Reiki - Heilen durch Handauflegen

Die Reiki-Methode des Dr. Usui nutzt die Kraft der Lebensenergie

Energiearbeit: Reiki - Nina Hawranke
Energiearbeit: Reiki - Nina Hawranke
Reiki ist das japanische Wort für Lebensenergie und beschreibt zugleich eine sanfte Heilmethode, die bei vielen Beschwerden Linderung verschaffen kann.

Reiki ist das japanische Wort für Lebensenergie. Zugleich beschreibt Reiki eine Heilmethode, bei der die Hände als Instrument eingesetzt werden. Wie alt diese Methode ist, weiß niemand; das Handauflegen bei Schmerzen und anderen Beschwerden hat in vielen Kulturen lange Tradition. In Japan machte sie Dr. Sensei Mikao Usui Anfang des 20. Jahrhunderts populär, nachdem er im Rahmen einer einundzwanzigtägigen Fastenkur im Kurama-Tempel die Kraft der Reiki-Energie am eigenen Leib erfahren hatte. Es gibt drei Reiki-Grade, die aufeinander aufbauen, wobei der dritte Grad den Meistergrad darstellt.

Die Reiki-Methode und ihre verschiedenen Techniken

Die Reiki-Lehre versteht Krankheit im weitesten Sinne als ein energetisches Problem, das durch die Bereinigung von Blockaden oder Energieunterversorgung behoben werden kann. Bei Reiki fließt Energie und stellt die ursprüngliche (gesunde) energetische Ordnung im Empfangenden wieder her. Dabei kommen verschiedene Techniken des energetischen Kontakts zum Einsatz: Berühren einer bestimmten Körperregion, Massage, Beklopfen, Streicheln, Anpusten und bloßer Blickkontakt. Welche Technik bei welchen Beschwerden angebracht ist, entscheidet der Reiki-Gebende oft intuitiv, denn ein gutes Einfühlungsvermögen stellt sich meist mit der wachsenden Erfahrung mit Reiki ein – wovon sowohl Gebender als auch Empfangender profitieren.

Lebensenergie gegen Schmerzen: Jeder hat "Reiki“

Reiki ist nichts, das man lernen muss, denn das Potential dazu trägt jeder Mensch in Form von Lebensenergie in sich. Lernen muss man lediglich, diese zu spüren und gezielt auszurichten. Reiki wirkt auf körperlicher, emotionaler, mentaler und energetischer Ebene und beseitigt bzw. lindert so Schmerzen, Verspannungen, Blockaden oder sorgt einfach nur für Wohlbefinden. Im westlichen Kulturraum ist vor allem die Reiki-Praxis der zwölf Handstellungen verbreitet, bei der mittels der Hände eine Verbindung zwischen Kronenchakra und den übrigen Chakren (Energiezentren) hergestellt wird. Dr. Usui und seine Nachfolger dagegen verwenden ein sehr viel umfangreicheres Repertoire an Handstellungen, mit dem sich die Energie gezielter und punktgenauer übertragen lässt.

Gassho, Reiji-Ho und Chiryo: Die Vorbereitung des Reiki-Gebenden

Dr. Usui empfiehlt drei vorbereitende Schritte für die Reiki-Gabe. Die Gassho-Meditation soll den Gebenden auf die Energiearbeit einstimmen. Dabei werden die Hände entspannt vor der Brust aneinander gelegt, und die Aufmerksamkeit wird auf die beiden sich berührenden Mittelfinger gerichtet. Etwa zwanzig Minuten lang soll so durch Entspannung der rationale Verstand zum Schweigen gebracht und alle Aufmerksamkeit auf die Reiki-Energie konzentriert werden. Darauf folgt Reiji-Ho, wobei der Gebende bewusst um die Reiki-Kraft und die Heilung des zu Behandelnden bittet. Chiryo schließlich meint die eigentliche Behandlung, bei der der Gebende die Arbeit laut Dr. Usui möglichst intuitiv, "aus den Händen heraus“ beginnen sollte.

Wärme und Entspannung: Die Wirkung von Reiki

"In Japan wird der Reiki-Weg als ein Lebensweg gesehen, der über viele Jahrzehnte bis zum Lebensende gegangen wird“, schreibt Frank A. Petter in seinem Buch "Original Reiki-Handbuch des Dr. Mikao Usui“ (Windpferd 2003, S. 8). "Manchmal erlangte ein Schüler in Japan den zweiten Reiki-Grad erst nach zehn oder zwanzig Jahren der Übung. Und der Großteil der Schüler erreichte niemals die höheren Ränge.“ Dies soll niemanden abschrecken, sondern lediglich verdeutlichen, worum es beim Reiki geht – nämlich darum, die energetische Kommunikation zwischen Körper, Händen und Intuition zu perfektionieren. Es gilt, den Körper – sowohl den eigenen als auch den des zu Behandelnden – auf energetischer Ebene zu "erfühlen“ und zu bereinigen. Beim Reiki werden Ursachen aufgespürt, anstatt Symptome zu bekämpfen. Dem verspannten Nacken liegt vielleicht eine Energieblockade im Rücken zugrunde; und eine Energieunterversorgung im Nierenbereich hat vielleicht eine hartnäckige Blasenentzündung zur Folge.

Ziel ist es, den harmonischen Energiefluss im Körper wiederherzustellen, indem den betroffenen und/oder auslösenden Körperregionen praktisch durch Handauflegen Energie zugeführt wird. Ob die Hände dabei über dem Empfangenden schweben oder direkten Körperkontakt haben, hängt sowohl vom Vertrauensverhältnis zwischen Gebendem und Empfangenden als auch von der individuellen Situation des zu Behandelnden ab. Oft geht die Reiki-Behandlung mit einem wohligen Gefühl der Wärme einher; manche Empfangenden spüren auch ein Kribbeln oder eine angenehme Schwere, wenn sich Verspannungen und Blockaden lösen und die eigene Energie wieder in Fluss kommt. Aber ob nun mit oder ohne Beschwerden – eine angenehme Erfahrung ist Reiki allemal.

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Nina Hawranke - Nina Hawranke ist Übersetzerin, Journalistin und Zen-Übende. Sie ist gern an Orten, deren Dach allein der Himmel ist. Dort ...

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