
- Albie Donnelly - Andrea Weber
Wenn man von richtig guter Bühnenpräsenz spricht, dann gehört in einem Atemzug der Liverpooler Musiker Albie Donnelly und seine Band „Supercharge“ genannt. Denn was die siebenköpfige deutsch-englische Truppe heuer im Juli in die Wolfratshauser Loisachhalle preschte, war nicht nur schlicht Musik zum Tanzen, sondern ein Sound zum Toben. Und dafür waren echte Supercharge-Fans gekommen, die bis zur Pause ihre Begeisterung einigermaßen im Zügel hielten, danach sich dann aber von lästiger Saalbestuhlung befreiten, um ausgelassen zu tanzen.
Sound mit Hochspannung der R&B von Supercharge
Als eine ungewöhnliche Kombination aus Soul, Blues und der rebellischen Beatmusik der Endsechzigerjahre lässt sich der außergewöhnlichen Rhythmus von Albie Donnelly und seiner Supercharge am allerbesten beschreiben. Was die Musiker aus ihren Instrumenten auf höchstem Niveau holen, hat mit rhythmischen Blues, dem sogenannten R & B, nicht mehr viel zu tun. Es ist eher ein Sound mit Hochspannung. Donnelly und seine Bühnenpartner sind nicht nur Koryphäen, was das handwerkliche Können betrifft, sondern auch musikalische Entertainer. Das heißt ihre Musik ist nicht zum hören da, man muss sie sehen. Sie interpretieren jeden Ton bei Gestik, Bewegung und mit voller Körperspannung.
Beispiel: Albie Donnelly singt mit rauchiger Stimme und spielt dabei sein Saxofon sanft im Klang, lässt die Tasten klappern und den Ton nach oben schrauben bis er am Ende disharmonisch oben in der Hallendecke ausklingt. Dabei biegt und windet sich der Musiker und gibt das Spiel ab zum Partner Jürgen Wieching am Baritonsaxofon. Der seinerseits ist nicht weniger kreativ mit der Klangfarbe seines Instruments, wie übrigens alle anderen von Supercharge auch: am Schlagzeug Uwe Petersen, an der Posaune Thorsten Heitzmann, am Bass Goran Vujic, am Keyboard Sascha Kühn und E-Gitarrist Roy Herrington setzt showtechnisch noch eins drauf.
Jeder Ton seines exzellenten Könnens flirrte dem Musiker sichtbar bebend durch den ganzen Körper und brachte ihn immer wieder dazu von der Bühne ins Publikum zu hüpfen, um dort richtig Zündstoff in die ausgelassene Tanzstimmung zu geben.
Der in Liverpool geborene Saxofonist, Leadsänger und Bandleader Albie Donelly startete seine Karriere als Studiomusiker in London bei Produktionen mit Bob Geldof, The Boomtown Rats, Graham Parker u.a. Nachdem er 1973 seine Band SUPERCHARGE gründete, ging er in England als Support Act für Chuck Berry, B.B. King, Fats Domino, Ray Charles und auch Queen auf Tour und trat im Hyde Park vor mehr als 100.000 begeisterten Zuschauern auf.
Das Feuer der Begeisterung verglomm bis zum Ende des Konzertabends nicht und für die richtig gute Show gab es tosenden Beifall vom Publikum im Münchner Süden.
