Vor den Toren von Leipzig, in Markranstädt, hat Red Bull seine Zelte aufgeschlagen – mit dem RasenBallverein Leipzig e. V. Mit der Lizenz des SSV Markranstädt spielt der neue Verein in der Saison 2009/2010 in der NOFV Oberliga Staffel Süd. Doch hier wollen sich die „Roten Bullen“ nicht lange aufhalten. In einem ehrgeizigen Zehn-Jahresplan hat sich der Verein den Angriff auf die Bundesliga auf die Fahnen geschrieben. Neben den Männermannschaften des SSV Markranstädt übernahm RB Leipzig auch vier Nachwuchsteams des insolventen FC Sachsen Leipzig.
Ex-Nationalspieler Ingo Hertzsch bei RB Leipzig
Dafür sollen langfristig etwa 100 Millionen Euro in den Verein fließen. Davon hat Red Bull bereits im Sommer kräftig in neue Spieler investiert. Der prominenteste Akteur ist dabei Ex-Nationalspieler Ingo Hertzsch. Der 32-jährige Abwehrspieler, der für den Hamburger SV, 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt insgesamt 227 Bundesliga-Spiele absolvierte, kam vom Zweitligisten FC Augsburg. Der neue RB-Kapitän brachte mit dem Innenverteidiger Thomas Kläsener und Torhüter Sven Neuhaus gleich zwei erfahrene Kollegen aus Augsburg mit. Neben weiteren zweit- und drittligaerfahrenen Spielern wurden mit Sportdirektor Joachim Krug (früher LR Ahlen), Torwarttrainer Perry Bräutigam (Hansa Rostock) und Pressesprecher Hans-Georg Felder (Hertha BSC) weitere erfahrene Akteure für ein professionelles Vereinsumfeld verpflichtet.
Trainer des Teams ist Tino Vogel, ein Coach, der sich in der Oberliga bestens auskennt, schließlich trainierte der Sohn von DDR-Oberliga-Rekordspieler Eberhard Vogel in den vergangenen Jahren die aktuellen Regionalligisten VFC Plauen und den Chemnitzer FC. In der vergangenen Saison führte Vogel den SSV Markranstädt immerhin auf Oberliga-Platz sechs. Der 40-Jährige soll aus dem Starensemble eine echte Mannschaft formen, die auf Anhieb den Aufstieg in die Regionalliga schaffen soll. Auch wenn die Verantwortlichen um den Vereinspräsidenten Andreas Sadlo nicht über Geld sprechen, dürfte der Etat für die anstehende Oberliga-Saison über drei Millionen betragen. Aufgrund der großen Favoritenrolle wird RB Leipzig schon als „Bayern München der Oberliga“ bezeichnet.
RB Leipzig ab 2010 im Zentralstadion
In der Oberliga-Saison 2009/2010 trägt RB Leipzig seine Spiele im Markranstädter „Stadion Am Bad“ aus. Sollte der anvisierte Aufstieg in die Regionalliga gelingen, soll das Team seine Partien im Leipziger Zentralstadion austragen. Das 44.345 Zuschauer fassende WM-Stadion steht in dieser Saison leer, weil die ebenfalls in der Oberliga aktiven Stadtrivalen FC Sachsen Leipzig und 1. FC Lok Leipzig die Stadionmiete nicht aufbringen können. Nach nur vier Testspielen deutete das neue Team gleich im ersten Pflichtspiel sein Potenzial an. In der ersten Runde des Sächsischen Landespokals setzte sich RB Leipzig klar mit 5:0 gegen den Landesligisten VfK Blau-Weiß Leipzig durch.
