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Panjabi ist ein indoarischer Zweig der indoiranischen Untergruppe indogermanischer Sprachen. Es wird inklusive aller Dialekte von etwa 129 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Die Mehrheit ist in Pakistan beheimatet, allerdings hat das Punjabi dort keinen offiziellen Status und wird auch nicht als Schriftsprache verwendet. Die Panjabi-Literatur geht auf das 12. und 13. Jahrhundert zurück und erlebte im 17. Jahrhundert ihren Aufschwung als sie zur Sprache des Sikhismus wurde.
Sprachbesonderheiten des Panjabi – der Sprache der Musik
Die Sikhs kennen keine Mantra, Wiederholung von Versen und dergleichen. Der Guru Nanak hat sie gelehrt, dass „…durch die Wiederholung (von Versen, Worten) und Selbstbeschränkung sich die Menschen erschöpft haben und auch nach der hartnäckigen Ausübung dieser Praktiken haben sie sich nicht von schlechten Gedanken befreien können….“ Eine phonologische Besonderheit von Panjabi ist, dass es sich hierbei um eine Tonsprache handelt. Die betonte Silbe kann in drei bedeutungsunterscheidenden Tönen – dem gleichbleibenden Normalton, dem fallend-steigenden Tiefton und dem steigend-fallenden Hochton gesprochen werden. Sprachhistorisch gehen die Töne auf den Einfluss eines (in der Schrift immer noch vorhandenen) aspirierten Konsonanten oder eines h-Lautes zurück. Panjabi kann in verschiedenen, des Landes üblichen Sprachen, geschrieben werden und ist nicht leicht zu übersetzen, geschweige denn die, eigens für den Granth Sahib erfundene, Sprache der Gurmukhi-Schrift.
Guru Grant Sahib (GGS)
Der Guru Grant Sahib (auch ADI GRANTH-Ur-Buch) ist die heilige Schrift der Sikhs. Es wird als lebendiger Guru angesehen. Die Sprachforscher meinen, dass Guru Nanak und seine drei Nachfolger die Verse des Guru Granth Sahib niederschrieben und dem jeweils nachkommenden Guru weitergaben. Der Fünfte (Guru Arjan Dev) hat sie dann schließlich zu dem heute als Kopie des Originals geltendem „Katapuri Birr“ vereinigt (befindet sich in Privatbesitz). Die Verse (Gurbani) wurden in poetischer und bildhafter Sprache verfasst. Die Besonderheit des in Gurmukhi-Schrift geschriebenen Guru Granth Sahib sind die nach RAG (Toneinheiten) zusammengesetzten Verse, die die Schönheit von Poesie und Musik vereinen.
Prof. Sahib Singh (1892-1977; Grammatiker, Autor, Wissenschaftler und Theologe) ist eine Interpretation des GGS gelungen, allerdings musste er dafür die einzelnen Wörter erklären sowie ihre Aussprache und den Vers einschließlich aller Metaphern im Gesamtzusammenhang des Guru Granth Sahib erläutern.Eine der Problematiken besteht darin, dass in dem ursprünglichen, handgeschriebenen Guru Granth Sahib es nicht üblich war, Worte durch Freizeichen zu trennen. So wurde in einem abgeschlossenen Vers der Hinweis auf eine Pause in dem Satz zuvor durch den zentralen Gedanken des Gurus wiedergegeben.So kann man erahnen, wie es zu vielen Fehlinterpretationen des Guru Granth Sahib gekommen ist besonders in der englischen Übersetzung.Natürlich kommt es auch immer wieder unter den Sikhs zu Fehldeutungen der Texte, denen wiederum fragwürdige Religionsauffassungen folgen.Aber das alles kennen wir ja auch aus anderen religiösen Werken, wie zum Beispiel der Bibel, sei es durch Unwissen oder dem Streben nach persönlichen oder politischen Vorteilen.
Fehldeutungen des GGS
Einige der Fehldeutungen:
· Glaube an 84Mio Lebensformen
· an das böse Zeitalter
· an das vorgeschriebene Schicksal
Um es anhand eines Beispiels etwas zu präzisieren: das Nachtgebet „Sohila“ ist ein Gebet über den Tod. Leider hat sich bereits die Tradition etabliert, es sei der körperliche Tod gemeint. Ursprünglich aber dient dieses Gebet dem seelischen Tod, der jeden Menschen täglich ereilt, der die göttliche Tugend nicht lebt… in diesem Sinne…
Abschießend noch ein illustriertes Panjabi-Alphabet und der Hinweis, dass die Sikh-Religion und die damit zusammenhängenden Riten ganz besonders interessant sind.
Wirklich SEHR empfehlenswert!!!
