
- Posterausschnitt - Gerhard Ott
Forschungsarbeiten werden in wissenschaftlichen Zeitschriften gedruckt, als Vortrag gesprochen oder als Poster auf Kongressen präsentiert. Für den Druck gibt es – je nach Fachgebiet – zumeist feste Regeln und sogar Anweisungen der einzelnen Redaktionen und Verlage für Autoren. Wie ein wirkungsvoller Vortrag gestaltet werden kann, lässt sich in Seminaren erlernen oder von begabten, vorbildlichen Dozenten abschauen. Auch für die Erstellung von Postern gibt es einige Regeln, die man befolgen sollte. Die Darstellung einer wissenschaftlichen Arbeit als Poster ist nicht einfach ein an die Wand geheftetes Typoskript.
Heutzutage werden solche Poster mit entsprechender Software (QuarkXPress, InDesign oder Powerpoint) erstellt. Die überbordende Funktionsfülle von Schrift- und Designgestaltung, die solche Programme ermöglichen, verführt. Weniger erzielt meist bessere Ergebnisse.
Texte auf Postern
Der Fehler Nummer eins sind zu lange Texte. Auf ein Poster gehören höchstens 800 Wörter, eher weniger. Einfache klare Sätze mit weniger als 10 Wörtern erhöhen die Lesbarkeit. Textblöcke oder Absätze sollten nicht mehr als 10 enthalten. Die Zeilenlänge sollte maximal 40 Zeichen oder rund 10 Worte umfassen. Überschriften, Zwischentitel und Legenden schreibt man in einer serifenlosen Schrift, etwa Arial, Tahoma oder Verdana. Fließtext in einer Proportionalschrift mit Serifen, etwa Times, Garamond oder Palatino. Ein Titel sollte in Satzform gestaltet sein: „Bindungskapazität von Schwermetallen durch planktonische Algen“. Helle Texte auf dunklem Untergrund sind schlechter lesbar als dunkle Texte auf hellem Grund. Die Buchstabengröße muss gewählt werden, dass man den Text aus etwa zwei Metern Entfernung gut lesen kann, also mindestens 20 bis 24 Punkt Schriftfonts verwenden.
Die Gliederung eines wissenschaftlichen Posters gleicht der einer wissenschaftlichen Arbeit:
- Titel
- Zusammenfassung
- Einführung
- Material und Methoden
- Ergebnisse
- Schlussfolgerung
- Literatur
- Danksagung
Die Zusammenfassung (engl. abstract oder summary) entfällt allerdings, denn das Poster ist grundsätzlich die Zusammenfassung einer ausführlichen, gedruckten Veröffentlichung oder eines mündlichen Vortrags. Dafür ist es sinnvoll das Poster mit einer abschließenden Rubrik „Weiterführende Informationen“ zu ergänzen. Dort kann die Webseite, E-Mail oder Anschrift des korrespondierenden Autors aufgeführt werden.
Poster sind visuelle Medien
Bilder, Grafiken, Diagramme und nicht zu große Tabellen sind optimale Darstellungsmittel für eine Präsentation auf einem wissenschaftlichen Poster. Diskursive Texte gehören in die gedruckte Publikation oder die mündliche Aussprache auf einem Treffen.
Da fast zehn Prozent der Männer (bei Frauen ist es nur etwa ein halbes Prozent) eine Farbschwäche haben, sind Farbkombinaten „Grün auf Rot“ und umgekehrt bei Texten und visuellen Darstellungen zu vermeiden. Im Internet kann man ein Poster testen lassen und sieht, wie es Menschen mit einer Farbschwäche sehen.
Poster drucken lassen
Für den Druck sind Fotografien und andere mehrfarbige Bilddateien (vorzugsweise im Format TIFF oder hochwertige JPEG mit mindestens 300 dpi Auflösung) im CMYK-Format und nicht im RGB-Farbmodus zu verwenden. Ein Computermonitor mischt alle Farben aus Rot, Grün und Blau (RGB), gedruckt wird zumeist mit vier Farben: Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK). Als Dateiformat für den Druck in einer digitalen oder Offset-Druckerei eignet sich das Format PDF (Portable Data File) am besten. Mit dem PDF/X3-Standard gibt es kaum Kompatilibitätsprobleme.
Der Druck auf einem hochwertigen Fotopapier oder Karton sollte matt und nicht glänzend erfolgen. Satiniertes Papier spiegelt und glänzt nicht. Bei Druck auf einem preiswerten Plakatpapier sollte auf Affichepapier gedruckt werden. Dessen Rückseite ist blau eingefärbt, damit eine Unterlage nicht durchscheint.
Poster richtig präsentieren
Den Platz des Posters bestimmt in der Regel der Veranstalter. Die meisten Poster werden im Hochformat präsentiert und entsprechend der Platz vorgehalten. Ob auch Poster im Querformat verwendet werden können, sollte vorher abgeklärt sein. Übliche Formate sind DIN A0 (841 × 1.189 mm) oder international auch 36 × 56 Inch (1 inch = 2,54 cm).
Wiederabziehbares oder doppelseitiges Klebeband schont das Papier, sodass das Poster wiederverwendet werden kann. Als Rolle wird es in einer stabilen Hülle transportiert. Ein kleiner Umschlag mit Visitenkarten des Instituts oder der korrespondierenden Autoren lädt zur Kontaktaufnahme ein. Eine Hülle, aus der man Kopien verkleinerter Kopien des Posters zum Mitnehmen anbietet, ermöglichen es, nachzulesen. So bleibt man mit der Posterpräsentation in Erinnerung. Zahlreiche Beispiele sind auch im Internet zu finden – sowohl gute als auch schlechte.
