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Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds"

Der Kult-Regisseur hat Berlin als Drehort entdeckt

Brad Pitt am Set von Inglourious Basterds - Babelsberger Filmstudios
Brad Pitt am Set von Inglourious Basterds - Babelsberger Filmstudios
Mit Spannung wird die Premiere des in Deutschland gedrehten Weltkriegsepos erwartet, dessen Dreharbeiten internationale Stars wie Brad Pitt in die Hauptstadt führte.

Die wachsende Bedeutung der Filmregion Berlin-Babelsberg zeigt sich nicht zuletzt an den zahlreichen internationalen Produktionen, die dort im letzten Jahr gedreht wurden. Neben Brian Singer und Roman Polanski zog es auch Quentin Tarantino nach Berlin und Brandenburg. Hier hat der Meister der populären Filmkultur sein mit Spannung erwartetes Weltkriegsepos „Inglourious Basterds“ gedreht.

Der Plot des Filmes „Inglourious Basterds“

Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) muss im besetzten Frankreich die Hinrichtung ihrer Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) miterleben. In letzter Sekunde kann sie entkommen und nach Paris fliehen. Hier betreibt sie fortan das Kino „Le Gamaar“ – und plant einen Vergeltungsschlag gegen die Mörder ihrer Familie. Zur gleichen Zeit stellt Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) eine Gruppe jüdisch-amerikanischer Soldaten zusammen, mit denen er Nazis jagen will. Seine Truppe wird „The Basterds“ genannt – und sie plant eine „Operation Kino“, die im „Le Gamaar“ stattfinden soll …

Brad Pitt, Mike Myers, Diana Kruger, Daniel Brühl – Ein internationales Staraufgebot

In Quentin Tarantinos neuem Film sind zahlreiche internationale und deutsche Stars zu sehen. Neben Hauptdarsteller Brad Pitt standen Mike Myers, Cloris Leachman und Eli Roth vor der Kamera, aber nicht zuletzt dank des Drehorts – und des Weltkriegssujets – sind einige deutsche Schauspieler an dem Film beteiligt. Hierzu gehören Christian Berkel, Til Schweiger, Christoph Waltz sowie Daniel Brühl und Diana Kruger.

Die Dreharbeiten in Berlin

„Inglourious Basterds“ wurde fast vollständig in den Babelsberger Filmstudios gedreht und von Studio Babelsberg als alleinige ausführende Produktionsfirma umgesetzt. Deshalb erhielt der Film auch finanzielle Unterstützung vom Deutschen Filmförderfonds und unter anderem von dem Medienboard Berlin-Brandenburg.

Die Dreharbeiten zeugten von einer auffälligen Diskrepanz zwischen privater Offenheit und beruflicher Geheimhaltung. Während die Zeitungen darüber berichteten, in welcher Kneipe Quentin Tarantino einen trinken geht und was Brad Pitt mit seiner Frau Angelina unternimmt, wurden die Dreharbeiten streng abgeschirmt. Bei einem Außendreh in Spandau wurden Paparazzi vertrieben und überall herrschte große Geheimhaltung. Im Gegensatz dazu stört es den Kultregisseur weniger, dass das Drehbuch schon seit Wochen im Netz kursierte. Einzig bei der filmischen Umsetzung wollte er sich nicht auf die Finger schauen lassen.

Die Ästhetik und der Stil von „Inglourious Basterds“

In „Inglourious Basterds“ arbeitet Quentin Tarantino wieder mit seinem bewährten Team zusammen. Für den Schnitt war Sally Menke verantwortlich, für die Kamera Bob Richardson. Auch der Produktionsdesigner Bab Wasco hat mit Tarantino unter anderem schon bei „Pulp Fiction“ zusammengearbeitet und das berühmte Lokal „Jack Rabbit’s Slim“ gebaut. Wasco war besonders über die Entscheidung erfreut, nahezu den kompletten Film in einem Studio zu drehen. Hier konnte er für die detailgetreuen Nachbauten sorgen und den von ihm als „tarantinoesk“ bezeichneten Stil umsetzen. Dazu gehören mit neuer Bedeutung aufgeladene Details ebenso wie die Kombinationen verschiedener architektonischer Elemente in dem Bau des französischen Kinos.

Tarantino und der Zweite Weltkrieg?

Auf den ersten Blick erscheint es erstaunlich, dass ausgerechnet der Meister der amerikanischen Popkultur einen Film über den Widerstand gegen die Nationalsozialisten dreht. Doch bei einer genaueren Betrachtung seines bisherigen Werkes zeigt sich vor allem eine Konstante. Von „Pulp Fiction“ bis „Kill Bill“ hat Tarantino einen Film in einem bestimmten Genre gedreht, um dessen Grenzen durch die Vermischung verschiedener Sujets zu verschieben. Auch bei „Inglourious Basterds“ ist daher zu erwarten, dass er verschiedene Genres unter dem speziellen Tarantino-Blickwinkel zusammenfasst und damit innerhalb des Genres Kriegs- bzw. Geschichtsfilm neue Regeln aufstellt. Schon der Plot des Films eröffnet viel Raum für die Elemente eines Tarantinofilms. Zum Beispiel bietet der Handlungsort des Kinos Platz für Anspielungen auf die Populärkultur und die Anschlags- und Mordszenen können blutig, aber auch ästhetisch gestaltet werden.

Weltpremiere in Cannes und Starttermin in Deutschland

Beim Filmfestival in Cannes wird „Inglourious Basterds“ seine Weltpremiere feiern. In Deutschland wird der Film erst am 20.August 2009 anlaufen. Bis dahin müssen sich alle Tarantino-Fans noch gedulden, ehe sie einen Blick auf den neusten Streich des Meisters werfen können.

Sonja Hartl - Als freie Kritikerin, Autorin und Redakteurin lese, arbeite und lebe ich in Bonn.

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