Queen Victoria von England - die Grossmutter Europas

Tor Buckingham Palace - Alexander Hauk / pixelio.de
Tor Buckingham Palace - Alexander Hauk / pixelio.de
Das viktorianische Zeitalter ist den meisten Menschen ein Begriff. Doch nur wenige wissen, wer die imposante Persönlichkeit hinter dieser Bezeichnung ist.

Der Beginn des 19. Jahrhunderts war für die britische Monarchie keine leichte Zeit. Das Fehlen legitimer Nachkommen und unvorhergesehene Thronfolgen belasteten das Königshaus, wie etwa die Krönung des ungeliebten Wilhelm IV. im Jahre 1830, der nur durch den Tod seiner Brüder den Herrschertitel bekam. Dessen zwei Töchter verstarben früh, und so erbte 1837 im Alter von nur 18 Jahren seine bis dato unbeachtete Nichte die Krone - Prinzessin Alexandrina Victoria of Kent.

Das viktorianische Zeitalter

Victoria schien bis in ihre Jugend nicht als potentielle Thronfolgerin auf. Demnach wurde sie auch nicht als solche erzogen und ausgebildet. Nach ihrem unverhofften Erbe war sie deshalb lange und intensiv auf einen Beraterstab angewiesen. Viele Briten waren lange Zeit vom Scheitern der unerfahrenen Monarchin überzeugt. Doch Victoria regierte Grossbritannien 63 Jahre und 7 Monate lang, länger als jeder britische Monarch vor ihr, und strafte ihre Kritiker dadurch Lügen. Durch diese außergewöhnlich lange Regentschaft, die sich über einen Zeitraum wichtiger Entwicklungen in England erstreckte, prägte ihre Herrschaft das viktorianische Zeitalter, welcher Begriff heutzutage beinahe ein Gütesiegel für die "gute, alte Zeit" darstellt.

Regentin der Superlative

Queen Victoria konnte während ihrer Herrschaft mit einigen Rekorden aufwarten. Neben der Regentschaft über drei Generationen, die bis heute nur von der amtierenden Queen Elisabeth II. übertroffen wird, trug sie als erste Monarchin und als zweiter Mensch überhaupt den Titel Kaiserin von Indien. Britisch-Indien zählte damals zur Hauptstütze des britischen Weltreiches und umfasste das heutige Indien, Pakistan, Bangladesh und Myanmar.

Sie war außerdem pro forma Herrscherin über mehr als ein Fünftel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung. Während ihrer Regierungszeit erlebte Großbritannien eine beispiellose wirtschaftliche Blütezeit und das Empire stand auf dem Höhepunkt seiner Macht. Victoria war es auch, die den Regierungssitz erstmalig in den Buckingham Palace verlegte, wo er sich auch heute noch befindet.

Sie schenkte neun Kindern das Leben. Bei einigen ihrer Geburten ließ sie sich das damals noch sehr umstrittene Mittel Chloroform gegen den Wehenschmerz verabreichen. Durch ihr Vorbild verbreitete sich in England anschließend die Anästhesie in der Geburtshilfe. Nicht zuletzt zu erwähnen sind die sieben Attentate, die auf die Königin verübt wurden, und die sie alle unverletzt überstand.

Friedensliebe und persönliche Katastrophe

Victoria zeichnete sich durch ein Merkmal aus, das nur wenige Herrscher vor ihr aufwiesen. Sie bevorzugte den Frieden. Krieg als Mittel der Politik war ihr zuwider, und wo sie ihn nicht verhindern konnte, drängte sie auf eine rasche Lösung. Dieses Bestreben ließ sie sogar zu ziemlich ungewöhnlichen Mitteln greifen. So sah sie es als ein Instrument der Friedenssicherung an, ihre neun Kinder auf so viele europäische Throne wie nur möglich zu verfrachten und dadurch Einfluss zu nehmen. Daraus entstand alsbald der Beinamen Grossmutter Europas, und auch heute noch zählen etliche Monarchen von Norwegen bis Spanien zu Victorias Nachkommen.

Mit neunzehn Jahren heiratete Victoria ihren Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, und obwohl es eine arrangierte Ehe war, verlief sie glücklich und liebevoll. Bis es 1861 zur Tragödie kam und Albert im Alter von nur 42 Jahren verstarb. Für Victoria war der Schlag unüberwindbar. Sie ging keine weitere Verbindung mehr ein und trug bis an ihr Lebensende Witwentracht. Die Königin zog sich in den folgenden vierzig Jahren beinahe komplett aus der Öffentlichkeit zurück, was ihr die herbe Kritik des britischen Volkes einbrachte. Ihre Popularität sank, doch letztendlich arrangierten sich ihre Untertanen und nahmen ihre Regentin nur noch als eine schwarzgewandete Einsiedlerin wahr, die jedoch ehrfurchtgebietend über ein weltumspannendes Reich herrschte. Victoria starb schließlich 1901 im Alter von zweiundachzig Jahren. Auf den Thron folgte ihr ihr ältester Sohn Prinz Edward VII., der Urgroßvater der heutigen Queen Elisabeth II.

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Quellenangabe: Biografie Queen Victoria

Simone Siegler - Ich befasse mich gerne mit der Geschichte Europas, allem voran mit der englischen und schottischen Vergangenheit, der britischen ...

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