
- Im atlantischen Regenwald in Bahia - K.Aldenhoff
In Brasilien besteht nur noch ein kleiner Teil der sogenannten Mata Atlantica, über 90 Prozent der einzigartigen Flora und Fauna sind zerstört. Dabei bietet der atlantische Regenwald immer noch eine große Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen. Bei einer Reise nach Bahia bietet sich die Möglichkeit, die seltenen Faultiere in einer Urwaldstation aufzusuchen oder mit einem Führer selbst in den brasilianischen Urwald zu gehen. In der Nähe des Städchens Ilheus, Richtung Süden auf der Straße nach Una, bietet ein ökologisches Projekt die Möglichkeit, die Mata Atlantica einmal selbst kennenzulernen: im sogenannten Ecopark.
Flora und Fauna im atlantischen Regenwald: Bromelien und Löwenkopfäffchen
Nach telefonischer Absprache werden Reisende mit einem Jeep an der Straße abgeholt und dann geht es an blühendem Hibiskus vorbei mitten in den Urwald. Je höher man kommt, desto dichter wird der Regenwald. Die Temperatur wird kühler, exotische Tierlaute sind zu hören. Es erscheinen über 30 Meter hohe Baumriesen, in deren Kronen Bromelien wachsen. Aus luftiger Höhe hängen Urwaldpflanzen herab, verschiedene Lianenarten. Begleitet von einem Ökologen, geht es zu Fuß über schmale Waldpfade weiter. Es gibt Blattschneiderameisen, Termitenbauten, verschiedene Spinnenarten und Tausendfüßler zu sehen. Verschiedene Sorten von Orchideen wachsen wild in der Mata Atlantica und auch tropische Früchte wie Mango oder Papaya. Der Regenwald in Bahia steht unter Schutz, was Flora und Fauna zugute kommt. Mit etwas Glück hört man die seltenen Löwenkopf-Äffchen kreischen, es leben mehrere Gruppen dieser vom Aussterben bedrohten Art in diesem Teil der Mata Atlantica. Mit noch mehr Glück bekommt man eine Gruppe der lustigen Gesellen zu sehen, die relativ klein sind und sich munter durch die Baumwipfel hangeln.
Gefährdung der Mata Atlantica durch Eukalyptusplantagen und Monokultur
Auf einem Hektar der Mata Atlantica wachsen über 400 Baumarten, soviel wie nirgendwo sonst weltweit. Doch es gibt nur noch einige Reststücke von dem ursprünglich 500 km breiten Gebiet des Regenwaldes an der Küste, die nicht mehr zusammenhängen. Was große Teile der Mata Atlantica zerstört, ist vor allem die Holzplantagen-Wirtschaft. Seit 40 Jahren werden in Brasilien Kiefern und Eukalyptus in Monokultur angebaut, wo früher Regenwald mit Kokosnüssen und wilden Früchten wuchs. Dazu kommt der raumgreifende Anbau von Zuckerrohr und Kaffee. Auch wenn der brasilianische Urwald kaum wieder so nachwachsen kann wie er war, versuchen einige Projekte, Teile der Mata Atlantica nachzupflanzen. Die bestehenden Reste des atlantischen Regenwaldes sollen erhalten werden. Insgesamt stehen 24.000 Quadratkilometer unter Schutz, in Bahia sind es drei Gebiete.
Über Hängebrücken durch die Baumkronen der Urwaldriesen schaukeln
Dass ökologische Projekte wie der Ecopark Una brasilianische Touristen und Reisenden aus aller Welt in die Mata Atlantica mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt führen, bedeutet einen wichtigen Schritt. Ein besonderes Erlebnis ist es, über eine der Hängebrücken in 30 Meter Höhe zu schaukeln, die mehrere Baumriesen miteinander verbindet. In der luftigen Höhe hört man die Frösche quaken, die im stehenden Wasser der Bromelien in den Baumkronen auf der Lauer sitzen, um vielleicht eine Mücke zu erwischen.
