
- Aufsteller im Archiv: Fernandel als Don Camillo - Judith Weibrecht
In Rocole Verdi auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche liegt Giovannino Guareschi (1908 – 1968) begraben. Auch der Schöpfer von „Don Camillo und Peppone“ hat wie Giuseppe Verdi, dem ein eigener Verdi-Radweg gewidmet ist, in Roncole Verdi gelebt. Hier also könnte man per Fahrrad vom "Percorso Verdi" abbiegen und auf den "Percorso Mondo Piccolo" einschwenken, um weitere Eigentümlichkeiten der Kultur der Bassa Parmense zwischen Parma und Po vom Rad aus kennen zu lernen.
Mit dem Fahrrad zu Guareschis "Don Camillo und Peppone"
Im „Club dei 23“ präsentiert Alberto Guareschi eine kleine Ausstellung über seinen berühmten Vater, und er hütet ein Archiv mit 200.000 Dokumenten. Guareschi war als Schriftsteller, aber auch als Journalist und Karikaturist tätig. Aus seinen frühen Jahren stammt die Aussage, dass er nur 23 Leser habe, was dem „Verein der 23“ seinen ironischen Namen eintrug. Dass Radfahren hier Tradition hat, kann man nicht zuletzt in den Filmen mit „Don Camillo und Peppone“ sehen, in denen der unvergleichliche Fernandel als Pfarrer Don Camillo und pfiffiger Widersacher des hitzköpfigen kommunistischen Bürgermeisters Peppone mit hochgebundener Soutane auf seinem Rennrad durch diese liebenswerte kleine Welt braust. Auch er ist hier zu sehen: Als Aufsteller im Eingangsbereich des kleinen Museums.
Der Radweg "Mondo piccolo", kleine Welt, zu Ehren des Schöpfers von Don Camillo und Peppone
„Mondo piccolo“, kleine Welt, wie Guareschi diese Gegend liebevoll nannte, heißt die Radroute 3, die unter anderem nach Fontanelle zum gleichnamigen Museum führt. Dort erfährt man in vier Räumen mit multimedialen Informationen alles über die Region, ihre Wälder und den Nebel, die typischen Arbeiten wie die Brot- oder die Korbherstellung. Auch Informationen zu Giovanni Faraboli gibt es, Vorbild für die Figur des Peppone, und natürlich Autobiographisches über den Autor selbst. In einem Film-Interview erzählt er von seinem Leben und seiner Arbeit und wie gerne er als Sohn eines Fahrradhändlers selbst per Rad durch die Landschaft fuhr.
Mit Don Camillo per Fahrrad an den Po
Es ist, als würde er neben einem herfahren. Oftmals führte seine Touren auch an den Po. Dort führt der Po-Radweg durch die ebene Welt, die von Dämmen zerschnitten ist. Man könnte immer weiter fahren. Doch müde Radlerbeine bekommt man hier nicht. Es ist bretteben. Und ob der Fülle an Sehenswertem und kulinarisch Hochwertigem fühlt man sich nicht zum Kilometerfressen animiert. Die Routen sind kurz und bequem. Das ist Radfahren durch die Ebene. Eben! „Und denk daran“, sagt Guareschi im Film, „wenn du mit dem Fahrrad durch die Po-Ebene fährst, bin ich bei dir.“
