Die Schmalspurbahn von Wolkenstein nach Jöhstadt wurde als Preßnitztalbahn bezeichnet. Sie war eine sächsische Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 Millimeter. Zwischen 1984 und 1986 wurde diese Stecke durch das Preßnitztal stillgelegt. Ein Teil der Strecke wurde ab 192 als Museumsbahn wieder aufgebaut.

Wiederaufbau der Preßnitztalbahn als Museumsbahn

1988 gründete sich in Großrückerswalde die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn. Sie wollte die Erinnerung an die stillgelegte Preßnitztalbahn erhalten. Nach der Wende in der DDR entstand der Gedanke, die Preßnitztalbahn als Museumsbahn wieder aufzubauen. 1990 wurde die Interessengemeinschaft zum Verein mit der Zielsetzung, eine Museumsbahn zwischen Jöhstadt und Steinbach wieder aufzubauen.

Der Verein Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn ist heute Betriebsführer der Museumsbahn Steinbach–Jöhstadt und Eigentümer der Fahrzeuge.

Der Aufbau der Museumsbahn erfolgte schrittweise. 1990 begannen die Arbeiten mit dem Wiederaufbau der Lokschuppenruine in Jöhstadt. Im April 1992 wurden die ersten 180 Meter Gleis für die Strecke verlegt. 1993 konnte der Bahnhof in Schlössel wird mit Zügen angefahren werden. Ab 1994 fuhren die Museumsbahnzüge bis zum Haltepunkt Loreleifelsen. 1995 erreichten die Züge dann den Bahnhof in Schmalzgrube. 1996 wurde der Bahnhof Schmalzgrube komplettiert und die Strecke bis zum Haltepunkt Forellenhof verlängert. 1998 folgte die Verlängerung zum Haltepunkt am Andreas-Gegentrum-Stolln. 2000 wurde der Abschnitt von Stolln bis zum Bahnhof Steinbach eröffnet. Damit ist die Strecke der Museumsbahn nun rund 8 Kilometer lang und hat den geplanten Endausbau erreicht. Von 2004 bis 2005 wurde die Ausstellungs- und Fahrzeughalle der Preßnitztalbahn in Jöhstadt errichtet.

Die Fahrzeuge der Preßnitztalbahn

Die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn besitzt folgende Fahrzeuge:

  • 3 Dampflokomotiven der Baureihe Sächsische IV K mit den Betriebsnummern 99 1542, 99 1568, 99 1590
  • Eine Dampflokomotive mit der Betriebsnummer 99 4511. Diese Lok mit der Achsfolge C1' war 1899 bei Krauss für die Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen (RSN) gebaut worden. Sie verkehrte zwischen Rathenow und Nauen und zwischen Senzke und Paulinenaue.
  • 1 Diesellokomotive Ns4 mit der Betriebsnummer 199 007
  • 2 Diesellokomotiven V 10 C mit den Betriebsnummern 199 008 und 199 00
  • 12 Personenwagen und 4 Gepäckwagen verschiedener sächsischer Bauarten
  • 10 Güterwagen mit der Spurweite 750 Millimeter
  • 4 Normalspurige Güterwagen
  • 8 Rollfahrzeuge zum Transport normalspuriger Güterwagen
  • 7 Bahndienstfahrzeuge
Die Museumsbahn fährt von Mai bis Oktober an jedem Wochenende und an Feiertagen (Ostern, Maifeiertag, Himmelfahrt, Pfingsten, 3. Oktober). Züge verkehren auch Im Advent sowie zwischen Weihnachten und Neujahr. Auf Wunsch können jederzeit Sonderfahrten gebucht werden.

Literatur

  • Andreas W. Petrak: Die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt, Verlag Kenning Nordhorn 2006, ISBN 3-933613-78-7
  • Autorenkollektiv: 100 Jahre Preßnitztalbahn, IG Preßnitztalbahn e.V. Jöhstadt 1992

Quellen

  1. IG Preßnitztalbahn