Jeder kommt irgendwann einmal an den Punkt, an dem er sich fragt, wie er sich optimal auf eine Prüfung vorbereiten kann. Man ist mit seinen bisherigen Methoden nicht zufrieden und sucht nach neuen. Auf der Suche danach geht natürlich schon wichtige Zeit für die Prüfungsvorbereitung verloren und ehe man sich versieht, steht die Prüfung vor der Tür und die Vorbereitung war wieder so wie immer. Deswegen jetzt und hier die wichtigsten Tipps für eine gute Prüfungsvorbereitung.
Die Vorbereitung auf die Vorbereitung
Als erstes solltet ihr für das richtige Umfeld sorgen. Der Schreibtisch sollte ordentlich sein und nur die Dinge bereitstehen, die auch wirklich zur Prüfungsvorbereitung gebraucht werden. Legt keinen Schnick und auch keinen Schnack auf den Schreibtisch, das lenkt nur ab von der eigentlichen Arbeit. Viel besser ist, wenn ihr wirklich alle Materialien auf den Tisch habt, die ihr für eure Vorbereitung braucht.
Ihr schreibt eine Physikklausur? Dann sollten der Physikhefter, die Physikbücher, der Taschenrechner, leeres Papier, Stifte und eventuell auch eure Formelsammlung auf dem Schreibtisch liegen, nicht mehr! Wenn ihr wegen jedem Buch, in dem ihr etwas nachschlagen möchtet, erst mal eine halbe Weltreise durch die Wohnung machen müsst, verschwendet ihr Zeit, die euch dann zur Vorbereitung fehlt.
Wenn ihr alle Materialien auf dem Tisch habt, sorgt noch für genügend Flüssigkeit. Trinken ist wichtig, und wer zu wenig trinkt, der kann sich irgendwann nicht mehr auf den Lernstoff konzentrieren.
Ablenkungen ausschalten
Bevor ihr nun aber mit dem Lernen beginnt, solltet ihr noch alle Dinge ausschalten, die euch in eurer Lernphase ablenken können. Stellt das Telefon ab, macht das Handy aus, Fernsehen und Radio sollten auch nicht mehr in Betrieb sein und wenn es geht, dann stellt auch die Klingel ab. Um das auch wirklich ohne schlechtes Gewissen machen zu können, solltet ihr Lernzeiten festlegen, die ihr auch den anderen mitteilt, dann wissen diese auch, dass ihr nicht erreichbar seid.
Schaut euch eure Leistungsphasen an
Es ist klar, dass es einige Zeit dauert, bis ihr eure Leistungshoch- und Tiefpunkte einschätzen könnt, aber wenn ihr diese kennt, könnt ihr euer Lernen viel besser steuern. Lernen solltet ihr immer, wenn ihr ein Leistungshoch habt, ihr solltet eure Lernzeit also in ein solches Hoch legen. Das ist nicht immer möglich, aber probiert es selbst, ihr werdet sehen, dass euch das Lernen in solchen Phasen viel leichter fällt.
Abwechslung
Wenn ihr für mehrere Fächer an einem Tag lernt, sorgt bitte für Abwechslung. Wer an einem Tag für Mathe, Physik und Deutsch lernen muss, der sollte nicht Mathe und Physik nacheinander machen, sondern zwischen Mathe und Physik den Lernstoff für Deutsch schieben. Das Gehirn ist ziemlich schnell gelangweilt und will Abwechslung. Bietet ihm diese Abwechslung, dann könnt ihr auch viel besser lernen.
Strukturierung des Lernstoffes
Ihr solltet euren Lernstoff so aufbereiten, wie ihr ihn braucht. Jeder lernt anders, der eine ist der visuelle Typ, der andere muss es hören, wieder ein anderer muss es aufschreiben. Was für euch optimal ist, müsst ihr natürlich selber herausfinden, wichtig ist aber, dass ihr euren Lernstoff dann auch so aufbereitet. Lehrbücher liefern meist nur die Fakten, diese müsst ihr euch nun entweder in ein Mind Map übernehmen oder Bildern zuordnen, euch auf Kassette aufnehmen oder, oder, oder. Eben genau so, wie ihr es braucht.
Ein Mind Map ist übrigens eine Methode, bei der ihr Wissen und Informationen, die ihr zu einen bestimmten Thema schon im Gehirn gespeichert habt, in eine Struktur bringt. Das hilft euch dabei, Gedanken, Wissen und Informationen in eine kompakte Übersicht zu bekommen und diese dadurch für euch greifbar und nutzbar zu machen.
Übrigens sind Mind Maps keine neue Methode, sie wurden bereits im Mittelalter genutzt, um Gedanken auf kreative Art und Weise zu sortieren. Es ist also eine Methode, die schon eine lange Geschichte hat und sich bis heute als effektives Werkzeug bewährt hat.
Auf Pausen achten
Wer lernt, sollte auf seine Pausen achten. Lässt die Konzentration nach, sollte man sich nicht zwingen, weiter zu lernen. Macht etwas anderes zur Entspannung, geht eine rauchen, fahrt eine Runde Rad an der frischen Luft, esst etwas oder macht etwas, was euer Gehirn entspannen lässt. Lasst die Pause aber auch nicht zu lang werden, es ist immerhin eure Lernzeit, die ihr da verbraucht.
Ihr solltet aber auch darauf achten, dass die gesamte Lernzeit nicht zu lang wird. Fünf Stunden am Tag sind eindeutig zu viel. Sorgt dafür, dass eurer Zimmer immer ausreichend gelüftet ist. Sauerstoff ist wichtig für das Gehirn und nötig zum Lernen.
Und zum Schluss ...
Damit ihr euch wirklich gut auf eure Prüfung vorbereiten könnt, müsst ihr lernen, wie ihr funktioniert. Ihr müsst herausfinden, was ihr für ein Lerntyp seid, ihr solltet wissen, wann ihr eure besten Phasen am Tag habt und ihr solltet wissen, ob ihr nur unter Stress lernen könnt oder ob ihr Entspannung braucht.
Um zu erfahren, welcher Lerntyp ihr seid, gibt es verschiedene Tests. Einen guten Test findet ihr im Buch „Das große Buch der Lerntechniken“, das im Compactverlag erschienen ist (ISBN 978-3-8174-7308-3). Da dieses Buch auch noch sehr viel mehr enthält als nur diesen Test, ist es lohnenswert, sich dieses Buch zu kaufen. Es gibt euch viele Tipps zum richtigen Lernen und bereitet euch auf eure Prüfungen vor. Da aber auch dieses Buch keine Wunder vollbringt, solltet ihr rechtzeitig anfangen, das Lernen zu lernen. Geht frühzeitig in die Bibliothek und holt euch Bücher, in denen über das Lernen geschrieben wird. Sucht euch Methoden, die euch gefallen und wendet sie an. Lernen ist kompliziert und man kann eine ganze Menge dabei falsch machen, wenn man sich aber zu helfen weiß, macht Lernen sehr viel Spaß.
