Profiling im Personalwesen

Kompetenzprofile mit Profiling - Gerd Altmann  / pixelio.de
Kompetenzprofile mit Profiling - Gerd Altmann / pixelio.de
Personalbeurteilung auf objektiver Basis - zu schön um wahr zu sein? Dank Profiling längst Realität. Stärken- und Kompetenzprofile bilden die Grundlage.

Profiling steht für mehrere Dinge: In der Verbrechensbekämpfung erstellen sogenannte Profiler Täterprofile, und im Marketing werden durch Kundenprofiler Kundenprofile erstellt. In der Personalauswahl beziehungsweise Personalbeurteilung redet man dann von Profiling, wenn ein Stellenprofil mit einem Kandidaten- oder Mitarbeiterprofil abgeglichen wird. Darum geht es hier.

Profiling - Objektivität bei Personalentscheidungen

Profiling ist ein exzellentes Tool zur Beurteilung bezüglich dessen, ob ein bestehender Mitarbeiter oder ein Kandidat beziehungsweise Bewerber den Anforderungen einer Arbeitsstelle gerecht wird. Dabei geht es nicht um gut oder schlecht, nicht um richtig oder falsch – sondern nur um passend oder unpassend. D.h. es werden die Anforderungen der Stelle und die Merkmale der Personen gegenüber gestellt. Dabei ergeben sich wichtige Hinweise für die anstehende Personalentscheidung.

Es ist sekundär, ob es sich um eine Neueinstellung handelt oder ob man einfach nur überprüfen will, ob ein bestehender Mitarbeiter auf dem für ihn geeigneten Arbeitsplatz sitzt. Nochmal – es geht nur um passend oder unpassend und nicht um die Qualifikation an für sich.

Profiling könnte man also auch als Benchmarking im Human-Resources-Bereich bezeichnen, wobei die drei folgenden Punkte zum Tragen kommen:

  • Mentale Fähigkeiten - Kann er die Arbeit machen?
  • Berufliche Interessen - Will er die Arbeit machen?
  • Verhaltensmerkmale - Wie wird er die Arbeit machen?

Die drei hier gestellten Fragen werden beim Profiling beantwortet. Dies geschieht in der Regel über einen Online-Fragebogen. Man kann auch von einem Online-Assessment sprechen. Über diese valide und fundierte Analysemethode, die objektive Informationen zum Ergebnis hat, werden Fehlbesetzungsrisiken nachweislich minimiert und ausgeschlossen. Durch das Erstellen von persönlichen Stärken- und Kompetenzprofile bestehender oder potentieller Mitarbeiter wird ebenso der Qualitätsstandard verbessert.

Profiling - ein wichtges Instrument für Unternehmen

Profiling ist auf dem Vormarsch und bietet den Unternehmen ein wertvolles Instrument für die optimale Nutzung der Human Resources. Viele Unternehmen haben erkannt, dass die Human Resources sehr wichtig sind. Dadurch wird die Nutzung vom Profiling in Unternehmen immer relevanter, zumal die Personalkosten der Hauptkostenfaktor in den meisten Unternehmen ist.

Profiling bekommt auch Rückendeckung durch die Politik: Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz werden seit 2006 Personalentscheidungen, die objektiv und damit diskriminierungsfrei sind, gefordert. Das kann mit Profiling sichergestellt werden.

Last but not least lohnt sich ein Blick über die Grenzen. In Irland, Großbritannien und Skandinavien werden über 50% und in den Niederlanden über 70% der Arbeitsstellen mit Hilfe von diagnostischen Verfahren neu besetzt. In Deutschland sind es nur 10%.

Profiling - auch für die Personen positiv

Aber auch für die Mitarbeiter ist die Teilnahme an einem solchen Online-Assessment ein deutlicher Vorteil. Man lernt über sich selbst, kann eigene Entscheidungen fällen und kann gezielt seine Stärken nutzen und an seinen Schwächen arbeiten. Bei einer beruflichen Neuorientierung hilft es ebenso, wenn man zum Beispiel nicht sicher ist, ob man sich für eine bestimmte Arbeitsstelle entscheiden soll. Es hat noch nie geschadet, sich selbst besser kennenzulernen – objektiv kann man sich selbst ohnehin nicht beurteilen.

Quellen:

  • Buch: Franz Egle: Arbeitsmarktintegration: Profiling - Arbeitsvermittlung - Fallmanagement, 2005
  • eigene Erfahrungen durch den Einsatz von Profiling für Klienten
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