Red Bull Salzburg – der unerfüllbare Traum Champions League

Zum vierten Mal in Folge scheiterte Red Bull Salzburg beim Versuch die Champions League-Gruppenphase zu erreichen. Ein Zeichen für RB Leipzig?

In der 92. Minute erzielte Eran Zahavi das 1:1 für Hapoel Tel Aviv und beendet damit sämtliche Spekulationen, ob Red Bull Salzburg nicht doch noch das zweite Auswärtstor erzielen und somit doch noch den Einzug in die Gruppenphase der Champions League fixieren könnte. Nach der 2:3-Heimniederlage im Hinspiel wirkten die Roten Bullen im Rückspiel am 24. August kaum in der Lage dieses „Wunder“ zu bewerkstelligen. Der Führungstreffer fiel durch ein kurioses Eigentor, und die Salzburger wirkten kaum in der Lage, ihren Gegner ernsthaft zu gefährden. Trotz Startrainer Huub Stevens, war das Abenteuer Champions League erneut frühzeitig beendet.

Österreichische Klubs einfach zu schwach für die Elite-Liga?

Seit fünf Jahren versucht der von Red Bull und dessen Chef Dietrich Mateschitz geführte Klub, die Champions League zu erreichen. Unter dem Trainerduo Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus scheiterte man 2006 am FC Valencia (1:0/0:3), sowie 2007 am ukrainischen Vizemeister Schachtar Donezk (1:0/1:3). Nach einer Zwangspause 2008 – als österreichischer Vizemeister war man nur für die Europa League-Qualifikation gesetzt – versuchte ab 1. Juni 2009 der niederländische Startrainer und Defensivverfechter Huub Stevens sein Glück.

In der ersten Saison unter Stevens gelangte Red Bull Salzburg wie die Jahre zuvor bis in die letzte Qualifikationsrunde und scheiterte dann deutlich an Maccabi Haifa (1:2/0:3). Als Trostpflaster konnte Salzburg in der Europa League sechs Siege feiern und scheiterte erst in der K.o.-Phase an Standard Lüttich. 2010 markiert mit der Niederlage gegen Hapoel Tel Aviv nun das erneute Scheitern. Für Dietrich Mateschitz, der mit Anspruch in Salzburg antrat, den Verein in der Königsklasse zu etablieren, scheint nun die Zeit reif, die Prioritäten zu ändern.

RasenBallsport Leipzig als neue Nummer 1

Der für seine Interview-scheue bekannte Mateschitz gab am 10. Mai 2010 in einer Fragerunde den österreichischen Medien erhellende Antworten, zu den zukünftigen Plänen des Red Bull-Konzerns. So ließ er aufhorchen, als zur Frage, ob die Installierung von Red Bull Salzburg unter den Top 15 Europas möglich sei, die Antwort folgte: „Solange nicht die gesamte Österreichische Bundesliga auf einem signifikant höheren Niveau spielt, wird dieses Ziel nicht realisierbar sein.“

Weshalb dann auch die Antwort auf die Frage, ob ein deutscher oder ein österreichischer Klub eher regelmäßig in der Champions League mitspielen kann, wenig überraschend ausfiel: „Sicherlich mit einem deutschen Club, da diese Liga, wie jeder weiß, ihren Mannschaften mehr abverlangt.“

Österreich als Talenteschmiede für Deutschland

Die Zukunft liegt eindeutig in Leipzig. Die attraktivere deutsche Bundesliga, der größere Wettkampf, die Infrastruktur, all diese Faktoren machen das von Mateschitz erhoffte Ziel Champions League mit RB Leipzig realistischer und lässt den in Salzburg installierten Konzernverein zukünftig zu einer Jugendakademie mit Spielpraxis schrumpfen.

„Wie ja ohnehin bekannt ist, ist unsere Strategie, in fünf bis sieben Jahren mit dem stärksten Team, mit Leipzig, in der Deutschen Bundesliga zu spielen und in Österreich mit einem quasi U-21 Team mit einem möglichst hohen Anteil an Spielern aus unseren Akademien, was aber nicht heißen soll, dass diese Mannschaft nicht im Stande sein soll, auch um den Meistertitel mitzuspielen und auch durchaus an internationalen Spielen in der Europa League teilzunehmen“, so Mateschitz.

In Österreich werden sich spätestens nach dem erneuten Scheitern in der Champions League-Qualifikation einige Dinge ändern und zu einer weiteren Verschiebung des RB-Schwerpunktes in Richtung Leipzig führen.

Patrick Dorner, Patrick Dorner

Patrick Dorner - Als Autor verfolge ich verschiedene Themengebiete, jedoch bin ich hauptsächlich im Bereich Film & TV zu finden. Weitere ...

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