
- Wandgestaltung – mehr als nur Wände streichen - Elisabeth Jathe
So ein bisschen Pinseln kann doch irgendwie jeder, oder? Optisch störende Streifen und Flecken zeugen leider noch jahrelang von der Nachlässigkeit des Anstreichers. Ungerade Abschlusskanten fallen immer wieder ins Auge. Dabei existieren nur wenige, einfache Regeln, die den Wandanstrich gelingen lassen.
Auswahl der Wandfarbe im Baumarkt oder Malerfachhandel
Wählen Sie eine hochwertige Farbe in gut deckender Qualität. Eine gute Wandfarbe sollte auf jeden Fall abriebfest sein und sich nicht beim nächsten Anstrich wieder ablösen. Wenn Sie mehrere Farbeimer benötigen und die gewünschte Farbschattierung nicht im Sortiment vorhanden ist, dann ersparen Sie sich das eigenhändige Mischen. In vielen Baumärkten besteht die Möglichkeit, sich einen Wunschfarbton nach RAL-Liste maschinell exakt herstellen zu lassen. Damit laufen Sie nicht Gefahr, Farbunterschiede an Wänden zu riskieren, die gleichfarbig geplant waren.
Schutz vor Farbspritzern und saubere Abschlusskanten
Bevor Sie überhaupt mit dem Streichen beginnen, muss der Raum inklusive aller Möbel mit Folie oder Papier abgedeckt werden. Steckdosen und Lichtschalter entfernen Sie am besten kurzzeitig. Alle Abschlusskanten der zu streichenden Wände werden mit mindestens 3 cm breitem Klebeband sorgfältig abgeklebt. Lassen Sie dabei immer einige Millimeter Platz bis zur Wand, denn vor dem ersten Pinselstrich kommt die Acryl-Spritzpistole zum Einsatz. Die schräg abgeschnittene Acryl-Kartusche wird entlang aller Abschlusskanten geführt und das Acryl anschließend mit dem Finger oder einem hölzernen, runden Eisstäbchen verstrichen.
Die richtige Methode beim Anstreichen
Vergessen Sie nicht, die Farbe vor dem Streichen ausgiebig aufzurühren. Verwenden Sie eine etwa 25 cm breite Rolle zum Streichen der Flächen und einen Heizkörperpinsel für Kanten und Ecken. Die sichtbaren Pinselspuren werden am besten mit einer kleinen Malerrolle verschlichtet. Arbeiten Sie in das noch nasse Acryl hinein, indem Sie zuerst mit dem Pinsel alle Wandkanten „beschneiden“. Vor der Verwendung der Rolle sollte diese angefeuchtet werden, um das Material saugfähig zu machen. Benutzen Sie ein Abstreifgitter für einen gleichmäßigen Farbauftrag auf der Malerrolle und um unnötiges Spritzen zu vermeiden.
Gleichmäßiges Verteilen der Farbe ohne hässliche Ansätze
Zuerst sollte die Farbe zickzackförmig auf dem zu bearbeitenden Wandstreifen aufgetragen werden. Danach gleichmäßig auf und ab rollen, immer von der Decke bis zum Fußboden und wieder zurück. Sportliche Kniebeugen sind also in dieser handwerklichen Arbeit inbegriffen. Arbeiten Sie sich Wandstreifen um Wandstreifen vor, immer nass-in-nass. Wenn Sie mitten auf der Fläche zu sehr ins Schwitzen geraten, dann wechseln Sie sich besser mit einer anderen Person ab, als eine langwierige Erholungspause einzulegen. Man könnte sonst noch in drei Jahren sehen, an welcher Stelle genau die Schwäche Sie übermannte.
Und zum Schluss noch eine Selbstverständlichkeit: Sollten Sie auch die Decke des Raumes farblich neu gestalten wollen, dann beginnen Sie dort mit dem Anstrich. Sonst werden hässliche Farbspritzer die frisch gestrichenen Wände verunstalten.
