Eines Vorweg: "Prince of Persia", produziert von Hollywoods erfolgreichstem Actionspezialisten Jerry Bruckheimer ("Fluch der Karibik") ist ein ziemlich großes, extrem buntes Kinospektakel, das am ehesten für die ganz große Leinwand taugt. Bruckheimer hat seine Kreativität mit Regisseur Mike Newell ("Fluch der Karibik") gepaart, herausgekommen ist familienkompatibles Popkornkino. Die Filmidee klaute Bruckheimer bei der "Prince of Persia"-Gamereihe, die erstmals 1989 auf den Markt kam. Der Jump-'n'run-Modus scheint zeitweise 1:1 auf die Leinwand übertragen, und so ist es kein Wunder, dass einige Schlachtszenen einem überdimensionalen Videospiel ziemlich ähneln.
Buntes Popkornkino mit "Prince of Persia": Für jeden etwas dabei
Klar auch, dass bei so viel Epos für jeden etwas dabei ist: die schöne Prinzessin Tamina (Gemma Arterton, "Kampf der Titanen"), der Held Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal, "Brokeback Mountain"), der alles kann, sogar Wände hoch laufen und so weit springen, dass selbst Weltrekordhalter Mike Powell (8,95 Meter) neidisch werden dürfte. Ach ja, nicht zu vergessen sind natürlich die beiden Bösewichte, Königsbruder Nizam (Ben Kingsley, zuletzt in "Shutter Island" zu sehen) und Scheich und Oberbandit Amar (Alfred Molina). Kingsley spielt zum Fürchten diabolisch, Molina ist für die eher witzigen Momente im Wüstenspektakel zuständig.
Jake Gyllenhaal als Waisenjunge Dastan, der zum Prinzen wird
Dabei ist die Story von "Prince of Persia" schnell erzählt und beginnt im Persien des sechsten Jahrhunderts: König Sharaman (Ronald Pickup) rettet den mutigen Waisenjungen Dastan (Jake Gyllenhaal) davor, dass ihm die Hand abgeschlagen wird und nimmt ihn stattdessen in seine Familie auf. Als ebenbürtiger Prinz wächst Dastan mit seinen beiden älteren Brüdern Tus (Richard Coyle) und Garsiv (Toby Kebbell) auf. Immer dabei ist auch der scheinbar gütige Onkels Nizam (Kingsley), Bruder des Königs und dessen Berater.
Der kleine Draufgänger wird zum großen Haudegen
Aus dem kleinen Draufgänger Dastan wird schnell ein großer Haudegen, der auf Befehl seines Onkels Nizam die heilige Stadt Alamut beinahe im Alleingang erobert. Lohn seines Einsatzes sind ein hübscher Dolch und die schöne Prinzessin Tamina – die Prinzessin ist allerdings nicht für Dastan, sondern für seinen Bruder Garsiv bestimmt. Mit der Heimkehr nach Persien nimmt Dastans Schicksal seinen Lauf: Er schenkt seinem Vater zum Sieg einen Mantel, der, was Dastan nicht ahnt, vergiftet ist. Der König stirbt, und Dastan steht als Verräter da.
Dastan merkt den Hinterhalt erst, als es fast zu spät ist
Dass sein Onkel Nizam die Eroberung der Stadt keineswegs befohlen hat, weil die Bewohner zum Sturm gegen Persien rüsten, merkt Dastan erst, als es beinahe zu spät ist. Auch, dass der wahre Grund des Überfalls der Dolch war, der nun in seinem Besitz ist. Der Kristallgriff der Waffe ist mit Sand gefüllt und der Besitzer kann auf wundersame Weise die Zeit zurückdrehen. Gemeinsam mit der schönen und mutigen Prinzessin Tamina versucht Dastan den Dolch in Sicherheit zu bringen und gerät dabei mehr als einmal selbst in tödliche Gefahr…
Der Film "Prince of Persia" ist ein teures Spektakel
Regisseur Mike Newell und Produzent Bruckheimer fahren in "Prince of Persia" große Geschütze auf: Rund 150 Millionen Dollar soll das Spektakel gekostet haben, die Crew zählte an die 1000 Mitarbeiter und die Dreharbeiten dauerten ganze vier Monate, u. a. wurde in Marokko gefilmt. Somit entstanden die Sets aufwändig produziert und nicht nur am Computer.
Und Bruckheimer hat noch mehr Fantasy im Gepäck…
Wem "Fluch der Karibik" oder "Die Mumie" gefällt, der wird auch an "Prince of Persia" Spaß haben. Das Duo Bruckheimer/Newell hat ganz Arbeit geleistet und schon im Herbst 2010 lädt Fantasy-Action-Gigant Bruckheimer wieder ins Kino ein. In "Duell der Magier" ist Nicolas Cage der Hauptdarsteller. Für 2011 plant Bruckheimer mit einem neuen "Fluch der Karibik" die Zuschauerrekorde zu brechen…
Originaltitel: "Prince of Persia: The Sands of Time"
Regisseur: Mike Newell
Kinostart: 20. Mai 2010
Filmverleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Laufzeit: 116 Minuten
