
- Deutsche Chance im Arc? Danedream könnte laufen. - Frank Sorge
Anfang Oktober werden im europäischen Rennsport die Champions gemacht. Denn auf der Pariser Rennbahn Longchamp trifft sich die europäische Elite zum Arc-Meeting. Herausragendes Ereignis der sieben Gruppe-1-Rennen umfassenden Karte ist alljährlich der Prix de l´Arc de Triomphe. Das wichtigste Rennen des europäischen Rennkalenders wird 2011 am 2. Oktober ausgetragen. Das Monstre-Rennen über 2.400 Meter zieht meist die absolute Elite in die Seine-Metropole. Das ist in diesem Jahr etwas anders. Mit dem englischen Derbysieger Pour Moi, der inzwischen verletzungsbedingt seine Karriere beenden musste, und Frankel, dem ohne Zweifel besten Dreijährigen weltweit, der kürzere Strecken bevorzugt, fehlen aus der klassischen Generation die beiden besten Vertreter in Longchamp.
Dreijährige haben gute Chancen auf Arc-Sieg 2011
Dennoch sind die Dreijährigen sehr interessant im wichtigsten Jahrgangsvergleich in Europa. Mit den heimischen Vertretern Galikova, Meandre und Reliable Man sowie dem englischen Gast Nathaniel am Start könnte der Sieger durchaus aus deren Reihen kommen.
Große Chancen dürfte Meandre haben. Der Sieger des diesjährigen Grand Prix de Paris (Gr. 1, 2.400m) ist allein schon als Vertreter des Ausnahmetrainers Andre Fabre ein heißer Anwärter, gewann sein Trainer das Pariser Rennen doch bereits sieben Mal. Zuletzt unterlag er allerdings im "klassischen" Arc-Trial für den französischen Derby-Jahrgang, dem Prix Niel (Gr. 2, 2.400m), an gleicher Stelle, dem französischen Derbysieger Reliable Man. Damit steht es 1:1 zwischen beiden, denn zuvor siegte Meandre leicht gegen Reliable Man. Beide sollten auch im Arc stark zu beachten sein. Ebenso interessant ist sicher Galikova. Sie ist erblich "vorbelastet", denn ihre Halbschwester ist keine geringere als die Wunderstute Goldikova. Als Galileo-Tochter bevorzugt sie weitere Wege als ihre große Schwester. Das auch sie sehr viel laufen kann, zeigte sie nicht zuletzt beim leichten Sieg im Prix Vermeille (Gr. 1, 2.400m) an gleicher Stelle.
Nathaniel vertritt Englands Derby-Jahrgang im Pariser Monstre-Rennen
Eine Chance muss man sicher auch für den englischen Gast Nathaniel zubilligen. Der Hengst aus dem Stall von John Gosden gewann mit dem King George VI & Queen Elizabeth Stakes (Gr.1, 2.400m) das wichtigste Rennen in Großbritannien. Dabei war er auch schon vor Workforce, dem Vorjahrssieger und somit Titelverteidiger im Arc. Bei weiterer Steigerung ist er mit Sicherheit ein heißer Kandidat für einen vordere Platzierung. Er läuft allerdings nur bei passend weichen Boden.
Sarafina, führt die alte Garde im Arc an
Für die englischen Buchmacher sind allerdings die älteren Pferde die gegebenen Pferde im Arc. Favorisiert wird von allen Firmen die französische Stute Sarafina, knapp gefolgt von dem Iren So You Think und Vorjahressieger Workforce. Sarafina, die von Alain Royer-Dupre betreut wird, war bereits im Vorjahr im Arc am Start. Damals war sie als Dritte nach schlechtem Rennverlauf nicht weit von Workforce geschlagen. In diesem Jahr siegte sie unter anderem im Grand Prix de Saint-Cloud (Gr.1, 2.400m) und im "klassischen" Arc-Trial für ältere Pferde, dem Prix Foy. Sie sollte sicher gute Chancen haben, steht aber nicht so heraus wie ihre Stallgefährtin Zarkava, die 2008 siegte.
Workforce will den Doppelsieg
Eine Topchance sollte erneut Vorjahressieger Workforce besitzen. Er unterlag zwar in den "King George" Nathaniel hatte aber auch einen schlechten Rennverlauf. In Bestform ist der englische Derbysieger des Vorjahres ein Sieganwärter. In den Eclipse Stakes (gr.1, 2.012m) in englischen Sandown unterlag er dem Australien-Import des Coolmore-Stud, So You Think. Aber der 400 Meter weitere Weg sollte ihm eher liegen als dem Schützling von Aidan O´Brien. Dieser ist über die 2.000-Meter-Distanz in diesem Jahr schon mehrfacher Gruppe-1-Sieger, lief aber in Europa noch nie über 2.400 Meter. Gegen die Spezialisten könnte der Weg reichlich weit werden.
Zwei japanische Gäste kommen an die Seine
Wie im Vorjahr kommen auch wieder japanische Gäste an den Start. Dabei ist Nakayama Festa als knapp geschlagener Zweiter zu Workforce ein alter Bekannter am Bois de Boulogne. Im Prix Foy war er nach langer Pause noch rückständig, sollte sich aber steigern können. Sein Landsmann Hiruno D´ Amour war im Prix Foy knapp hinter Sarafina. Auch er könnte für einen Platz im Vordertreffen in Frage kommen. Seine Heimatformen sind allerdings schlechter als die von Nakayama Festa.
Danedream könnte Deutschland im Arc vertreten
Bleibt die Frage, ob auch deutsche Kandidaten in den Arc gehen könnten. Das scheint 2011 durchaus möglich. Denn mit Danedream könnte die beste Dreijährige des Landes am Donnerstag nachgenannt werden. Die Stute des Gestüt Burg Eberstein gewann in diesem Jahr nach den klassischen Oaks d´Italia mit den Großen Preis von Berlin und dem Großen Preis von Baden gleich zwei Rennen der höchsten Kategorie in großer Manier.
Nach diesem Eindruck könnte sie auf den Spuren der Ausnahmestute Borgia wandeln, die bei ihrem Arc-Start den dritten Platz belegte. Ob die Besitzer die für die Nachnennung notwendige Summe von 100.000 Euro überweisen werden, hängt sicher auch davon ab, welche Pferde zur endgültigen Starterangabe stehen bleiben. Eine Alternative für die Lomitas-Tochter aus dem Quartier von Peter Schiergen wäre ein Start beim Breeders Cup-Meeting in den USA.
