
- Südkaper vor der Halbinsel Península Valdés - Anna Bordel
Patagonien ist eine der südlichsten Landschaften der Erde und beherbergt somit geografisch als auch klimatisch bedingt eine Landschaft, die ebenso einmalig wie vielfältig ist: Die Andenkordillere wölbt sich im Süden Argentiniens zu ihren höchsten Gipfeln, am Ende der Welt reizt die Landschaft von Feuerland durch seine zerklüftete Berglandschaft, märchenhafte Bewaldung und tiefschwarzen Seen, während der Atlantik sich mit seinem strahlenden Blau von der kargen Landschaft Ostpatagoniens abhebt und einen Lebensraum für viele Tierarten darstellt.
Auf der Halbinsel Península Valdés Tiere beobachten
Im nördlichen Patagonien an der Atlantikküste befindet sich die Halbinsel Península Valdés. Sie umfasst etwas mehr als 3500 km² und wurde vor einigem Jahren von UNESCO auf die Liste des Welterbes gesetzt. Innerhalb einer Tagestour kann die Halbinsel besichtigt werden. Die Vegetation ist trocken und der Bewuchs karg, dennoch leben dort große Herden von Lamas ähnelnden Guanakos sowie der Laufvogel Nandu. Eindrucksvoll ist die große Anzahl von Meeressäugern, welche die küstennahen Gewässer bewohnen.
An den weißen Sandstränden lassen sich Seeelefanten und Mähnenrobben beim Faulenzen beobachten. Schwertwale schwimmen an diesen Stellen bis auf den Strand, um Jagd auf die Robben zu machen. Während die Orcas unregelmäßige Gäste sind, ist die Sichtung von Südkarpern, einer Bartwalart, in der zweiten Jahreshälfte garantiert. Vor der Kulisse der weißen Steilküste Patagoniens tauchen die Riesen aus dem Wasser und lassen sich aus der Nähe vom Boot aus beobachten. Die Küstenfelsen hat eine große Population von Magellan-Pinguinen zu ihrem Brutplatz auserwählt.
Feuerland - das Ende der Welt erleben
Durch die Magellanstraße ist Feuerland vom Festland getrennt. Die Kordillere der Anden zieht sich bis an den untersten Zipfel des Kontinents. Am Fuße der Berge und am Ufer des Beagle-Kanals, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, liegt die Stadt Ushuaia. Dort beginnen die Bootstouren auf den Kanal. Das raue Klima sorgt das gesamte Jahr über für starken Wind durch den hin und wieder ein Albatros segelt. Auf den Felsen leben Seelöwen und Kormorane. Puerto William, die südlichste Stadt der Erde, und der von Jules Verne als „das Licht am Ende der Welt" beschriebene Leuchtturm bieten sich als Ausflugsziele an.
Im Hintergrund des Kanals erheben sich die schneebedeckten Gipfel des nahegelegenen Nationalparks Tierra del Fuego. Bis zur Schneegrenze sind die Berge dicht bewachsen von knorrigen, moosbewachsenen Bäumen. An manchen Stellen lichtet sich der Wald und ein schwarzer See erstreckt sich umgeben von Sumpf und Moor. Diese märchenhafte Landschaft bietet eine Unmenge an Wandermöglichkeiten zu verschiedenen Gletschern, Gipfeln oder Seen. Die beste Reisezeit für diese Region sind die südamerikanischen Sommermonate Dezember und Januar, da im Winter viele Straßen durch Schnee blockiert sind.
Die Gletscher und Gipfel des Nationalparks Los Glaciares in den Anden
Im Nationalpark Los Glaciares in den argentinischen und chilenischen Anden gibt es fast 50 große Gletscher. Einige münden direkt in den Atlantik. Andere verlaufen sich in riesigen Seen. Einer der größten und spektakulärsten Wandergletscher ist der Perito Moreno nahe der argentinischen Stadt El Calafate. Über 30 Kilometer wandert das Eis bis es sich unter lautem Getöse in den Lago Argentino ergießt. Vor der weißen Eisfront zu stehen und zu bewundern, wie sie Stück für Stück in das türkise Wasser bricht, ist ein unvergessliches Erlebnis.
Ein weiterer Höhepunkt des Nationalparks Los Glaciares ist die 24 km lange Wanderung zum Gipfel des Fitz Roy. Der Weg beginnt in dem Dorf El Chalten und führt durch die malerische Landschaft der Anden. Laub- und Nadelwälder wechseln sich ab und sind immer wieder durchsetzt von glasklaren Seen und Bächen. Das Wasser des Nationalparks zeichnet sich durch Trinkwasserqualität aus. Direkt unter der Bergspitze des Fitz Roy erstreckt sich ein dunkelblauer Bergsee in dem kleine Eisblöcke treiben. Von dort oben bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf die tieferliegenden Berge und Täler und mit etwas Glück lässt sich ein Andenkondor blicken. Er gehört zu den größten Vögeln der Erde.
Eine Reise durch Patagonien im Süden Argentiniens ist ein atemberaubendes Erlebnis, das den Besuch von vielen einmaligen Orten verspricht.
