
- Trichopodus trichopterus, Wildform aus Thailand - Gerhard Ott
Der Punktierte Fadenfisch (Trichopodus trichopterus) wurde schon 1770 von dem Naturforscher Peter Simon Pallas im achten Band seiner Spicilegia Zoologica beschrieben. Er ist im tropischen Asien im Flusssystem des Mekongflusses von der chinesischen Provinz Yünnan über Thailand, Laos, Kambodscha bis nach Vietnam heimisch. Inzwischen findet man ihn fast überall in Südostasien. Aus Indien stammt der Name Gurami (auch Gourami). Diese Bezeichnung ist allerdings unspezifisch für eine ganze Gruppe von großen und kleinen Fadenfischen.
Blaue Fadenfische im Aquarium pflegen
Der blaue Gurami wird etwa zwölf, dreizehn Zentimeter lang. Entsprechend der Größe erwachsener Fische sollte das Aquarium mindestens 80 × 30 × 30, besser 100 × 40 × 40 cm messen oder größer sein. Der Blaue wirkt ein bisschen wie ein Zeppelin, der im Aquarium schwimmt. Die Brustflossen sind zu langen Fäden ausgebildet. Damit tasten und schmecken die Fische.
Guramis leben vorwiegend im oberen Drittel des Wassers. Alle Fadenfische gehören zu den Labyrinthfischen. Sie atmen atmosphärische Luft über ein spezielles Organ und nicht über Kiemen, wie die meisten Fische.
Der punktierte Fadenfisch ist ein Wärme liebender Aquarienfisch. Die Wassertemperatur sollte zwischen 14 und 28 °C liegen. An die Wasserwerte stellt er keine besonderen Ansprüche. Er kommt mit einem breiten Spektrum an Härte- und Säuregraden zurecht.
Die Ernährung ist leicht. Fadenfische fressen so ziemlich jedes Futter, welches sie bewältigen können. Zur Pflege ist handelsübliches Fischfutter für Aquarienfische geeignet. Für gesunde Zuchttiere empfiehlt sich auch Lebendfutter wie weiße oder schwarze Mückenlarven zu reichen.
Grundsätzlich sind Fadenfische friedliche Fische. In der Zeit der Fortpflanzung bilden die Männchen Reviere. Dann kommt es auch zu Rangeleien, bei denen die Fetzen fliegen können. Dann kommen auch Flossenverletzungen vor. Die Rückenflosse der Männchen läuft spitz zu, die der Weibchen ist abgerundet. Ein dicht bepflanztes Aquarium mit Verstecken sichert die artgerechte Pflege.
Schaumnest für den Nachwuchs
Das Männchen baut ein Nest aus Schaumblasen an der Wasseroberfläche. Junge Kerle machen das noch liederlich, erfahrene Männchen gründlicher. Das laichreife Weibchen wird durch imponierendes Flossenspreizen vom Männchen unter das Schaumnest gelockt. Dort paaren sich die Fische durch Umschlingungen. Die Eier sind leichter als Wasser. Deshalb treiben sie nach oben an die Wasseroberfläche in das Schaumnest. Auf dem Weg dorthin durchqueren sie eine Wolke von Spermien, die das Männchen abgegeben hat, und werden befruchtet.
Nach der Paarung entfernen erfahrene Züchter das Weibchen, denn es wird vom Männchen vertrieben. Das Männchen kümmert sich allein um die Eier. Der Schaum des Nestes hat antibakterielle Eigenschaften, was die Eier schützt. Wenn die ersten Larven schlüpfen, spuckt Papa Fadenfisch sie immer wieder in das Schaumnest. Mit dem Freischwimmen der Jungfische erlischt der Instinkt zur Brutpflege.
Zuchtformen des Punktierten Fadenfisches
Vom Punktierten Fadenfisch gibt es mehrere Farbformen und Züchtungen. Schon in der Natur sind die Farben variabel. Es mehr mehr rötlich-braune und eher bläulich-silbrige Varianten. Je nachdem, wo man sie fängt. „Cosby“, „Marmor“ oder „Gold“ sind Namen für Zuchtformen. Auch eine albinotische Form mit den typischen roten Augen gibt es. Sie alle sind in der Obhut des Menschen durch Zuchtauslese entstanden. Diese gibt es in der Natur nicht.
Die Fischkundler (Ichthyologen) nennen sie alle mit zoologischem Namen heute korrekt Trichopodus trichopterus (Pallas, 1770). (Früher wurden sie als Mitglieder der Gattung Trichogaster betrachtet.) Eine blaue Form soll 1933 aus Sumatra eingeführt worden sein. Für sie geistert seit 1934 der Name Trichopodus (früher Trichogaster) trichopterus sumatranus durch die aquaristische Literatur.
