Protest gegen geplantes Tierversuchslabor im Max-Delbrück-Centrum

Beagel im Versuchslabor - Ärzte gegen Tierversuche
Beagel im Versuchslabor - Ärzte gegen Tierversuche
Proteste gegen das geplante Tierversuchslabor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin. Wowereit soll in Alternativmedizin investieren.

Das Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin plant, ein riesiges neues Tierversuchslabor zu bauen. Unter dem Alibi der Krebs-Forschung sollen dort Hunderttausende von genmanipulierten Tieren einen qualvollen Tod in fragwürdigen Experimenten sterben und das, obwohl der Tierschutz im deutschen Grundgesetz fest verankert ist sowie die furchtbaren Schmerzexperimente, die am Max-Dellbrück-Centrum bereits durchgeführt wurden, bekannt sind. Seit dieses Vorhaben für Berlin publik ist, wird der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit von den Bürgern der Stadt mit Bitten und Aufforderungen konfrontiert, den Bau des In Vivo Pathophysiologielabores am MDC zu verhindern und sich stattdessen mit aller Kraft für eine tierfreie, zukunftsfähige Wissenschaft einzusetzen. Nur so kann die Forschung den Irrweg Tiermodell verlassen, Berlin zu einem wirklichen Wissenschaftsstandort und abertausenden Lebewesen Schmerz und Tod erspart werden.

Warum Tierversuche abgelehnt werden und nicht notwendig sind

Eine aktuelle Umfrage bestätigt die heftige Kritik der Bevölkerung zu dem Bauvorhaben des neuen Tierversuchslabors in einem Berliner Waldgebiet. „Wir wollen, dass Tiere endlich als fühlende Wesen anerkannt werden und keinesfalls unsere Steuergelder für schlechte Wissenschaft im Versuchslabor verschwendet werden“, sagen Bürger der Stadt Berlin. „Dieser ganze Irrsinn und diese Tierquälerei für den Profit von fragwürdigen Medikamenten. Es ist doch unvorstellbar und aberwitzig, dass diese Maschinerie nicht endlich zum Erliegen kommt“, sagt eine Passantin und ein Herr ergänzt: „Gerade in Berlin, wo der freie Geist zur Mentalität der Bevölkerung dazu gehört! Fakt ist doch, das dort systematisch Lebewesen gequält werden sollen, egal ob es Hunde oder Mäuse sind. Obwohl doch vom normalen Menschenverstand jeder weiss, dass diese sinnlosen Qualen nur zum Profit von solchen Medikamentenfabriken aufrecht erhalten bleiben“, kommentiert der erzürnte Bürger. Die Straßenumfrage zum Bauvorhaben des Versuchslaborsdes Max-Delbrück-Centrums bestätigt, dass die Bürger längst wissen, dass Ergebnisse aus Tierexperimenten nicht für den Menschen aussagekräftig sind und das unter Qualen und Schmerzen entstandene Produkte nicht gut sein können. „Dieses Versuchslabor will hier niemand haben“, sagt ein Berliner Student. Und weiter: „Warum kommen nicht endlich die bereits vorhanden Alternativmethoden zur Anwendung – die Antwort kann ich ihnen geben: weil die Jahrhunderte alte Tradition der Tierexperimente die zeitgemäße Entwicklung blockiert. Ich bin selbst Medizinstudent, weiss, wie schwer es ist, die Tierversuche im Studium zu verweigern“, erklärt der Student ausführlich. Auf die Befragung der Suite101-Autorin aufmerksam geworden, möchte ein Mann seinen Redebeitrag leisten: „Seien wir doch mal ehrlich: „Wie kann ein Produkt gut sein, wenn es unter Todesqualen und Leiden gewonnen wurde, wie kann eine Salbe, eine Pille, ein Gelenk gut sein, wenn dafür Tausende und Abertausende leidensfähige Lebewesen gequält werden, wie kann ein Mensch, der wehrlosen Lebewesen Schmerzen zufügt, behaupten, er handle in gutem Gewissen. Und wir wollen hier in Berlin gute Wirtschaft, nicht solchen negativen Irrsinn.“

Wissenschaftler & Ärzte gegen Tierversuche fordern Investition in tierversuchsfreie Forschung

Das Gleiche fordern selbst anerkannte Wissenschaftler, auch Politiker erkennen, dass Tierversuche nicht halten, was sie versprechen und dass die in Tierexperimenten gewonnenen Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden können. Sagen Experimenten-Befürworter,Tierversuche seien notwendig, um Produkte, die wir benutzen, für uns sicher zu machen und um neue Behandlungsmethoden zu finden, ist dies eine Alibiaussage. Experimente an leidensfähigen Lebewesen sind im Gegenteil nicht geeignet, die Wirkung und Gefährlichkeit von Stoffen für den Menschen zu beurteilen. Davon zeugt auch der Letal-Test (LD 50), in dem 50 Prozent der Tiere an der zu produzierenden Substanz zu Grunde gehen müssen, bevor diese Substanz auf den Markt kommen darf. Auf die Frage, warum überhaupt Lebewesen gequält und getötet werden, für Subtanzen, die wir nutzen, rückt die Ethikfrage in den Vordergrund.

Tierversuche sind unmoralisch

Abgesehen von wissenschaftlichen Argumenten sind Tierversuche aus ethischen Gründen abzulehnen. Jedes Jahr leiden und sterben weltweit mindestens 115 Millionen in den Labors von chemischer und pharmazeutischer Industrie, der Hochschulen und anderer Forschungsinstitute. Im Tierversuch werden fühlende Lebewesen als Modellorganismen zu Messinstrumenten degradiert, die nach Gebrauch weggeworfen werden. Experimente an leidensfähigen Mitgeschöpfen und eine ethisch vertretbare Medizin und Wissenschaft schließen sich aus. Wird behauptet, man könne auf Tierexperimente nicht verzichten, weil man einen kompletten Organismus für die Entwicklung von Medikamenten brauche, wird ausser Acht gelassen, dass sich hinsichtlich Anatomie, Physiologie und Stoffwechsel Tiere und Menschen wesentlich voneinander unterscheiden. Selbst Tiere verschiedener Arten können auf Chemikalien und Medikamente unterschiedlich reagieren. Nach der Durchführung des Tierexperiments kann nicht vorausgesagt werden, ob Menschen genauso oder anders reagieren werden.

Eine Studie der Pharmafirma Pfizer belegt dies beispielhaft, worin gesagt wird: „Man könnte eher eine Münze werfen, als sich bei der Frage nach möglichen krebsauslösenden Stoffen auf Tierversuche zu verlassen. Nur 5-25% der Substanzen, die für Menschen schädlich sind, haben auch auf die Versuchstiere eine negative Wirkung. Das werfen einer Münze erzielt bessere Ergebnisse.“ Die vielen aufgrund von Tierexperimenten für sicher gehaltenen Medikamente, die beim Menschen schwerwiegende oder gar tödliche Nebenwirkungen hervorriefen, legen Zeugnis davon ab, dass sich die Ergebnisse von Tierversuchen nicht mit der nötigen Zuverlässigkeit auf den Menschen übertragen lassen.

Gefährliche Substanzen – Jeder kennt die Auswirkungen des Schlafmittels Contergan

Lipobay®, Vioxx®, Trasylol® Contergan oder TGN1412 zeigen nur die Spitze eines Eisbergs von Arzneimittelnebenwirkungen. Nur in Deutschland gehen Statistiken zufolge 58.000 Todesfälle auf Medikamente zurück. Im Gegenzug weiß niemand, wie viel sinnvolle Medikamente nie auf den Markt gelangen, weil sie aufgrund von irreführenden Tierversuchen vorzeitig aussortiert werden. Heilbringende Arzneien wie Aspirin, Insulin oder Penicillin wären uns vorenthalten geblieben, hätte man sich schon in früheren Zeiten auf den Tierversuch verlassen. Diese Substanzen rufen bei bestimmten Tierarten zum Teil aufgrund unterschiedlicher Stoffwechselvorgänge gravierende Schädigungen hervor. Sie wären bei der heutigen Vorgehensweise der Wirkstoffsuche mittels Tierversuch durchgefallen.

Ein anderes Beispiel zeigt das unsinnige Leiden und den Tod Zehntausender leidensfähiger Lebewesen und den damit verbundenen falschen Weg der Tierexperimente, in den auch Menschen eingespannt werden, die diese Versuche durchführen sollen: Die Pharma-Firma Bayer erklärte die natürlichen Alterserscheinungen des Mannes zu einem Testosteron-Mangel-Syndrom, um einen Absatzmarkt für dieses Hormonpräparat zu schaffen. Obwohl in Deutschland rund 60.000 Medikamente auf dem Markt sind, viele davon identisch, werden neue Produkte aus wirtschaftlichen Überlegungen unter anderen Bezeichnungen auf den Markt gebracht. Tierversuche tragen dabei nichts zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden bei, sondern dienen lediglich zur Absicherung der Pharmaindustrie, falls unter Nutzung des Medikaments etwas schief geht. Hersteller von Pharmaprodukten verweisen in solchen Fällen auf durchgeführte Tierstudien, in denen keine Nebenwirkungen auftraten.

Tierversuche - Eine unwissenschaftliche Methode

Wer glaubt, Tierversuche würden durchgeführt, um neue Therapien für kranke Menschen zu entwickeln, irrt sich. "Tierexperimentelle Projekte, speziell in der Grundlagenforschung, haben nicht einmal vorgeblich einen Nutzen für die Medizin", wissen die Ärzte gegen Tierversuche. Experimente an Lebewesen stellen nicht nur eine grausame und deshalb unethische, sondern auch eine unwissenschaftliche Methode dar, die in einer modernen Medizin und Wissenschaft des 21. Jahrhunderts keinen Platz findet. "Es dürfen keine Steuergelder in falsche Richtungen fließen", so die Aussagen der Bürger. "Keine Quälerei von wehrlosen Lebewesen für den Profit." Und: "Nein zum Bau des Versuchslabors des Max-Delbrück-Centrums."

Quellen: Ärzte gegen Tierversuche, Peta Deutschland

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