Wir sitzen beim Frühstück, dann setzen wir uns ins Auto und fahren zur Arbeit. Dort wartet schon die nächste „Sitzattacke“ auf uns: der Bürostuhl, der für die nächsten acht Stunden unser Aufenthaltsort ist. Vom Bürostuhl geht es wieder ins Auto, sitzend erreichen wir unser Heim und setzen uns in den Fernsehsessel. Kein Wunder, dass dieses „Sitzprogramm“ einen hohen Preis fordert: Rückenschmerzen, Verkrampfungen und Verspannungen. Doch diese Beschwerden müssen nicht sein. Mit der richtigen Haltung und ganz einfachen Maßnahmen kann jeder seine Wirbelsäule in Form halten.
Sitzen vor Computer:
Morgen für Morgen schalten rund 20 Millionen Bundesbürger den PC an und stürzen sich in ihre Arbeit. Und fast ebenso viele Menschen hocken sich in ihrer Freizeit vor den Bildschirm. Fast jeder zweite „Bildschirmarbeiter“ klagt über Rückenprobleme. Der Grund: Falsche, verkrampfte Sitzhaltung. Vorbeugen ist hier Trumpf und das Zauberwort lautet: dynamisches Sitzen. Das bedeutet: So oft wie möglich die Haltung wechseln. Dadurch beugen Sie Verspannungen und Verkrampfungen vor. Stehen Sie alle 20 bis 30 Minuten auf, gehen Sie umher, strecken Sie sich. Bewegung am Arbeitsplatz verschaffen Sie sich auch, wenn Sie beim Telefonieren aufstehen und umhergehen. Nutzen Sie die gesamte Sitzfläche Ihres Stuhls und drücken sich nicht auf der Stuhlkante. Die Stuhlhöhe muss zur Schreibtischhöhe passen. Die Arme sollten einen 90 Grad Winkel bilden, wenn sie auf der Schreibtischplatte aufliegen. Wenn Sie die richtige Sitzposition haben, dann sollten Sie die Beine leicht nach vorne strecken. Das ist für die Durchblutung der Beine besser und beugt Krampfadern vor.
Sitzen beim Autofahren:
Autofahren ist "ein Kreuz fürs Kreuz". Das Holpern und Vibrieren staucht die Wirbelsäule so heftig, dass wir nach stundenlanger Fahrt um bis zu drei Zentimetern geschrumpft sind. Wir haben aber nicht nur an Größe verloren, Nackenverspannung, Rückenschmerzen und /oder Kopfschmerz machen uns den Tag schwer. Diesen Beschwerden können Sie mit der richtigen Sitzhaltung vorbeugen: Stellen Sie als erstes den Sitz so ein, dass Sie bequem die Pedale erreichen. Das Knie sollte beim Kuppeln nicht gestreckt werden müssen. Neigen Sie die Rückenlehne um 15 bis 20 Grad nach hinten, Schulter und Gesäß werden an die Lehne gedrückt. Die Oberkante der Kopfstütze sollte sich in Augenhöhe befinden. Beugen Sie Verspannungen vor, indem Sie mit dem Kopf und den Schulter leicht rollen (natürlich immer mir Blick auf Straße und Verkehr) und hin und wieder einen „Katzenbuckel“ machen. Auf längeren Strecken gönnen Sie Ihrem Rücken alle zwei Stunden eine Pause: Aussteigen, dehnen, strecken, auf und ab gehen und dann erst wieder Gas geben.
Sitzen vor dem Fernseher:
Sich nach einem arbeitsreichen Tag zur Lieblingssendung auf das Sofa lümmeln – das tut der Seele, nicht aber unbedingt der Wirbelsäule gut. Doch wer möchte schon auf dieses Feierabend-Vergnügen verzichten. „Entschärfen“ Sie einfach die schädliche Haltung, indem Sie Ihre Wirbelsäule im unteren Bereich mit einem Kissen oder einer Nackenrolle verwöhnen. Und während Sie das Fernsehprogramm genießen, können Sie auch noch ein wenig trainieren: Spannen Sie einfach Ihre Gesäßmuskulatur an. Die Spannung ungefähr fünf Sekunden halten und dann wieder lösen. Spannen Sie beide Pobacken zusammen oder getrennt voneinander an. Wichtig ist nur, dass Sie auch beim Fernsehschauen dynamisch sitzen, also Ihre Sitzposition immer wieder verändern – auch wenn der Film so spannend ist, dass Sie sich nicht bewegen und kaum Luft holen mögen.
