Pressespiegel verschafft Überblick

Pressespiegel: Veröffentlichungen archivieren  - pixelio.de/Rainer Sturm
Pressespiegel: Veröffentlichungen archivieren - pixelio.de/Rainer Sturm
Information über veröffentlichte Berichte zu einem bestimmten Thema, einem Unternehmen oder einer Person erlangt man mit Hilfe eines Pressespiegels.

Um sich über die aktuelle Medienberichterstattung zu informieren, werden veröffentlichte Berichte zu einem bestimmten Thema, einem Unternehmen oder einer Person in einem Pressespiegel zusammengestellt. Ein solcher Pressespiegel kann von Unternehmen dann dazu genutzt werden, um ihr Image in der Öffentlichkeit positiv zu beeinflussen. Eine schnelle und zeitnahe Information über die tägliche Medienberichterstattung wird aufgrund der schnelllebigen Medien zunehmend bedeutender. Ein Pressespiegel ermöglicht eine Optimierung des Issue Managments, also ein aktives Managen von Themen und Ansichten. Zudem können mit Hilfe eines Pressespiegels eventuelle Krisensituationen erfolgversprechender bewältigt werden.

Täglich neue Veröffentlichungen archivieren

Damit ein aktueller Pressespiegel erstellt werden kann, wird jeden Morgen in Print-, Internet-, TV- und Hörfunkmedien nach relevanten Beiträgen gesucht. Die gefundenen Veröffentlichungen werden im Anschluss archiviert und zusammengefasst. Die Erstellung eines Pressespiegels kann auf verschiedene Weise erfolgen. Beispielsweise kann eine PR-Agentur damit beauftragt werden, täglich die Medien nach relevanten Beiträgen zu durchsuchen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Anbieter, die sich auf die Medienbeobachtung – das sogenannte Monitoring – spezialisiert haben. Beispiele hierfür sind Anbieter wie Landau Media, Ausschnitt Medienbeobachtung, Observer, Cision oder die Meltwater Group. Über diese spezialisierten Anbieter steht der aktuelle Pressespiegel bereits ab 5:30 Uhr in digitaler Form zur Verfügung. Andere Unternehmen übertragen die Erstellung an ihre eigne interne Presseabteilung.

Bei Pressespiegeln werden zwischen zwei Arten unterschieden: Zum einen gibt es einen Papierpressespiegel und zum anderen einen elektronischen Pressespiegel. In einem klassischen aus Papier befinden sich ausschließlich gedruckte Artikel aus den Printmedien. Ein elektronischer stellt die Veröffentlichungen in digitaler Form bereit.

Abgabepflicht gegenüber der Verwertungsgesellschaft Wort

Nach §49 Urheberrechtsgesetz (UrhG) sind Pressespiegel vergütungspflichtig. Dieser Anspruch wird durch die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), die für eine Verwertung von Urheberrechten zuständig ist, geltend gemacht. Daher müssen Unternehmen für jeden Artikel in ihrem erstellten Pressespiegel Abgaben an die VG Wort zahlen. Die Tarife richten sich nach der Anzahl der Ausgaben pro Jahr und der Auflagenhöhe des Pressespiegels.

Tipp: Keine VG Wort-Abgabe bei Erstellung über spezialisierten Anbieter

Wird für die Erstellung eines Pressespiegels ein professioneller Ausschnittdienst beauftragt, ist eine Auseinandersetzung mit §49 UrhG und der VG Wort nicht notwendig. Diese kosenspflichtigen Anbieter berücksichtigen gewöhnlich die Fragen des Urheberrechts und kalkulieren die Abgabe an die VG Wort mit in die Kosten ein. Möchte ein Unternehmen diese Kosten umgehen, wird ein Pressespiegel erstellt, der nicht abgabepflichtig ist.

Für einen elektronischen Pressespiegel müssen immer Abgaben an die VG Wort gezahlt werden. Für die Papierform muss nicht automatisch gezahlt werden. Nach Angabe der VG Wort liegt ein Papierpressespiegel erst dann vor, wenn Presseartikel in einer Auflage von mehr als sieben Stück kopiert oder nachgedruckt werden. Liegt die Auflage darunter, müssen keine Abgaben gezahlt werden.

Pressespiegel in PR-Agenturen

In PR-Agenturen werden Pressespiegel dazu verwendet, um die Veröffentlichungen bzw. Clippings ihrer Kunden zu dokumentieren. Die PR-Agentur sammelt dabei sämtliche Clippings, die durch die Lancierung von Artikeln oder die Verbreitung von Pressemitteilungen online oder offline veröffentlicht werden. Mit Hilfe des Pressespiegels ist es anschließend möglich, den Erfolg der PR-Strategie zu analysieren und die strategische Ausrichtung bei Bedarf zu optimieren. Hierbei wird in der Regel zwischen einem Pressespiegel pro Monat oder pro Quartal unterschieden.

Bildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de

Melanie Tamblé, Melanie Tamblé

Melanie Tamble - Melanie Tamblé ist Online-Marketing Expertin und Mitgründerin sowie Gesellschafterin der ADENION GmbH. Sie studierte ...

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