
- Auf der Leipziger Buchmesse 2010. - Messe
Der ostdeutsche Helmut-Block-Verlag aus Kremkau/Altmark ist in Halle 4 der fünf großen Messehallen mit einem kleinen Stand vertreten. Helmut Block betreibt das Kleinstunternehmen zusammen mit seiner Frau seit Jahrzehnten. Was ihn besonders und gerade für Ostalgiker interessant macht: Er pflegt und vertreibt die Rechte des BLAULICHT-Krimis, des ältesten Ex-DDR-Groschenheftchens, das dereinst in wöchentlicher Folge an DDR-Kiosken zu erstehen war. Helmut Block: "Wir stellen seit 20 Jahren auf der Leipziger Messe aus, haben schon eine kleine, aber feine Fangemeinde die uns jedes Jahr aufs Neue besucht." Das käme nicht zuletzt von der Popularität des BLAULICHT-Krimis, der Antwort der ehemals sozialistischen Republik auf den westdeutschen Jerry Cotton. "Gerade das Kleinstverlagsgeschäft ist ein hartes Brot, wir können aber mit viel Arbeit davon leben", erzählt Helmut Block, während er an seinem Messestand wieder die vielverlangten Bücher zurechtrückt, ein ums andere Mal umsortiert.
Zahlen, Daten und Fakten der Leipziger Buchmesse
Zurück zu Zahlen, Daten, Fakten der Leipziger Buchmesse, ihr Drumrum: Das große Lesefest "Leipzig liest", das die ostdeutsche Metropole nach Veranstalterangaben mit mehr als 300 Leseorten und rund 2000 Veranstaltungen mit gut 1500 Autoren in eine einzige Lesebühne verwandelt, etabliert die Oststadt als einen kulturellen Anziehungspunkt in Europa. Organisiert wird das Kulturevent übrigens von der Leipziger Messe, der Stadt Leipzig, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem CLUB Bertelsmann, dem Kuratorium Haus des Buches e.V. und den an der Messe beteiligten Verlagen. Und: Sie sind alle da - die großen wie die kleinen, unbekannten. Da ist der DIOGENES-Verlag, DTV, ROHWOLT oder die kleine, linke Mediengruppe Neuer Weg aus dem Ruhrgebiet. Außerdem vor Ort: Die großen, öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, wie ARD, ZDF, die Kulturkanäle ARTE und 3sat. Leipzig im (literarischen) Vorfrühling ... Und wer Glück hat, kann sich über ein Treffen mit den deutschen Literaturnobelpreisträgern Herta Müller und Günter Grass freuen.
Ein Schwerpunkt liegt etwa in der Jugendförderung
Schwerpunkte der Leipziger-, die gemeinhin als die kleine Schwester der ebenfalls internationalen, riesigen Frankfurter Buchmesse gilt (die ist übrigens ebenfalls mit einem Messestand vertreten), sind etwa die Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen. "Wir wollen der jungen Generation zeigen, dass Lesen Spaß macht", sagt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. Besonderen Wert legt die Organisation mit über 100 Ausstellern und einem eigenen Messebereich auch auf das Thema Hörbuch. Das Medium der Zukunft? Unter dem Motto "Eins auf die Ohren" ist es in Leipzig präsent. Die Erfahrung zeige: Audiobooks sind im Kommen. Nicht umsonst gibt's drumherum ein umfangreiches Rahmenprogramm um auch diesem Fakt gerecht zu werden. So findet heute, am 20.3.2010 die lange "ARD-Radionacht der Hörbücher" statt. Und zwar ab 20.05 Uhr im MDR-Klangkörper-Domizil am Augustaplatz, Leipzig-City.
Internationale Verbindungen in der Literaturszene sind wichtig
Was wäre der europäische Bücherstandort Leipzig ohne seine internationale Literaturszene. Traditionell liegt das Augenmerk der Buchmesse auf der Präsentation der mittel- und osteuropäischen Länder. Im Rahmen des Autorenspecials, das die Messe gemeinsam mit dem Literarischen Colloquium Berlin organisiert, lautet das Thema in diesem Jahr "Krise! Welche Krise?" Hier stellen sich Verleger wie Autoren in zarter Eintracht den brisanten Themen unserer Zeit: Arbeitslosigkeit, Staatsbankrotte, weltweite Verunsicherung durch zunehmende (Natur-)katastrophen seien hier etwa genannt. Abschließend bereitet sich die Leipziger Buchmesse in den noch bis Sonntag andauernden Messetagen nicht nur aufs nächste Jahr mit Schwerpunkt Serbien vor. Oliver Zille, der Direktor: "Der Länderschwerpunkt beginnt schon jetzt. Wir wollen die Aufmerksamkeit auf einen interessanten europäischen Buch- und Literaturmarkt lenken, dessen jüngere Schriftstellergeneration hierzulande bislang weitgehend unbekannt ist." Auf das wir unsere Nachbarn (nicht nur) kulturell entdecken.
