
- Gedeckte Tafel im Schloss Glienicke - SPSG
Die Möglichkeit zu einem schönen Spaziergang zwischen zwei Silberschätzen bietet die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im Sommer 2009. Denn in der Silberkammer im Schloss Charlottenburg regieren derzeit die Handwerker und so ging nun neben den preußischen Kronjuwelen auch das preußische Tafelsilber auf Reisen. Vom 16. Mai 2009 bis 31. Oktober 2010 erstrahlt in den Schlössern Glienicke und Babelsberg der Silberglanz des Tafelsilbers der Hohenzollern.
Das Schloss Glienicke
Der Prinz Carl von Preußen kehrte 1823 von seiner ersten Italienreise zurück. Er war so von den Bauten im Süden beeindruckt, dass er mitten in der „märkischen Streusandbüchse" seinen Traum von einer italienischen Villa in einer mediterran anmutenden Landschaft umsetzen ließ. Das Landgut Glienicke, das schon von Peter Joseph Lenné für den Vorbesitzer Karl August Fürst von Hardenberg, gestaltet wurde, wurde als Standort erwählt.
Nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel entstanden in Glienicke nach antikem Muster das Schloss, das Casino sowie die Große und die Kleine Neugierde. Der Mittelpunkt des Anwesens ist der Rote Saal. An ihn schließen sich der grüne Salon, das türkise Schlafzimmer der Prinzessin, das Marmorzimmer und die tiefblaue Bibliothek an.
Ausstellung „Das wiederentdeckte Hochzeitssilber des Prinzen Carl von Preußen“
Im Jahr 2008 konnte die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eine kleine Sensation verkünden. Ihr gelang der Rückkauf von 20 Teilen aus dem silbernen Hochzeitsservice des Prinzen Carl von Preußen (1801-1883) und seiner Gemahlin Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar. Dieses Service galt seit langen als verschollen.
Das Sommerschloss des Prinzenpaares an der Havel in Glienicke wurde erwählt, um eine prachtvoll gedeckte Tafel als herausragendes Beispiel der festlichen Tafelkultur am Hofe der Hohenzollern erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben den Teilen aus dem Hochzeitssilber wird die festliche Tafel in Glienicke auch durch weitere Silberobjekte aus dem Besitz des Prinzen Carl geschmückt.
Die meisten Stücke des präsentierten Silberbestandes lassen die englischen Vorbilder erkennen. Sie tragen die Gravur des bekrönten königlich-preußischen Adlers in der Kette des Schwarzen Adlerordens. Der glanzvolle Höhepunkt auf der Tafel ist der prächtige silberne Aufsatz nach dem Modell der Warwick-Vase.
Dieses Tafelservices wurde zur Hochzeit des Prinzenpaares am 26. Mai 1827 bestellt. Es war der erste große künstlerische Auftrag, den der Berliner Gold- und Silberschmied Johann George Hossauer für das preußische Königshaus ausführen durfte. Prinz Carl, der jüngere Bruder des Prinzen Wilhelm, schätzte die Arbeit des „Goldschmieds Sr. Majestät des Königs" sehr und bedachte Hossauer mit etlichen weiteren Aufträgen.
Der Weg zum Schloss Babelsberg
Parallel zu der Ausstellung „Das wiederentdeckte Hochzeitssilber des Prinzen Carl von Preußen“ im Glienicker Schlosse wird auf der anderen Seite der Havel im Schloss Babelsberg die Ausstellung „Berliner Goldschmiedekunst für den Hof des Prinzen Wilhelm von Preußen“ gezeigt.
Vom Schloss Glienicke aus wird die Königsallee überquert. Am Jagdschloss Glienicke vorbei führt der Weg parallel zu dem hier beginnenden Teltowkanal durch den zu Potsdam gehörenden Ort Klein Glienicke. Am Weg lockt der Bürgershof mit seinem Biergarten zu einer zünftigen Rast mit herrlichem Blick auf den Kanal und den Park Babelsberg am anderen Ufer. Wenige Schritte sind es von dort bis zu der Brücke, die auf das andere Ufer direkt in den Babelsberger Park führt.
Ort und Zeit der Ausstellung
Die Ausstellung „Das wiederentdeckte Hochzeitssilber des Prinzen Carl von Preußen“ wird vom 16. Mai bis zum 31. Oktober 2009 im Schloss Glienicke gezeigt.
Das Schloss Glienicke ist in der Zeit vom 1. April - 31. Oktober täglich außer Montag von 10-18 Uhr geöffnet. Die Schlossräume sind im Regelfall nur mit einer Führung zugänglich.
Der Eintritt beträgt 5 Euro mit und 4 Euro ohne Führung.
Das Schloss Glienicke liegt nahe der Glienicker Brücke an der Bundesstraße 1 von Berlin nach Potsdam.
Anschrift: Königsstraße 36, D-14109 Berlin.
Anfahrt zum Schloss Glienicke
Die Potsdamer Tram 93 verbindet die Glienicker Brücke mit dem Hauptbahnhof Potsdam. In Berlin fährt der Bus 316 ab dem Bahnhof Wannsee bis zum Schloss Glienicke.
