Rechts contra links

Im Vorfeld des Balls des Winer Kooperationsrings(WKR) gab es heftige Diskussionen und der neutrale Beobachter tut sich schwer sich ein Bild zu machen.

Im Vorfeld des Balls verlor der Wiener Ball seinen Status als UNESCO-Weltkulturerbe. Der Ball gilt seit Jahren als Treffpunkt für Rechtsextreme aus ganz Europa. Doch dieses Jahr ist ein kleines, aber doch entscheidendes Detail anders.

Die Ausgangsposition

Der Ball findet nämlich an jenem Tag statt, an dem der Befreiung der Jugen in Ausschwitz gedacht wird. Ballgegner werfen den Organistoren vor, diesen Termin bewusst gewählt zu haben. DIe wiederum entgegen, dass der Termin schon weit im Vorhinein feststand und das reiner Zufall sei. Es wird wohl oder übel nicht möglich sein herauszufinden, wieviel Absicht hinter der Wahl des Termines steckt. Die Organisatoren sind teilweise Mitglieder der FPÖ beziehungsweise der FPÖ nahestend und eines weiß man über diese Partei. Sie nutzt jegliche Gelegenheit, um einen medialen Brand auszulösen. Die Wahl des Termines würde folglich ins Bild passen, allerdings ist es mangels Beweisen nicht mehr als eine Unterstellung.

Trotzdem haben die Veranstalter es verabsäumt, eine Geste anlässlich dieses schrecklichen Jahrestages zu setzen, eine Tatsache, die der Präsident der Isrealitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant kritisiert. Er ist einer von vielen scharfen Gegnern dieses Balles und hat sich aktiv an der Diskussion im Vorfeld beteiligt. Eine Großdemonstration wurde angekündigtt, die am Heldenplatz stattfinden soll in unmittelbarer Nähe der Hofburg, in der der Ball stattfindet.

Die beiden Extreme

Der Protest richtet sich hauptsächlich gegen die Rechtsextremen, die sich angeblich auf dem Ball befinden sollen. Wenn das wahr sein sollte, stellt sich die Frage, warum das überhaupt möglich ist. Es ist eine der Eckpfeiler der Verfassung, sich klar gegen die Ideologie des Nationalsozialismus abzugrenzen und keine positive Meinungsäußerung darüber zuzulassen. Zu heikel ist dieses Kapitel der Geschichte. Wie kann man sich das als neutraler Beobachter vorstellen, dass Neonazis sich auf einem Ball, auf dem im Übrigen nur die APA vertreten ist, austauschen und als Gesinnungsgemeinschaft zusammenkommen? Das würde höchsten Handlungsbedarf für unsere Regierung bedeuten. Ist es hingegen so, dass sich dort Politiker rechts der Mitte, allerdings ohne extremem Gedankengut wie beispielsweise Nationalsozialismus oder Ultranationalismus, einfinden, dann muss das, auch wenn einem das missfällt, dem liberalen Gedanken entsprechend zulassen.

Davon sind aber viele Kriker nicht überzeugt und darum hat es auch eine große Demonstration mit tausenden Menschen gegeben. Das sind Menschen, die aktiv sind und ein Zeichen gegen rechts setzen wollen. Das ist prinzipiell ein wichtiges Element einer Demokratie, wenn es auch von einer radikalen Gesinnung zeugt. Was allerdings nicht zu rechtfertigen ist, dass manche der Demonstranten gewaltbereit sind. Gewalt ist in jedem Fall ein Indiz für Extremismus und es muss klar sein, dass man nicht mit zweierlei Maß messen kann. Wer Rechtsextremismus verurteilt, der muss auch Gewalt verurteilen! Denn es ist Fakt, dass mehrere Ballgäste verletzt worden sind und das obwohl die Polizei im Großeinsatz war. Keiner möchte sich vorstellen, was passiert wäre, wenn die Polizei nicht die Demonstranten von Ballbesuchern getrennt hätte. Zusätzlich ist es durchaus möglich, dass die verletzten Ballgäste gesinnungsfreie Bürger sind, die einfach nur den Ball besuchen wollten und den Vorwürfen des Rechtsextremismus skeptisch gegenüber stehen.

Die neutrale SIcht

VIel ist geschrieben worden über den Ball und die Fronten haben sich herauskristallisiert. Es ist ein politischer Streit links gegen rechts, ein Streit der Organisationen wie der Isrealitischen Kultusgemeinde gegen die FPÖ. Was man sich auch immer für eine Meinung bildet, man muss auf alle Fälle beide Seiten der Medaille betrachten. Gewalt ist in jedem Fall zu verurteilen genauso wie nationalistisches Gedankengut. Dahingehend ist kein Diskussionsspielraum gegeben.

Daniel Bures, Daniel Bures

Daniel Bures - Ich studiere seit fast zwei Jahren Wirtschaft und habe in dieser Zeit meinen Präsenzdienst abgeleistet. Nach meiner Tätigkeit ...

rss