Ramadan - Hintergründe zum Fasten im Islam

Fastenmonat Ramadan - Hans-Jürgen Spengemann / pixelio.de
Fastenmonat Ramadan - Hans-Jürgen Spengemann / pixelio.de
Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen, weltweit fasten Muslime. Wann dürfen Muslime essen, ist Zähneputzen erlaubt und wann beginnt das Fastenbrechen?

Das religiöse Fasten im Monat Ramadan gehört zu den fünf im Koran niedergeschriebenen Hauptpflichten der Muslime, die "fünf Säulen des Islam" genannt. Die anderen Hauptpflichten neben dem religiösen Fastengebot sind das Glaubensbekenntnis, das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach Mekka und das Entrichten der Almosensteuer „Zakat“.

Wann beginnt der Fastenmonats Ramadan?

Gefastet wird im Fastenmonat Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Mondkalenders. Da allein der Mond die Berechnungsgrundlage für den islamischen Kalender liefert, verschiebt sich der Ramadan jährlich etwa um zehn bis elf Tage und fällt im Laufe der Jahre auf verschiedene Jahreszeiten. Wie jeder islamische Monat, beginnt der Ramadan erst wenn ein glaubwürdiger Zeuge die jüngste, sichtbare Mondsichel („Hilal“) am Horizont gesehen hat. In Deutschland wird der Beginn des Fastenmonats Ramadan durch die Institution Divan (deutscher Islam-wissenschaftlicher Ausschuss der Neumonde) bekannt gegeben.

Wie wird gefastet im Ramadan?

Die Verpflichtung im Ramadan hat zwei Ebenen, eine innere und eine äußere. Die äußere, also nach außen erkennbare Dimension, ist der Verzicht auf Essen und Trinken. Von der Morgen- bis zur Abenddämmerung wird weder feste noch flüssige Nahrung aufgenommen. Die exakten Zeiten des Sonnenauf- und untergangs werden in islamischen Zeittafeln ortsbezogen und minutengenau angegeben. Sowohl vor als auch nach diesen Zeiten dürfen die Muslime Speisen und Getränke zu sich nehmen (zum Beispiel darf vor 4:00 Uhr morgens und nach 21:00 abends gegessen und getrunken werden).

Da der Ramadan sowohl auf den Winter als auch den Sommer fallen kann, fällt die Fastenzeit abhängig von den Sonnenstunden des Tages, mal kürzer und mal länger aus. Strenge Auslegungen des Korans geben an, dass Speisen und Getränke den Mund nicht berühren dürfen, das hieße, das zum Beispiel auch Zähneputzen währen der Fastenzeiten im Ramadan verboten ist. Weniger strenge Auslegungen besagen jedoch, dass die Zahnpasta und das Spülwasser nicht hinuntergeschluckt werden und daher währen der Fastenstunden nicht verboten sind. Ebenfalls gehört der Verzicht auf Geschlechtsverkehr zu den äußeren Pflichten.

Die innere Dimension des Fastens verlangt vom gläubigen Muslimen besonders auf sein Verhalten zu achten, beispielsweise nichts Verwerfliches bewusst anzusehen, nichts Schlechtes zu sprechen oder anzuhören, sich von irdischen Bedürfnissen unabhängig zu machen und anzuerkennen, dass er als Mensch allein von Gott abhängig ist.

Wer ist im Ramadan zum Fasten verpflichtet?

Jede oder jeder geistig und körperliche gesunde, mündige Muslime ist zum Fasten im Ramadan verpflichtet. Die Mündigkeit im Islam wird mit Eintritt in die Pubertät erreicht. Kinder werden ermutigt so lange zu fasten, wie es für sie zuträglich ist, um in kleinen Schritten an diesen Brauch herangeführt zu werden.

Wer muss im Ramadan nicht fasten?

Von der Verpflichtung des Fastens sind Muslime ausgenommen, die durch das Fasten gesundheitliche Schäden erleiden könnten. Dazu zählen kranke und alte Menschen, Kinder, Frauen, die schwanger oder in der Stillzeit sind, Frauen in der Menstruationsphase. Muslime, die dauerhaft nicht fasten können, zum Beispiel aufgrund von Altersschwäche oder chronischen Leiden, sind angehalten für jeden versäumten Fastentag einem Bedürftigen Nahrung zu spenden. Menschen, die vorübergehend nicht fasten können, beispielsweise Frauen aufgrund von Schwangerschaft, sollen die versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Bayram - Fastenbrechen nach dem Ramadan

Nach dem Fastenmonat Ramadan, folgt der Monat Schawwal, der ebenfalls durch das Sichten der Mondsichel eingeleitet wird. Das Fest des Fastenbrechens (arabisch: id al-fitr / türkisch und bosnisch: Ramazan Bayram) ist nach dem Opferfest der höchste islamische Feiertag. Das Fest wird mit einem besonderen Gebet nach Sonnenaufgang eingeleitet und dauert drei Tage, an denen die Muslime Verwandte und Freunde besuchen. Zumindest am ersten der drei Festtage soll niemand fasten, da es eine Zeit des Feierns ist. Nach dem Fastenbrechen ist die islamische Fastenpflicht bis zum Ramadan in nächsten Jahr aufgehoben.

Bildnachweis: Hans-Jürgen Spengemann / pixelio.de

Lea Wagner - About me: 28 Jahre, in Köln lebend, Studium: Dipl. Betriebswirtin, Beruf: Executive Marketing Manager und sonst: ab September 2010 ...

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