Rappongi Hills - die senkrechte Stadt

Tokios Superlative auf 12 Hektar: das teure Viertel mit Glamour

Das aufstrebende Viertel für Superreiche bietet teure Läden, Restaurants und ein Museum im obersten Stock des Mori Towers. Reisanbau findet auf einer Dachfläche statt.

Daß Megacities ein paar Standards an Superlativen aufweisen müssen, ist sonnenklar. Hohe Einwohnerzahlen, enorme Verkehrsbelastung und gigantische Hochhäuser. Während letztere im braven München gemäß Volksbegehren nicht höher als die zentral gelegene Frauenkirche sein dürfen, sind den Wolkenkratzern in Tokyio keine Grenzen gesetzt. So auch im ganz speziellen Viertel der Stadt: Rappongi Hills.

Entwicklung von Rappongi Hills

Manche sprechen von der Stadt in der Stadt, wenn sie das Vergnügungsviertel Tokis meinen. Andere betiteln es als die senkrechte Stadt. Kein Wunder, denn "sechs Bäume", wie der Stadtteil wörtlich übersetzt heißt, zeichnet sich durch hohe Häuser aus. Erst nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die heute 12 Hektar kleine Stadt. Gelegen in der Nähe des Regierungsviertels mit vielen Botschaften und Konzernsitzen internationaler Firmen, wurde Rappongi Hills schon bald zu einem Treffpunkt bestimmter Klientel: reiche, junge, aufstrebende Japaner und Ausländer. Während der Phase der New Economy Ende der 1990er Jahre hatte Rappongi Hills seinen bisherigen Entwicklungs Höhepunkt erreicht. Große Clubs und Diskotheken erlebten eine Boomphase.

Mit Häusern hoch hinaus

Nach dem Zusammenbruch des neuen Wirtschaftszweiges, mußten viele dieser Bars wieder schließen. Neuen Aufschwung erfuhr Rappongi mit dem Bau des Mori Tower. Der 2003 fertiggestellte Wolkenkratzer ist 238m hoch und beinhaltet 54 Etagen, in denen sich teure Restaurants, edle Boutiquen und Büros vieler bekannter Firmen befinden. Nicht ganz billig sind die Mieten der kleinen Stadt. Mit Preisen von 7000 bis 20000 Euro ist jeder dabei, der sich die zweifelsohne angenehme Wohnumgebung leisten kann: 20000 Arbeitsplätze, beste Infrastruktur, Museen, Restaurants, Geschäfte dicht aneinander gereiht, gut erreichbar und immer verfügbar. Angesiedelt ans Hochhaus ist der Gebäudekomplex Tokyo-Midtown. Das städtebauliche hochgelobte Ensemble besteht aus 6 Gebäuden, die auf einem 7 Hektar großen Grundstück errichtet wurden.

Dachbegrünung

Die neueste Phase ist in diesem aufstrebenden Szeneviertel seit kurzem der Naturtrend. Wenig Grünflächen sind in der Betonstadt geblieben und der Verkehr und fehlende Wälder sorgen nicht gerade für frische Luft. Außerdem ist Tokio gerade im Sommer bereits um drei Grad wärmer als vor 100 Jahren. Deshalb müssen größere Bauten für Ausgleich an Grünflächen sorgen. Dadurch erhofft man sich Kühlung. Rappongi Hills bedient sich an einer der wenigen Flächen, die noch frei sind, dem Dach. Ein begrünter Dachgarten mit integriertem Reisfeld liegt 45m oberhalb der Straße und macht dem Viertel "sechs Bäume" alle Ehre.

Mori art museum

Im 53. und 54. Stockwerk des Mori Tower, also ganz oben, befindet sich das Mori Art Museum, benannt nach dem Bauherrn Minoru Mori. Das beste der Moderne soll hoch am Himmel kunstbegeisterten Museumsbesuchern geboten werden, die mit einem Hochgeschwindigkeitsaufzug ins oberste Stockwerk gelangen.

Katrin Braun, Foto Sauter München

Katrin Braun - Nach meinem Studium der Geschichte fand ich bald Gefallen am Verlagswesen. Publizieren im Print- und Onlinebereich begeisterte mich von ...

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