
- Audio-CD - Maria Lanznaster, pixelio.de
Ob CDs, DVDs, CD-Roms – diese und artverwandte Datenträger werden in einem Disc-Presswerk in Serie produziert. Grundlage für den Vervielfältigungsprozess ist das Glasmaster, welches alle digitalen Informationen eines zuvor ausgelesenen Pre-Masters enthält. Die anschließend in der Galvanik hergestellten Stamper dienen der Replikation dann als unmittelbare Vorlage für die Massenproduktion der physikalischen Medien. In der Regel werden in Presswerken alle Arbeitsschritte durchgeführt, die die Erstellung des Glasmasters, bis hin zur Auslieferung der Discs an den Kunden umfassen.
Vom Pre-Master über das Glasmaster zum Stamper
Bevor die jeweiligen Datenträger vervielfältigt werden können, gilt es, ein Glasmaster anzufertigen. Ausgangsmaterial dafür ist das Pre-Master, welches die Daten enthält, die später auf den entsprechenden Discs zu finden sind. Am Beispiel einer zu produzierenden Audio-CD bedeutet dies, dass sie folglich die Informationen besitzen wird, die ein Pre-Master aufweist. Da das Presswerk eine Grundlage für die Massenvervielfältigung benötigt, werden die Informationen des Pre-Masters mit Hilfe eines Lasers ausgelesen und auf eine photoresistente Schicht, welche an einer Glasscheibe haftet, übertragen. Grundlegend dient jenes Glasmaster der Galvanik dann als Vorlage, um durch chemische Prozesse einen oder mehrere Stamper – auch Matrize genannt – hervorzubringen. Solch eine Matrize ist das Negativabbild der späteren Disc und wird quasi als Backform in der Replikation verwendet.
Massenproduktion der Discs im Spritzguss
Das Vervielfältigen der optischen Datenträger geschieht in Presswerken mit dem Spritzgussverfahren, wobei erhitztes und somit flüssiges Polycarbonat mit Hilfe einer Mechanik der Spritzgussmaschine unter enormen Druck in eine Form, an deren anderen Seite der Stamper angebracht ist, gepresst wird. Das Resultat ist eine transparente Scheibe, die folglich die Daten des Pre-Masters enthält. Lesbar ist jene Scheibe aber erst, nachdem sie gesputtert wurde – der Datenträger wird mit einer Aluminiumschicht überzogen. Diese ist wichtig, damit das Laserlicht beim Auslesen der Informationen reflektieren kann. Nach dem Auftragen einer schützenden Lackschicht, die anschließend unter UV-Licht getrocknet wird, kann die Disc nun abgespielt werden.
Bedrucken von Datenträgern im Presswerk
Vorteilhaft und sinnvoll ist es zudem, die produzierten Discs zu bedrucken, was mit dem Siebdruckverfahren oder Offsetdruckverfahren realisiert wird. Entweder kommen dabei Sonderfarben oder die lasierenden Farben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz zum Einsatz. Je nach Kundenwunsch werden die aufgetragenen Farben noch mit einer Lackschicht versiegelt, um einen zusätzlichen Schutzeffekt zu erreichen. Auch hier geschieht das Trocknen der einzelnen Farben in weniger als einer Sekunde mit Hilfe von UV-Licht. Im eigentlichen Sinne handelt es sich bei diesem Trocknungsprozess jedoch um ein Einbrennen der jeweiligen Farben.
Verpacken der optischen Datenträger
Nach dem Bedrucken werden die Discs der Verpackung zugeführt, wo sie in entsprechenden Trays, Fenstertüten und DVD-Hüllen ihren finalen Platz bekommen. Jene Arbeit wird ebenso von Maschinen erledigt, doch komplizierte Verpackungsausführungen verlangen häufig Handarbeit. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn die in meist externen Druckereien angefertigten Cover in die DVD-Hüllen gesteckt werden müssen.
Discs aus Presswerken oder Kopierservices?
Jeder, der optische Datenträger im hohen Stückzahlbereich herstellen lassen möchte, wendet sich an die Presswerke. Sollen nur kleine Auflagen realisiert werden, ist der Kopierservice eine Alternative. Allerdings produziert dieser keine CDs oder CD-Roms, sondern vervielfältigt eine CD-R in einem Arbeitsschritt hundertfach. Bei diesem Verfahren wird dann, im Gegensatz zur Replikation in Presswerken, von Duplikation gesprochen. Bei Kleinauflagen kann sich die Variante der Duplikation lohnen, macht aber keinen professionellen Eindruck. Die Massenproduktion überlässt man besser den Disc-Presswerken und ist im Gesamten folglich auch viel günstiger. Kunden der Datenträgerhersteller sind vorrangig kleinere Plattenfirmen, Zeitschriftenverlage und die Filmindustrie.
