Reise in die Tiefe

Sir Richard Branson und Chris Welsh starten ihre erste Tauchfahrt im Herbst 2011 mit der "Virgin Oceanic Submarine" zur tiefsten Stelle der Erde.

Mit einem "fliegenden" Mini U-Boot will der Unternehmer und Virgin Boss Sir Richard Branson, zusammenmit Chef Pilot Chris Welsh, zu den tiefsten Stellen von 5 Ozeanen vordringen. Die erste Tauchfahrt wird im Herbst dieses Jahres von Chris Welsh durchgeführt. Sie führt geradewegs 11 km nach unten auf den Boden des "Marianengrabens", der tiefsten Stelle der Erde.

Ein solcher Versuch wurde bereits 1960 von Don Walsh und Jacques Piccard unternommen, die aber nach der Bodenberührung sofort wieder aufgestiegen sind. Diesmal wird die "Virgin Oceanic Submarine", die eher wie ein Flugzeug anmutet, nicht nur den tiefsten Punkt erreichen wollen, sondern auch ca. 10 km auf dem Boden des Marianengrabens entlang fliegen. Der zweite Tauchgang, oder vielmehr “Tauchflug”, wird von Sir Richard Branson durchgeführt, zum bislang nie erforschten Puerto-Rico-Grabens. Folgen werden weitere Expeditionen auf den Grund des Arktischen Ozeans, des Indischen und des Südlichen Ozeans.

Ein spannendes Abenteuer und ein großer Schritt für die Menschheit wenn man bedenkt, daß gerade mal 3 % des Meeresbodens bisher überhaupt erforscht wurden. Das bedeutet, dass 97% noch nie von einem Menschen betreten wurden. Dass dieses Vorhaben überhaupt realisiert werden konnte, ist einer zukunftsweisenden neuen Technologie beim Bau der “Virgin Oceanic Submarine” zu verdanken.

Die einzigartige Konstruktion der „Virgin Oceanic Submarine“

Graham Hawkes, weltweit anerkannter Vorreiter in U-Boot-Technologien, hat einen “Einsitzer entworfen, der bisher einzigartig, in der Lage ist den zwei größten Herausforderungen in diesen Meerestiefen standzuhalten. Zunächst dem enormen Druck von über 1.000 Athmosphere. Das entspricht in etwa 8000 Elefanten auf einem Mini-Cooper stehend und ist im Vergleich zu einem Flugzeug 1500 mal höher. Das zweite große Problem ist die extreme Kälte, die gerade mal knapp über dem Gefrierpunkt liegt. Und natürlich die Tiefe selbst. Mit eigens konstruierten Spezialflügeln ist die Ocean Sub in der Lage 10 km zu fliegen und kann eine Tiefe von 11 km erreichen. Durch Spezial-Agregate kann eine Betriebsdauer von 24 Stunden erreicht werden. Auch hier wieder ein Vergleich: der Weg zum “Mariannengraben” hin und zurück wird ca. 5 Stunden betragen.

Neue Erkenntnisse aber auch hohes Risiko

Auf dieser Reise werden neben Videoaufnahmen jede Menge Daten erhoben, von denen das Projekt begleitenden Wissenschaftler, bisher nur zu träumen wagten. Es gibt noch keine Dokumentationen über das “Leben” in diesen Tiefen und auch den Klimawandel betreffend, wird es sicherlich neue Erkenntnisse geben. Trotz dieses “Wunder-U-Boots” müssen sich Sir Richard Branson und Chris Welsh darüber im Klaren sein, dass sie im Notfall auf dem Meeresboden allein sind. Es gibt kein Rettungsteam, dass sie erreichen kann, auch nicht der begleitende Katamaran mit seiner 12 köpfigen Crew. Ein Leck in der Außenhaut zum Beispiel würde den sicheren Tod bedeuten.

Ursprünglich wurde dieses Projekt von Steve Fossett, einem engen Freund von Sir Richard Branson, ins Leben gerufen. Steve Fossett war 2007 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Branson wird nun die Arbeit seines Freundes fortführen und uns die Wunder des Ozeanes näher bringen.

Wir dürfen gespannt sein auf noch nie gesehene Bilder und neue Forschungsergebnisse.

Trailer "Virgin Oceanic Submarine"

Quelle: virginoceanic.com/

Uli Stein, Uli Stein

Uli Stein - Freier Regisseur und Autor

rss