Rätsel um Erforschung der Höhle Feguma in Everlingen

Rätsel um die mysteriöse Entdeckung großer Höhlen rund um Useldingen

Vor etwa 30 Jahren wurde in Everlingen bei Useldingen eine größere Klufthöhle entdeckt. Damals seilten sich Höhlenforscher über einen Schacht in die Höhle hinab und begannen mit der Erforschung. Bis heute unerforschte Gangstrecken und weitere nahe dem Dorf im Tal der sieben Schlösser gefundene Schächte untermauern die Möglichkeit der Entdeckung weiterer größerer Höhlen in der Gegend um Everlingen. Zur Zeit legen Höhlenforscher aus Everlingen im Milleboesch genannten Wald nahe des Dorfes eine enge Höhle frei. Die Motivation zur Durchführung der aktuellen Arbeiten beruht auf einer vor 30 Jahren in Everlingen gemachten Entdeckung.

Höhlenforscher seilen sich in Schacht ab

Um 1970 fanden die Everlinger Gebrüder Even zusammen mit einem Freund einen Höhleneingang. Der Eingang bestand aus einem lehmigen Einsturztrichter im Waldboden. Der Trichter mündete in einen dunklen, vertikal in die Tiefe führenden Schacht. Von dem Höhlenforscher Guy Even hinein geworfene Steine und Äste hallten in größeren Räumen wieder. Die drei Entdecker holten ein Seil und stiegen in den dunklen Schacht hinab. Nach einem vier Meter tiefen Abstieg landeten sie auf einem lehmigen Hang voller Laub. Ein etwa vierzig Zentimeter großes Loch unter einem Felsbrocken erweckte ihr Interesse. Darin führte eine steile Lehmhalde die Brüder bis in eine Tiefe von circa 15 Meter unter der Erdoberfläche. Sie standen in einer mehr als zehn Meter hohen Kluft, die Richtung 110 Grad Ost-Süd-Ost verlief. Die Breite der Kluft variierte zwischen 30 Zentimeter bis 1,20 Meter. Nach einem weiteren Abstieg über eine Felsnase standen sie in rund 17 Meter Tiefe. Vor ihnen befand sich ein großer, zwischen den Wänden eingeklemmter Felsbrocken, der rund einen Meter über dem Boden hing. Es folgten weitere hängende Steine. Die Entdecker erforschten die Höhle bis an das Ende eines etwa 35 Meter langen Ganges. Er endete vor einer Lehmwand. Der Lehm war das große Problem bei der Erforschung dieser Höhle. Die Kluft-Höhle war voller nassem Lehm. Fast flüssiger Lehm bedeckte die Wände der Kluft. Bei jedem Schritt versanken die Erforscher bis zu 20 Zentimeter tief in flüssigem Lehm. Am 25. Oktober 1992 verfassten die Höhlenforscher Guy Even und Aender Botzem nach einer gemeinsamen Vermessung in der Höhle einen diesbezüglichen Bericht für die Höhlenzeitung “la vie souterraine” des Groupe spéléologique luxembourgeois (GSL).

Unerforschte Höhle birgt noch Geheimnisse

Die weitere Erforschung von der Höhle fand im Februar 1972 statt. Mitglieder des GSL suchten zusammen mit den ortskundigen Gebrüder Hommel die Höhle im Wald auf. So kamen sie auch mit den drei Erforschern in Kontakt. Man beschloss eine genauere Erforschung der Höhle. Am 5. März 1972 fand die offizielle Erforschung der Höhle durch den GSL statt. Nach der Befahrung verfassten sie einen Bericht in “La vie souterraine” Nummer 1 des Jahrgangs 93. Während der Bericht durchaus glaubwürdig ist, scheint die Höhenangabe der Kluft von maximal 18 Meter wohl stark überschätzt, da die Höhle nach einer genauen Vermessung am 25.10.1999 in eine Tiefe von ungefähr 17 Meter führt. Man kann realistisch von einer Ganghöhe zwischen 10 bis 15 Meter ausgehen. Die Höhle geriet nach der Erforschung in Vergessenheit. Guy Even und Aender Botzem fanden jedoch eine unbeachtete Öffnung nahe des Eingangsschachtes. Diese Öffnung führte in einen weiteren Gang, der noch weiter erforscht werden muss.

Weitere Höhlen in Everlingen gefunden

Guy Even und Änder Botzem stießen etliche Jahre später auf weitere Höhlen. Von den Einwohnern in Everlingen erfuhren sie, dass es bereits vor dem zweiten Weltkrieg ähnliche Schächte bei Everlingen gab. Diese Schächte wurden damals von Bauern mit Erde aufgefüllt, damit kein Vieh in die Schächte fällt. Vor etwas mehr als 55 Jahren brach ein Pferd in einen Schacht ein. Dieser Schacht befand sich in Nähe der Höhle Feguma auf offenem Feld. Innerhalb der letzten 20 Jahre gelang es Guy Even weitere Schächte dieser Art in den Wiesen und Wäldern um Everlingen zu finden. Er stellte dabei fest, dass die Schächte zwischen Useldingen und Reichlingen alle mehr oder weniger in die gleiche Richtung verlaufen. Mindestens 6 Schächte gibt es dort.

Die Everlinger Höhlenforscher entschlossen sich gemeinsam einen im “Milleboesch” gefundenen Höhleneingang freizulegen. Der Schacht befindet sich am Fuße einer Felswand und wurde auf den Namen Grotte de Schamicht getauft. Nach einem rund 2 Meter langen, freigelegten Eingangsbereich fällt die Höhle in Form einer Kluft in die Tiefe ab und verbreitert sich. Die Wände sind mit Kalkablagerungen bedeckt.