Die Sommer werden - dank Klimaerwärmung - in unseren Breiten immer trockener. Der Winter dagegen bringt häufig mehr Regen als Schnee. Da ist es naheliegend, das Regenwasser zu sammeln und in den trockenen Sommermonaten zur Bewässerung im eigenen Garten zu verwenden.
Wasser sparen
Wer in den Sommermonaten den Rasen grün halten will und sich an vertrockneten Sträuchern oder gar Bäumen stört, kommt um eine zusätzliche Bewässerung des Gartens nicht herum. Regenwasser fällt kostenlos vom Himmel, oft nur leider zur falschen Zeit. Es muss daher für trockene Zeiten gesammelt werden. Im Mittelmeerraum war das schon vor Jahrtausenden üblich.
Kanalisation entlasten
In vielen Neubaugebieten ist es mittlerweile sogar baurechtlich vorgeschrieben, dass das Regenwasser gesammelt und gegebenenfalls versichern muss. Die immer heftigeren Niederschläge in Folge des Klimawandels, bringen an vielen Orten die Kanalisation an ihre Grenzen. Sie kann die plötzlich auftauchenden Wassermassen nicht bewältigen. Die Hochwasserwelle setzt sich dann an Flüssen und Bächen fort, wie die mittlerweile beinahe jährlich wiederkehrenden "Jahrhunderhochwasser" zeigen.
Zisternen
Zisternen können am besten direkt beim Hausbau mit eingeplant werden. Später wird es durch die Erdarbeiten, dann sehr teuer. Es gibt allerdings mittlerweile Regensammelsysteme, die auch mit PKWs befahrbahr sind, so dass etwa unter einer Garagenauffahrt noch nachträglich eine Zisterne eingebaut werden kann. Insgesamt ist allerdings die Regenwassernutzung durch Zisternen, die nachträglich eingebaut werden, den meisten Häuslebauern zu teuer.
Regentonnen müssen nicht grün sein
Regentonnen verbinden die meisten mit einer grünen Farbe, die nicht sonderlich schick ist. Tatsächlich sind auch die meisten zur Zeit in den Baumärkten und Gartencentern angebotenen Regentonnen in einem satten grün. Mit etwas Geschick kann man die nicht sonderliche ansprechende Optik selbst aufpeppen, etwa durch eine Verkleidung mit Schilfmatten oder ähnlichem. Mittlerweile haben die Hersteller allerdings reagiert und bieten Regentonnen an, die schon beinahe Schmuckstücke für den Garten sind. Da gibt es Regentonne, die wie Amphoren aussehen und die an der Spitze bepflanzt werden können. Andere sehen aus wie die Brunnen des Froschkönigs, dicke Baumstämme oder Felsen. Wer es moderner mag, der kann auch Regenwasserspeicher in Form von klassischen Säulen bekommen. Diese Designermodelle unter den Regentonnen sind allerdings erheblich teurer, so dass es um so länger dauert, bis sie sich über den Wasser und Abwasserpreis amortisiert haben.
Nur Regentonnen mit Kindersicherung
Auch wenn es sich unglaublich anhört, aber es sind schon Kinder in wenig gefüllten Regentonnen ertrunken. Die meisten Menschen sind neugierig und wollen sehen, wieviel Wasser in dem Regenspeicher sind. Fällt dann noch ein Ball oder eine Mütze hinein, ist es schnell passiert, dass die Kinder am Rand hochsteigen, sich nach vorne beugen und kopfüber in die Regentonne fallen. Deshalb muss der Deckel in jedem Fall schwer zu öffnen sein.
Frostsicherheit
Viele Regentonnen werden als "frostsicher" verkauft mit dem Hinweis "im geleerten Zustand". Im geleerten Zustand ist das kein Problem. Auch ein wirklich frostsicherer Regenspeicher sollte zu Beginn des Winters entleert werden. Damit man von plötzlich auftretendem Frost nicht unangenehm überrascht wird, kann es sinnvoll sein einige Korken von Weinflaschen auf der Wasseroberfläche schwimmen zu lassen. Diese drücken sich dann zusammen, bevor die Außenwand der Regentonne vom Eis aufgesprengt wird.
Geld sparen?
Wasser ist immer noch das billigste Lebensmittel. Wer Regenwasser nutzt, spart zwar doppelt (beim Frischwasser und beim Abwasser, das nach dem Frischwasserverbrauch berechnet wird). Bis sich die hohen Kosten einer Designer Regentonne amortisiert haben, müssen aber schon einige Kubikmeter Wasser eingespart werden. Es muss aber nicht alles allein nach dem Gesichtspunkt des Geldes betrachtet werden. Wer mit dem gesammelten Regenwasser den Garten bewässert, macht das vielleicht großzügiger und wird durch die üppigeren Pflanzen entschädigt.
