
- The Last Lecture - Hyperion
Als der erfolgreiche Professor an der Carnegie Mellon University erfuhr, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist, war sein erster Gedanke, so stark wie nur möglich gegen die Krankheit anzukämpfen. Nach etlichen Operationen, der Entfernung seiner Bauchspeicheldrüse und Teile seines Darms kam jedoch die böse Überraschung: Der Krebs war zurückgekehrt und hatte sich ausgebreitet. 10 Tumore zerstörten Randy Pausch nun von innen. Die Ärzte gaben ihm zwischen 3 und 6 Monaten zu leben. Nun stellte sich für ihn die Frage: Wie verbringt man diese letzte Zeit? Was möchte man hinterlassen? Und welchen Rat möchte man anderen Menschen, vor allem der eigenen Familie und den noch viel zu kleinen Kindern, mitgeben?
Randy Pauschs letzte Vorlesung an der Carnegie Mellon University
Da kam Randy die Idee, eine letzte Vorlesung zu halten, in der er nicht über virtuelle Computerwelten sprach, wie sonst in seiner Tätigkeit als Lehrer, auch nicht über das Sterben und den Tod, sondern vielmehr über das Leben und wie man es meistert - oder zumindest wie er es gemeistert hat.
Das Resultat war eine lange Rede, unterstützt durch eine Powerpoint-Präsentation und unzählige Fotos aus Randys Kindheit, von seiner Hochzeit, seinen eigenen Kindern und von Schlüsselerlebnissen in seinem Leben. Der Titel der Rede lautete "Wie man wirklich seine Kindheitsträume verwirklicht" und obwohl Randy hauptsächlich von seinen eigenen Kindheitsträumen spricht - einmal in Schwerelosigkeit zu schweben, für Disney als Imagineer zu arbeiten, in der NFL spielen, etc. - kann jeder daraus eine Lehre für sein eigenes Leben ziehen.
Kalt lässt "The Last Lecture" wohl aber kaum jemanden. Denn obwohl Randy Pausch sehr fit wirkt und mit seiner Diagnose verhältnismäßig gut umgeht, hat man doch ständig im Hinterkopf, dass dieser liebende Ehemann und Vater von drei kleinen Kindern nicht mehr lange die Gesellschaft dieser ihm liebsten Menschen teilen darf.
Tipps fürs Leben und wie man das meiste davon rausholt
Im Buch "The Last Lecture" erzählt Randy über die Entstehung der Rede an der Carnegie Mellon Universität, davon, wie er sie vorbereitet hat und welche Opfer er dafür bringen musste. Darüber hinaus hinterlässt er seinen Lesern - und wohl hauptsächlich seinen Kindern - eine Art Liste mit Regeln, die das Leben einfacher, lebenswerter und schöner machen. Diese Regeln reichen von einfachen Tipps wie "Mach auf dich aufmerksam" über "Sei nachdrücklich" bis hin zu "Hilf anderen Menschen, ihre Träume zu verwirklichen". Jede Regel wird illustriert durch Anekdoten aus Randys Leben, durch Beispiele und oft auch durch Fotos.
Auch hier gilt: Es kommt drauf an, was der Leser oder die Leserin daraus macht.
Kein kitschiger Abschiedsroman
Es ist wichtig klar zu stellen, dass "The Last Lecture" kein kitschiger Roman ist, in dem ein sterbender Mann über sein tolles Leben spricht, sondern ein ehrliches Buch, in dem Pausch sich selbst weder zu sehr noch zu wenig ernst nimmt. Er nennt die Dinge beim Namen und gibt auch zu, selbst ein etwas komischer, unhöflicher Kauz gewesen zu sein. Selbst Leser, die ihn persönlich nicht sympathisch finden, werden sich eingestehen müssen, dass dieser - mit 47 Jahre verstorbene - Mann tatsächlich wusste, wie man das Leben genießt. Und zwar bis zum letzten Moment.
Randy Pausch: The Last Lecture - Die Lehre meines Lebens. Goldmann 2009. Taschenbuch, 240 Seiten. Euro 8,95.
Randy Pausch: The Last Lecture. Hodder & Stoughton 2008. Paperback, 206 Seiten. Euro 9,05.
