Für einen (potentiellen) Arbeitgeber ist die Qualifikation seiner Mitarbeiter maßgeblich. Aber auch der Arbeitnehmer strebt häufig nach Erweiterung seines Horizonts. Wer am Puls der Zeit bleiben oder die Karriereleiter hochsteigen möchte, dem können Fortbildungen hilfreich sein.
Welchen Nutzen haben Qualifizierungen und Weiterbildungen?
Häufig wird von "Anpassungs-"Fortbildung oder "Aufstiegs"-Weiterbildung gesprochen. Diese Begriffe zeigen, wofür die Inhalte nützlich sind.
Kenntnisse und Fertigkeiten können im Laufe der Zeit veralten. In bestimmten Brachen, etwa der IT, geht das so schnell, dass regelmäßige (Anpassungs-)Fortbildungen notwendig werden. Vor allem wenn man nach einer längeren Erwerbspause wieder in den Beruf einsteigen möchte, ist es sinnvoll, veraltetes Wissen wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Einem Arbeitgeber ist nicht nur die Qualifikation an sich wichtig, sondern vor allem, dass diese dem aktuellen Standard entspricht. Eine Bürokauffrau etwa könnte nach zweijähriger Kindererziehungszeit einen EDV-Kurs belegen, um die Kenntnisse aufzufrischen, oder einen in Controlling, wenn man mit der Materie noch nichts zu tun hatte, diese aber im künftigen Arbeitsbereich gefragt sein wird.
Eine Aufstiegsweiterbildung dient denen, die höherwertigere Tätigkeiten anstreben. Am bekanntesten ist hier wahrscheinlich die Fortbildung zum Meister. Aber es gibt auch Weiterbildungen zum Fachwirt oder Techniker. Zu jedem Beruf gibt es mindestens eine Aufstiegsfortbildung. Und diese kann nicht nur dazu führen, dass man eine Tätigkeit mit mehr Verantwortung, Mitarbeiterführung und damit verbunden mehr Gehalt bekommt. Die Arbeit an sich kann sich auch verändern. Beispiel Verkäuferin: Tätigkeit im Verkaufsbereich, meist stehend, Arbeitszeiten am Wochenende. Durch eine Weiterbildung zur Handelsbetriebswirtin und eine entsprechende Anstellung verlagert sich der Arbeitsbereich ins Büro, etwa in den Einkauf, die Tätigkeit wird überwiegend sitzend, die Arbeitzeiten liegen meist unter der Woche.
Wo gibt es Informationen über Fortbildungsmöglichkeiten?
Die Informationsmöglichkeiten sind vielfältig. Ein erster Einstieg könnte über das Berufenet erfolgen. Ausgehend vom erlernten Ausbildungsberuf kann man über den Pfad "Tätigkeit" – "Weiterbildung" entsprechende Anpassungsqualifizierungen und Aufstiegsfortbildungen finden. Hat man eine interessante Weiterbildungsmöglichkeit gefunden, kann ein dazu passendes Seminar im Kursnet gesucht werden. Durch Anklicken der entsprechenden links im Berufenet, wird man direkt zu den Angeboten weitergeleitet.
Wer sich nicht gerne im Internet informiert könnte bei der Agentur für Arbeit oder der für den Beruf zuständigen Kammer Unterstützung finden. Des Weiteren gibt es regional verschiedene Kontaktstellen, die sich mit beruflicher Weiterbildung befinden.
Gibt es Möglichkeiten finanzieller Unterstützung?
Ist man arbeitslos gemeldet, könnte die Agentur für Arbeit die erste Anlaufstelle sein. Gibt es vom Arbeitsvermittler einen so genannten "Bildungsgutschein", kann sich der Weiterbildungswillige nach einem passenden Lehrgang umsehen, der zertifiziert und somit für die Förderung zugelassen sein muss. Wird der Gutschein eingelöst, erhält man die Seminarkosten sowie eventuell auch Fahrgeld von der Arbeitsagentur.
Bildungsgutscheine gibt es allerdings nur für Anpassungsqualifizierungen. Für die Aufstiegsfortbildungen gibt es das umgangssprachlich so genannte "Meister-BaföG", nicht nur für die Meister-Fortbildung, sondern für jegliche beruflichen Aufstiegsweiterbildungen. Zuständig ist hier die BaföG-Stelle, die sich häufig bei den Landratsämtern befindet. Hier gibt es Auskünfte, ob und zu welchen Bedingungen man Meister-BaföG bekommen kann. Im Gegensatz zum Bildungsgutschein, über den die Seminarkosten voll von der Agentur für Arbeit übernommen werden, muss Meister-BaföG (anteilig) zurückgezahlt werden.
