Qualifikation für die EM 2012 - Deutschland gegen die Türkei

Aufgrund der Regelung, dass sich nur die Gruppensieger sicher für die EM-Endrunde 2012 qualifizieren, hatte das Spiel schon Final-Charakter.

Am 8. Oktober 2010 kam es bei der Qualifikation für die Europameisterschaft in der Gruppe A zu dem Spitzenspiel und gleichzeitig schon zu einer vielleicht vorentscheidenden Partie zwischen Deutschland und der Türkei. Beide gingen mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen in dieses Spiel und da sich nur der Gruppensieger direkt für die Endrunde qualifiziert, kann für die beiden Favoriten jede Niederlage das Aus bedeuten.

Im Berliner Olympiastadion ein Heimspiel für die Türkei

Mehr als die Hälfte der Fans im Berliner Olympiastadion waren türkischer Herkunft, was fast ein Heimspiel für die Türkei bedeutete, gleichzeitig aber auch für eine sicher sehr stimmungsvolle Atmosphäre sorgte. Dabei traten die Teams in folgender Besetzung auf.

Deutschland:

Neuer

Westermann

Badstuber

Mertesacker

Lahm

Khedira

Özil

Podolski

Kroos

Müller

Klose

Türkei:

Volkan

Sabri

Servet

Ömer

Gökhan

Sahin

Mehmet Aurelio

Emre

Hamit Altintop

Özer

Halil Altintop

Anfangsphase geprägt von gegenseitigem Respekt

Nicht nur die Spannung der Qualifikation selber, sondern viel mehr das deutsch-türkische Duell, das immer für sehr viel Leidenschaft spricht, ließ jeden auf einen tollen Fußballabend hoffen. Besonders die beiden Deutsch-Türken Özil im deutschen und Sahin im türkischen Team standen im Mittelpunkt des Interesses. Özil musste sich dabei von Anfang der Hymne bis weit ins Spiel hinein die Pfiffe der türkischen Fans gefallen lassen. Sehr viel Respekt beider Mannschaften bestimmte von Beginn an die Partie. Deutschland hatte mehr vom Spiel, störte früh, musste aber immer auch auf die schnellen Konter der Türkei aufpassen. Torchancen waren allerdings, bedingt auch durch die Angst beider, einen Fehler zu machen, eher Mangelware.

Viele Unterbrechungen und ein Tor vor der Halbzeit

Trotz der hohen Brisanz war es ein sehr faires Spiel. Nach 20 Minuten wurde bei der Türkei der erste Wechsel fällig. Mehmet Aurelio verletzte sich, allerdings ohne gegnerische Beteiligung und musste das Spiel verlassen. Eine weitere Unterbrechung erfolgte nach einem Zusammenstoß von Manuel Neuer und Servet im Strafraum, dem eine längere Behandlung des Türken folgte. Vor allem diese beiden Pausen sorgten für eine rekordverdächtige Nachspielzeit der ersten Hälfte von 5 Minuten.

Noch vor der Pause nutzte Müller eine schöne Hereingabe in den Strafraum für einen Kopfball, der erst nur die Latte traf, dadurch aber bei Klose landete, der dann keine Mühe hatte, aus einem Meter zum insgesamt doch verdienten 1:0 für Deutschland kurz vor der Halbzeit einzuköpfen.

Mesut Özil wächst über sich hinaus

In der zweiten Halbzeit hatten anfangs die Türken etwas mehr vom Spiel und eine hundertprozentige Torchance durch Halil Altintop, der aber an seinem früheren Teamkollegen bei Schalke 04 Manuel Neuer scheiterte. Danach bekamen die Deutschen das Spiel wieder besser in Griff. Vor allem Mesut Özil schaffte es von Minute zu Minute mehr, sich von den unfairen Pfiffen nicht beeindrucken zu lassen und bot eine überragende Leistung, die er in der 78. Minute mit einem tollen Schuß zum 2:0 krönte.

Drei Minuten vor dem Ende fiel dann das 3:0 durch Miroslav Klose nach einem Torwartfehler von Volkan, der dem Deutschen den Ball völlig unbedrängt genau vor die Füße legte. Nach dieser endgültigen Vorentscheidung wechselte Bundestrainer Löw dann die beiden Torschützen Özil und Klose aus, die sich so vom Publikum den verdienten Applaus abholen durften. Für die beiden durften dann noch Marin und Cacao aufs Spielfeld, auf dem aufgrund der hohen Führung aber nicht mehr viel passierte.

Ein verdienter Sieg führte also dazu, dass Deutschland auch gegen den wahrscheinlich stärksten Gruppengegner die Oberhand behielt und mit neun Punkten aus drei Spielen unangefochten an der Tabellenspitze stand, die wichtig ist für die sichere Qualifikation für die Europameisterschaft 2012.

Michael Schneider - Michael Schneider ist am 25. Juli 1975 geboren und seit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann in der Welt der Finanzdienstleistungen als ...

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