
- Gerald Ciolek - Team Milram
Die Saison 2009 hat das Team Milram weit hinter den Erwartungen beendet. Lediglich neun Siege fuhr das deutsche Team in der Radsportsaison ein. In der Weltrangliste landete Milram lediglich auf Rang 18. Die Erwartungen auf die Saison 2010 sind deshalb umso höher bei den Norddeutschen. Das vom Milchlieferanten Nordmilch gesponsorte Team will wieder in die Weltspitze fahren. 25 Siege sollen die Fahrer mindestens einfahren. Dafür hat der Rennstall insgesamt 250 Renntage geplant. Besonders die beiden Kapitäne sollen vorweg gehen.
Das Milram-Team 2010
24 Fahrer hat Milram für die Saison 2010 unter Vertrag genommen. Insgesamt sechszehn Fahrer sind dabei aus Deutschland. Die größten Hoffnungen ruhen dabei auf den beiden Kapitänen. Bei Rundfahrten soll Linus Gerdemann Erfolge feiern und in der Gesamtwertung weit nach vorne fahren. Bei Sprintankünften ist Gerald Ciolek die Sturmspitze. Damit es 2010 besser läuft als in der Vorsaison wurden fünf neue Fahrer unter Vertrag genommen. Bahnspezialist Roger Kluge errang bei den Olympischen Spielen in Peking die Silbermedaille. Der Australier Luke Roberts hat bei den Olympischen Spielen 2004 mit dem Bahnvierer Gold gewonnen. Zudem stehen Siege bei der Tour Down Under, Rheinland-Pfalz-Rundfahrt und der Mittelmeer-Rundfahrt auf seinem Konto. Roy Sentjens und Wim de Voch sollen bei Eintagesrennen für Furore sorgen. Der Deutsche U23-Meister Dominik Nerz wurde vom Milram Nachwuchsteam zu den Profis hochgezogen.
Aus dem Kader 2009 kann Milram unter anderem weiter auf Robert Förster, Markus Fothen, Thomas Fothen, Servais Knaven, Christian Knees, Fabian Wegmann und Peter Wrolich bauen. Die Fahrer konnten schon in der Vergangenheit immer Siege einfahren. Mit ihrer Erfahrung sind sie zudem wichtige Stützen für ihre Kapitäne und die jungen Fahrer bei Milram.
Rundfahrer Linus Gerdemann
Der 27-jährige Gerdemann ist bereits seit 2009 für Milram unterwegs. Zuvor fuhr der Allrounder schon für CSC und T-Mobile/Team Columbia. Er gilt als Aushängeschild der neuen Generation deutscher Radfahrer. Er gilt als talentiert und zudem dopingfrei. Gerdemann setzt sich offen für einen sauberen Sport ein. Daneben ist er mit guten Anlagen versehen. Schon 2005 entschied er eine Etappe bei der Tour de Suisse für sich. 2007 triumphierte er auf einer Tour de France-Etappe, um dann 2008 den endgültigen Durchbruch zu schaffen. In dem Jahr entschied er drei Rennen für sich, unter anderem die Deutschland Tour.
2009, in seinem Premierenjahr für Milram, startete er gut in die Saison. Nach Platz sieben bei der italienischen Fernfahrt Tirreno-Adriatico entschied er die Bayern-Rundfahrt für sich. Gerdemann schien zur Tour de France in Topform zu sein. Doch dort konnte er seine Leistung nicht mehr abrufen und kam in Paris nur als 24. ins Ziel.
2010 soll sich Gerdemann wieder bei kleineren Rundfahrten in Form fahren, um dann bei der Tour de France in die Top Ten zu gelangen.
Sprinter Gerald Ciolek
Neben André Greipel (Columbia) ist Gerald Ciolek der beste deutsche Sprinter. Er wird als Nachfolger von Erik Zabel betrachtet. Der 23-jährige stand schon bei Wiesenhof-Akud und T-Mobile/Team Columbia unter Vertrag. Für diese Teams gewann der Deutsche Meister von 2005 Etappen bei der Deutschland-Tour, der Niedersachsen- sowie der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt. Zudem fuhr er bei der Tour de France mehrmals auf das Podium. 2009 hatte Ciolek mit Verletzungen zu kämpfen. Trotzdem holte er einen Etappensieg bei der Mallorca Challenge und der Vuelta.
Für 2010 soll sich Ciolek besonders bei den großen Landesrundfahrten präsentieren. Hier hat der junge Sprinter schon einige Male beweisen, dass er mit der Weltelite mithalten kann.
Letzte Saison für Milram?
Besonders die Siege dieses Duos könnten die Zukunft des letzten deutschen Rennstalls in der Pro Tour entscheiden. Ende 2010 will sich Sponsor Nordmilch Gedanken machen, ob er sein Engagement auch im Jahr 2011 fortsetzen wird. Nach Gerüchten vor Beginn der Saison 2010 sieht es danach aus, dass sich Milram mit Ende der Saison 2010 aus dem Rennzirkus zurück ziehen wird. Das wäre bitter für die Fahrer, aber besonders für den deutschen Radsport, der dann in der Weltspitze mit keinem Team mehr vertreten wäre.
Die Saison 2010 ist demnach umso wichtiger für Milram. Aber auch für Gerdemann und Ciolek, die die in sie gesteckten Erwartungen im zweiten Jahr bei Milram bestätigen müssen.
