
- Nicht mehr rauchen! - www.pixelio.de Benjamin Thorn
Von der Rauchsucht wegzukommen ist in erster Linie, anders wie bei anderen Abhängigkeiten, ein psychisches Problem. Dennoch haben starke Raucher in den ersten Tagen des Nikotinverzichts durchaus körperliche Entzugssymptome, die sich in Herzrasen, Schweißausbrüchen, Unruhe und auch Aggressivität äußern können. Helfen können Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis, die den Spiegel im Blut aufrechterhalten beziehungsweise im Laufe der Zeit auf sanfte Art reduzieren, bis der Körper nicht mehr nach dieser Substanz hungert, sondern nur noch die Psyche. Diese ist allerdings in der Rauchentwöhnung der wichtigste Faktor.
Wie funktionieren Nikotinkaugummis und Nikotinpflaster?
Beide Produkte werden als Nikotinersatztherapie bezeichnet, bei der das Nikotin als medikamentöse Gabe das Nikotin aus der Zigarette ersetzt. Diese Präparate geben den Stoff zwar langsamer und weniger befriedigend ab, helfen aber dadurch letztendlich den Nikotinabusus durch das Rauchen zu reduzieren und schließlich ganz einzustellen, wenn denn der Kopf auch mitmacht, das bedeutet, wenn der Wille mit dem Rauchen aufzuhören ernsthaft besteht. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine Nikotinersatztherapie die Erfolgschancen einer Raucherentwöhnung fast verdoppelt.
Was ist besser: Nikotinkaugummi oder Nikotinpflaster?
Nikotinkaugummis gibt es in zwei Stärken. Sie werden für eine geringe bis mittelstarke Abhängigkeit empfohlen, dies bedeutet, bei einem Tageskonsum von fünfzehn bis zwanzig Zigaretten. Sie eignen sich eher für Raucher, die nicht in regelmäßigen Abständen eine Zigarette der anderen folgen lassen sondern eher unter bestimmten Bedingungen rauchen, zum Beispiel in Gesellschaft, abends oder in Stresssituationen.
Nikotinpflaster werden in drei Stärken angeboten und sind für Raucher mit einem mittelstarken bis starken Tageskonsum empfehlenswert, die in regelmäßigen Abständen, also nicht nur Situationsbedingt rauchen müssen.Hier kann es auch nötig sein, bei übermäßigem Verlangen, Pflaster und Kaugummi miteinander zu kombinieren.
Es gibt auch Nikotinlutschtabletten. Geeignet sind sie bei mittelstarker bis starker Abhängigkeit und relativ hohem, aber eher ungleichmäßigem Tageskonsum.
Bupropion – Raucherentwöhnungsmedikament ohne Nikotin
Bupropion ist das derzeit einzige Medikament einer Raucherersatztherapie, welches kein Nikotin enthält. Der Wirkstoff wurde zuerst gegen Depressionen eingesetzt. Ein Zufall zeigte, dass es sich auch zur Raucherentwöhnung eignet. Im Gegensatz zu den bereits vorgestellten Medikamenten ist Bupropion verschreibungspflichtig, da es zu nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen kommen kann Die Kosten werden jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen und betragen pro Tag denen einer Schachtel Zigaretten. Die Therapie wird noch während des Rauchens begonnen, da ein ausreichender Spiegel im Blut erst nach acht bis zwölf Tagen erreicht wird. Im Gegensatz zu den nikotinhaltigen Medikamenten können unter einer Bupropiontherapie Begleiterscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Schlafstörungen auftreten. Vereinzelt wurden epileptische Anfälle beobachtet. Bupropion eignet sich für Raucher, bei denen nikotinhaltige Medikamente nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Rauchen aufgeben - der Wille ist ist entscheidend!
Alle vorgestellten Methoden sind Hilfsmittel, um besser mit der körperlichen Abhängigkeit zurechtzukommen. Das A und O für eine Raucherentwöhnung ist jedoch der eigene Wille, denn Rauchfrei beginnt im Kopf. Es gibt viele Möglichkeiten eine psychische Rauchentwöhnung zu unterstützen, sei es mit Akupunktur, Hypnose oder Nichtraucherseminaren. Sie alle sind jedoch nur Hilfsmittel. Der starke, eigene Wille ist unverzichtbar!
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