Nicht immer zeigt die Refluxkrankheit deutliche Symptome. Häufiges Aufstoßen, bei dem etwas Milch mit hochkommt, ist zunächst nicht unbedingt beunruhigend, zumal kurze Episoden eines Refluxes normal sind, weil sich die Steuerung des unteren Speiseröhrenverschlusses erst ausbilden muss. Aber wenn sich der Säugling regelmäßig beim Trinken bereits nach kurzer Zeit wegdreht, den Rücken zu einem Hohlkreuz durchdrückt und zu schreien anfängt, sollte doch ein Arzt aufgesucht werden. Auffällig ist auch, dass das Kind auf keinen Fall liegen möchte, sondern lieber umher getragen werden will. Wenn es schließlich kaum noch zunimmt, liegt der Verdacht auf einen Reflux nahe.

Ursachen eines Refluxes beim Säugling

Ein Reflux kann durch verschiedene organische Störungen entstehen, die sowohl angeboren als auch erworben sein können:

  • Störungen der normalen Speiseröhrenbewegung
  • Der Mechanismus des unteren Speiseröhrenverschlusses hat nicht genügend Druck
  • Der Magen setzt zu flach an der Speiseröhre an.
  • Die Stelle, an der die Speiseröhre durch das Zwerchfell tritt, ist zu groß.
  • Durch einen Zwerchfellbruch hat sich der Magen teilweise oder ganz in den Brustkorb verlagert.
Eine Kombination aus mehreren Ursachen ist möglich. Außerdem begünstigt das Rauchen der Mutter und/oder die Einnahme bestimmter Medikamentewährend der Schwangerschaft das Auftreten einer Refluxerkrankung beim Kind.

Diagnose einer Refluxerkrankung bei Kindern

  1. Ph-Metrie: Mit einer Sonde, die durch die Nase oder den Mund des Kindes bis an eine bestimmte Stelle der Speiseröhre geführt wird, kann der Säurewert des Speisebreis gemessen werden. Wenn ein Reflux vorhanden ist, ist auch immer etwas Magensäure in der aufsteigenden Nahrung vorhanden. Die Messungen erfolgen 12 bis 24 Stunden lang und werden dann per Computer ausgewertet.
  2. Sonographie: Mit dem Ultraschallgerät kann der Arzt herausfinden, wie häufig der Speisebrei oder die Nahrungsflüssigkeit die Speiseröhre hochsteigt.
  3. Röntgenkontrastdarstellung: Hiermit kann man die Menge des Mageninhaltes feststellen, die zurückfließt. Außerdem können Brüche oder Fehlbildungen des Zwerchfells sichtbar gemacht werden.
  4. Ösophagoskopie: Mit einem Endoskop können sowohl Gewebeproben entnommen als auch eine Verengung des Mageneingangs festgestellt werden. Diese Methode wird verständlicherweise bei Kindern eher seltener durchgeführt.
Steht die Diagnose fest, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die helfen können, die Beschwerden des Kindes zu lindern. Tröstlich ist auch zu wissen, dass bei zwei Dritteln der Betroffenen keine medikamentöse Therapie notwendig ist und die Symptome von allein wieder verschwinden. Unterstützen kann man die Funktionsbildung der Speiseröhre, indem man einige Regeln beachtet.

Tipps für Reflux-Babys

Falls das Kind gestillt wird, sollte dies auch weiterhin geschehen, nur häufiger und in kleineren Mengen. Die Mutter sollte dabei einige Nahrungsmittel meiden, zum Beispiel Kaffee, Alkohol, zu fette Speisen und kohlensäurehaltige Getränke. Natürlich sollte man nicht rauchen! Nimmt die stillende Mutter Medikamente wie Adrenerga, Anticholinergike, Xanthine oder Kalziumantagonisten, können diese die Refluxerkrankung beim Säugling auslösen. Dies sollte mit dem Arzt besprochen werden. Weitere Tipps:

  • Auch wenn nicht gestillt wird, gilt: viele kleine Mahlzeiten verabreichen. Sie werden besser vertragen und die Nahrung fließt nicht so leicht zurück.
  • Fläschchennahrung kann mit Reisflocken oder Johannisbrotkernmehl angedickt werden. Als Fertigprodukt bietet sich zum Beispiel Aptamil AR (Antireflux) an.
  • Das Kind nach den Mahlzeiten 15 bis 20 Minuten in aufrechter Position halten.
  • Zum Schlafen sollte das Kind mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen. Um das zu erreichen, kann man ein Kissen oder Ähnliches unter den oberen Teil der Matratze legen.
Sollten diese Maßnahmen keine Besserung bringen, können Medikamente Linderung verschaffen. Eingesetzt werden Prokinetika wie Domperidon, um die Magen-Darm-Passage zu beschleunigen, und Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol, die die Magensäureproduktion hemmen. Nur bei Fehlbildungen und Brüchen ist eine Operation angezeigt. Ein Reflux kann auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Asthma oder chronische Mittelohrentzündung begünstigen oder auslösen, weil der Rückfluss des Magensafts Reizungen oder Infektionen auslösen kann!

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.