Vor dem Beginn einer Vereinsgründung müssen sich die Gründungsmitglieder über ihre Ziele und Strategien klar werden. Erst dann wird die Rechtsform der zukünftigen Non-Profit-Organisation gewählt. In Frage kommen folgende Rechtsformen:

  • Verein
  • Stiftung
  • Genossenschaft (eG)
  • gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH)
  • gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG)

Rechtsform für Non-Profit-Organisationen – der Verein

Am beliebtesten und, die am häufigsten gewählte Rechtsform ist der Verein. Der Vorteil dieser Rechtsform ist, dass die Existenz des Vereins nicht von der Zugehörigkeit einzelner Mitglieder abhängt, sondern ein Verein lebt von dem ständigen Mitgliederwechsel. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Vereinsgründer ihre eigenen Ziele und Strategien festlegen, sie für die Vereinsgründung kein Grundkapital benötigen und, dass die Mitglieder nicht persönlich für das Vereinsvermögen haften. Der Zweck eines Vereins ist länderspezifisch. Während es in Deutschland bezüglich des Vereinszwecks keine Einschränkungen gibt, bis auf das Verbot gegen das Strafrecht und gegen die verfassungsrechtliche Ordnung, darf es sich in Österreich bei einem Verein weder um eine politische Partei noch um eine Religionsgemeinschaft handeln.

Rechtsform für Non-Profit-Organisationen – die Stiftung

Die Stiftung wird als Rechtsform einer Non-Profit-Organisation gewählt, wenn der Stifter mit seinem Vermögen einen bestimmten Zweck verfolgt. Das heißt, es werden Personen oder Institutionen, sogenannte Destinäre, im Stiftungszweck begünstigt, denen dann die Erträge aus der Stiftung zufließen. Die Gründung einer Stiftung ist im BGB kaum geregelt. Die Stiftungsgesetze und Formalien sind in den einzelnen Bundesländern individuell gestaltet. Die Bundesländer regeln außerdem die Bedingungen für eine Stiftungsgründung und bestimmen den Umfang der Staatsaufsicht. Die Stiftung als Non-Profit-Organisation hat keine Mitglieder, sondern nur den Stifter. Die Haftung der Stiftung beschränkt sich nur auf das Stiftungsvermögen. Der Stifter selbst kann nicht zur persönlichen Haftung herangezogen werden. Ein Beispiel ist die „Stiftung Lotto – Deutsche Klassenlotterie Berlin“. Die Stiftung Lotto verwaltet das Vermögen der deutschen Klassenlotterie und fördert damit soziale, karitative, kulturelle, jugendfördernde und sportliche Vorhaben in Berlin.

Rechtsform für Non-Profit-Organisationen – die Genossenschaft

Bei der Genossenschaft handelt es sich um eine Gesellschaft mit dem Ziel, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern. Zwar verfolgt die Genossenschaft wirtschaftliche Ziele, aber das ist kein Hindernis für gemeinnützige Aktivitäten. Wichtig ist dabei nur, dass den Mitgliedern keine Gewinne ausgezahlt werden. Wie bei einem Verein ist die Anzahl der Mitglieder unbegrenzt und die Gründer benötigen kein Grundkapital. Auch bei einer Genossenschaft als Non-Profit-Organisation haften die Mitglieder nicht persönlich für das Gesellschaftsvermögen. Ein Beispiel für eine gemeinnützige Genossenschaft ist die Denic. Die Denic ist ein Zusammenschluss von deutschen Internet Service Providern, die eine Genossenschaft gründeten, mit dem Ziel, die deutschen Domains zu verwalten und die notwendige Infrastruktur für die Nutzung der Domains bereitzustellen.

Rechtsform für Non-Profit-Organisationen – gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Im Unterschied zu Vereinen und Stiftungen ist die GmbH eine juristische Person. Die GmbH hat eine eigene Rechtspersönlichkeit, sie ist deshalb im Handelsregister eingetragen und sie arbeitet gewinnorientiert. Der Nachteil einer GmbH ist, dass die Gründer ein Grundkapital von mindestens 25.000 Euro benötigen. Das gilt auch, wenn die GmbH einem gemeinnützigen Zweck dient. Ebenso unterliegt die GmbH als Non-Profit-Organisation denselben Regeln wie eine gewerbliche GmbH. Um nach außen hin aber die GmbH als gemeinnützige Organisation kenntlich zu machen, und sich damit von der gewerblichen GmbH abzugrenzen, ist der Zusatz „gemeinnützig“ in den Namen mitaufzunehmen (gGmbH). Die Haftung sowohl für die GmbH als auch für gGmbH ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Das heißt, dass die Gesellschafter für die Höhe ihres jeweiligen Anteils am Stammkapital haften. Das Deutsche Biomasse Forschungszentrum ist ein Beispiel für eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Rechtsform für Non-Profit-Organisationen – gemeinnützige Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Das Stammkapital, um eine Aktiengesellschaft zu gründen, beträgt mindestens 50.000 Euro. Dieses Kapital wird in Aktien aufgeteilt. Da der Kapitalaufwand bei der Gründung einer Aktiengesellschaft viel zu groß ist und die Gründungsprozedur sehr aufwendig, bleibt die gemeinnützige Aktiengesellschaft eher eine Ausnahme. Die Haftung beschränkt sich nur auf das Stammkapital. Somit haften die Aktionäre nicht für das gesamte Gesellschaftsvermögen. Beispiel für eine als Aktiengesellschaft geführte Non-Profit-Organisation ist der Münchner Tierpark Hellabrunn. Hauptaktionär des Tierparks ist die Landeshauptstand München.