
- Andreas Winter - Andreas Winter
Reinkarnationstherapeuten wie der Psychocoach Andreas Winter sind davon überzeugt: Die menschliche Seele ist unsterblich und belebt mehr als nur einen Körper. Die Wiedergeburt beziehungsweise ewige Existenz ist für sie unstrittig. Und gerade weil die Seele unsterblich ist, sammelt sie fortwährend Erfahrungen – zum Teil auch schmerzliche, die es zu behandeln gilt.
Suite101: Wenn der Mensch stirbt, wo glauben Sie, geht seine individualisierte Seele dann hin?
Andreas Winter: Die Seele geht im Grunde nirgends hin, denn eine Information lässt sich nicht verorten. Die Seele geht mit etwas Neuem in Resonanz, belebt also vielleicht einen neuen Körper. Aber an einen bestimmten Ort geht sie nicht; so glaube ich es zumindest.
Suite101: Herr Winter, Sie halten nicht nur Vorträge zum Thema Reinkarnation, Sie bieten auch die sogenannte Reinkarnationstherapie an. Was hat es damit auf sich?
Andreas Winter: Die Reinkarnationstherapie kann helfen, die Menschen von unbewussten Glaubenssätzen zu befreien. Nehmen wir einmal an, eine angehende Heilpraktikerin wird immer und immer wieder kurz vor der Prüfung sehr krank und kann deswegen in ihrem Wunschberuf nie praktizieren. Eine Reinkarnationstherapie, also das Zurückführen in ein frühes Leben, kann helfen, die Gründe für diese immer wiederkehrende Erkrankung ans Licht zu bringen. Es könnte zum Beispiel sein, dass die besagte angehende Heilpraktikerin in einem früheren Leben als Hexe verbrannt wurde, weil sie mit Naturkräutern heilte. Diese Erfahrung ist im Informationskomplex Seele gespeichert. Nachdem die Seele keine derartige Erfahrung mehr machen möchte, erschafft das Unterbewusstsein eben eine Krankheit, die im Grunde als Schutz vor einer weiteren schlimmen Erfahrung dienen soll. Schon alleine diese Erkenntnis kann heilend sein. Die Information wurde durch das Bewusstwerden der Ursache verändert.
Suite101: Die Bilder und Geschichten, die sich demjenigen offerieren, der sich für eine Rückführung entscheidet, die könnten aber doch auch schlicht und ergreifend ein Produkt seiner Fantasie sein. Was macht Sie so sicher, dass das tatsächlich Erinnerungen an frühere Leben sind?
Andreas Winter: Es ist das Authentizitätsgefühl. Die Erfahrungen, die während einer Rückführung gemacht werden, fühlen sich echt an. Ich habe erlebt, wie gestandene Männer von ihren Emotionen geradezu überrumpelt wurden. Oder die Menschen sprechen während der Rückführung auf einmal eine ihnen eigentlich unbekannte Sprache. Wer das selbst erlebt, der weiß einfach, dass diese Dinge nicht einfach nur als Produkt der Fantasie abgetan werden sollten. Was aber noch viel wichtiger ist: Egal, ob es sich bei dem Erlebten um ein echtes früheres Leben handelt oder nur um eine bildhafte Vorstellung, alleine das Bewusstwerden des ursprünglichen Problems ist doch schon hilfreich für dieses Leben.
Suite101: Das würde aber doch bedeuten, dass es sich bei der Reinkarnationstherapie im Grunde um gar keine wirkliche Rückführungstherapie handelt, sondern vielmehr um eine ganz normale, weltliche Therapie, die mitunter sogar psychologische Gesichtspunkte berücksichtigt.
Andreas Winter: Das ist richtig. Dennoch möchte ich den Rückführungscharakter betonen: Die Seele ist ewig. Schon Einstein sagte, dass Zeit keineswegs linear verlaufe, sondern parallel, quasi in Zeitscheiben. Wann eine Seele Informationen, darunter auch Fehlinformationen, gesammelt hat, das ist völlig irrelevant. Wichtig ist es, der Seele die richtige, gesunde Information zu geben, damit sie sich weiterentwickelt kann. Denn das Weiterentwickeln ist genau das, was die Seele möchte.
Suite101: Herr Winter, vielen herzlichen Dank für dieses wirklich sehr interessante Interview zum Thema "Reinkarnation – Sinn oder Unsinn?".
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