Radweg an der Algarve in Portugal von Tavira bis Albufeira

Der Radweg führt mitten durch Faro - Judith Weibrecht
Der Radweg führt mitten durch Faro - Judith Weibrecht
Die Radroute Ecovia litoral führt weiter die portugiesische Südküste entlang: Hinter Tavira nach Olhão, Faro und Albufeira immer die Algarve entlang.

Die Ecovia litora, der portugiesische Küstenradweg, beginnt in Vila Real de Santo António und führt im ersten Abschnitt bis Tavira. Ab Tavira führt er weiter die Algarve entlang.

Weiter auf der Ecovia litoral ab Tavira

Hinter Tavira radelt man zunächst auf Feldwegen durch Orangenhaine und Zitrusplantagen, die immer wieder aus dem Sattel locken. Auch durch einen kleinen Bach, der die Strecke überflutet hat, muss man als Radfahrer manchmal schieben. Wohlmeinende Menschen haben bereits Steine bereit gelegt, so dass man ihn trockenen Fußes überwinden kann. Ein Bauernhaus taucht auf und damit, wie so oft, ein kleines in höchsten Tönen kläffendes Hündchen, das Radlern eine Weile folgt. Kläfft einer, folgen weitere im Umkreis. Hier fühlt sich eine Katze gestört und miaut, eine Bäuerin grüßt: „Bom dia!“. Guten Tag! Überall hier haben Radfahrer das Gefühl, sehr willkommen zu sein.

Auch im Naturpark Ria Formosa, auf den die Route unter anderem hier wieder trifft. Auf eigens angelegten befestigten Wegen können Radfahrer, Reiter und Fußgänger das Naturparadies durchqueren. Schautafeln erklären die Besonderheiten des Marschlands, seine Flora und Fauna. Es gibt Störche zuhauf, aber auch Möwen, Löffelreiher, Schnepfen und Austernfischer. In einer der Muschelzuchten kniet ein Mann in blauer Latzhose und erntet. Weit fällt der Blick über das flache Haff und die Salzpfannen. Auf dem Gehweg in Fuzeta verkaufen ältere Herren Tintenfische, die sie einfach in der Hand halten. Und der Herr am Tisch in der Bar trägt stolz seine Taschenkrebse in einer bläulichen Plastiktüte spazieren, als hätte er sie eben selbst gefangen.

Der Radweg an der Algarve führt zu Sardinen in Olhão und Touristen in Albufeira

Leider verlassen einen Ecovia und Beschilderung dann völlig und bis ins weiß gekalkte, nordafrikanisch anmutende Olhão mit seinen kubischen Häusern, weißen Kaminen und Türmchen, der einstigen Sardinenkonservencity, muss man auf der N125 radeln. Nun erreicht man Faro mit seiner hübschen Altstadt, der imposanten Kathedrale Igreja da Sé und ihrem beeindruckenden Stilmix. Eine Fußgängerzone lädt zum Bummeln ein, auf den vorgelagerten Inseln finden sich herrliche Sandstrände. Im altehrwürdigen „Café Aliança“ schräg gegenüber des Yachthafens sind nun eine Pause und ein weiterer Galão fällig. Hier geht es vergleichsweise ruhig zu, und Touristen finden sich nur wenige.

Das Touristenmekka an der Algarve schlechthin ist in Albufeira erreicht. Immer wieder weisen Schilder auf Golfplätze oder Aquaparks mit überdimensioniert wirkenden Wasserrutschen hin. An Hotels herrscht kein Mangel, und man hat erkannt, dass Radfahrer keine exotischen Besucher mit Müsliriegel und Einmannzelt mehr sind, sondern sich auf ökologische Weise fortbewegen, für Land und Leute interessieren und gute Unterkunft und gutes Essen schätzen. So wird man per Fahrrad auch in guten und sehr guten Hotels mit offenen Armen empfangen: Im Hotel Baía Grande direkt an der Ecovia kurz hinter Albufeira erwarten den müden Radwanderer ein Designer-Pool und ein Health Club mit Whirlpool, Sauna, türkischem Bad und Massagen. Müde Radlermuskeln werden wieder auf Vordermann gebracht.

Der dritte Abschnitt der Ecovia litoral führt von Albufeira bis nach Sagres und ans Cabo de Sao VIcente.

Judith Weibrecht, Judith Weibrecht

Judith Weibrecht - Judith Weibrecht wurde in Fürth/Franken geboren. Schon früh sagte man ihr übertriebene Reiselust nach (angeblich von der ...

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