mitteln am ehesten zurecht kommen lässt. Kennt man seine persönliche Lernmechanik, kann dies helfen, seinen ganz eigenen Rhythmus beim Lernen zu finden.