Prominente Gäste beim Ateliertag im Kunsthaus Orplid

Prominente Gäste im Kunsthaus Orplid - Andrea Weber
Prominente Gäste im Kunsthaus Orplid - Andrea Weber
Ins „Offene Atelier" von Alinde Rothenfußer kommen interessante Menschen, wie die Musiker Jürgen Buchner von Haindling oder Klaus Doldinger.

Wenn Alinde Rothenfußer zu sich ins „Offene Atelier“ einlädt, dann kann man davon ausgehen, dass interessante Menschen unter den zahlreichen Gästen zu finden sind. So kamen zur Atelierausstellung unter dem Titel „Der Demiurg“ Musiker Hans-Jürgen Buchner (Haindling), Poet und Impresario Wolfgang Ramadan sowie Hollerhaus-Galeristin Lia Schneider-Stöckl, und Klaus Doldinger am Altsaxofon eröffnete mit dem bekannten Bassisten Wolfgang Schmid die Vernissage. „Deuten wir heute den Blues nicht als Blues, sondern als etwas Aufregendes“, so Doldingers Worte und seine Musik gewohnt jazzig-kunstvoll.

Mit der Inspiration experimentieren

Inge Doldinger, Ruth Kohler und Helmut Rieger waren Gastkünstler, die eine Auswahl ihrer Arbeiten im Kunsthaus Orplid zeigten. Was mag nun ein „Demiurg“ sein, so der aparte Titel des Ateliertages. Es soll ein Wesen sein, stand in einer Anmerkung für die Vernissage-Gäste zu lesen, das als „bewusster Former des Chaos auftritt und sich der göttlichen Macht bedient“ – sprich es ist die Inspiration, das finden von Ideen, das Umsetzen von Geistesblitzen. Künstler nehmen sich gerne die kreative Freiheit heraus, um mit dieser Inspiration zu experimentieren, aus dem Unterbewussten zu schöpfen und loslassen während des Prozesses. Alinde Rothenfußer und ihre drei Malerkollegen tun genau das in ihrer Kunst. Sie lassen zu, was aus ihnen heraus will und verarbeiten so ihre Eindrücke, Träume und Visionen. Sie abstrahieren, sie überzeichnen, sie formulieren in Farbe. So ließ sich Ruth Kohler von dem wirren Gestänge der Hochbahn von Chicago inspirieren, und drückt in ihrer Pinselsprache aus, was sie empfand, als sich die mächtige Baukonstruktion gen Nachthimmel kontrastierte.

Figurales mit Gänsehautfeeling

Auf Inge Doldingers Fotomontagen sind realistische Elemente erkennbar, wie etwa ein Sonnenaufgang. Doch die Künstlerin bringt ihre Gefühle mit ins Farbenspiel, die die Realität verzerren, teils spirituell sanft, teils splitterhaft zerstörend. Wenn man sich bei Helmut Riegers Malerei vorstellt, wie der Künstler wild-dynamisch den Farbauftrag ausführte und dann wie von alleine figurale Elemente auftauchen, dann kann es schon ein wenig Gänsehaut verursachen.

Müllcontainer im Makromodus fotografiert

Zeigt Kunst uns, dass es doch noch mehr gibt, als wir glauben? Und so stehen auch die Kunstwerke der Hausherrin Alinde Rothenfußer doch beispielhaft, wie Künstler aus ihrem Unbewussten schöpfen. Alindes großformatige Fotocollagen sind abstrakte Kunstwerke die eher aufwühlen als beruhigen. Zunächst fotografiert die Künstlerin im Makromodus verbeulte, verrostete, verkratzte Oberflächen von Müllcontainern in Quarzbichl. Dann akzentuiert sie mit grobem Pinselstrich die makrogroßen Risse und Beulen und lässt ein völlig neues Bild entstehen. Was darauf zu sehen ist, bleibt ihr Geheimnis und das des Betrachters. Jedenfalls haben sich alle Künstler vom Demirugen inspirieren lassen.

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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