
- Snowmobil - Sabrina Sann
Mystisch, mächtig und vor allem meilenweit wirkt die eisige Mondlandschaft im Nordatlantik. Dabei umfasst die größte Vulkaninsel der Welt nur 103.000 km² Landfläche. Und im Vergleich zu anderen Regionen diesen Breitengrades sind die winterlichen Temperaturen Islands mit durchschnittlich 0 Grad Celsius im Januar sogar wirklich noch als mild zu bezeichnen.
Mehr als 100 aktive Vulkane gibt es auf Island. Und sie sorgen dafür, dass die Insel nicht „auseinander fällt“. Island liegt nämlich teilweise auf der nordamerikanischen und teilweise auf der eurasischen Kontinentalplatte – und diese beiden entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander. Dank des Vulkanismus wird die Insel jedoch durch geschmolzenes Gesteinmaterial aus dem Erdinneren zusammengehalten. Von mondlandschaftlicher Ruhe kann vor diesem Hintergrund also nicht die Rede sein. Aber Gerangel um klare Grundstückstrennung gibt es bei drei Nachbarn im Umkreis von 40 km wohl auch nicht. Wie kann diese Insel, derer wichtigster Wirtschaftszweig übrigens der Fischfang ist, zum aktiven Urlaubserlebnis werden?
Snowmobil-Safari durch das Gletschergebiet Mýrdalsjökull
Ein Snowmobil ist ein Motorrad auf Skiern sozusagen: Bedienung wie ein Motorrad, Fahrgefühl wie auf einem Schlitten. Gangschaltung gibt es keine, Gas und Bremse schon. Ein Führerschein ist dafür nicht notwendig, dafür aber auf dem Gletscher gebietskundige Begleitung, denn vor lauter Spaß am Fahren kann man schon mal die Orientierung verlieren. Besonders an Tagen, an denen der zugeschneite Gletscherboden vor den zugeschneiten Gletscherbergen sich märchenhaft mit dem weiß vernebelten Himmel zu einem weiß-in-weißen Landschaftsbild verbindet.
Reiterferien und Tagesausflüge hoch zu Ross in Island
Der Norden Islands ist quasi den Reitern gewidmet: Als bekannte Pferdezuchtregion bietet er zahlreiche Reiterhöfe mit Angeboten zu Reiterferien, Reittouren und Zuchtpferdekauf. Die Reittouren werden in der Regel wochenweise gebucht und werden wie Wanderschaften organisiert: In 8 Tagen durch den Norden Islands, zum Beispiel. Dabei reitet die Gruppe durch Täler wie das der Fnjóska (längster Sammelfluss Islands), über Lavafelder, besichtigt zwischendurch engergiereiche Wasserfälle wie den Godafluss, den man aufgrund hineingeworfener Götterstatuen „Wasserfall der Götter“ nennt oder den bekannten „Mückensee“, der nur 3-5 m tief und im Sommer badewannenwarm ist.
Húsavik – Europas Metropole für Walbeobachtungen
Anfang der 1990er Jahre begann, was später zum touristischen Boom der Walbeobachtungen wurde. Innerhalb von 10 Jahren stieg die Zahl der zu diesem Zweck nach Island – und besonders in die nördliche Hafenstadt Húsavik – reisenden Personen um etwa 500%. Von alten Fischerbooten aus können die Touristen mit guten Walbeobachtungsführern und etwas Glück Weißschnauzdelfine, Schweinswale, Zwergwale, Schwertwale (Orka), Pottwale, Seiwale, Buckelwale, Finnwale oder Blauwale sichten. Die touristischen Walbeobachtungsunternehmen in Island unterscheiden sich jedoch nicht nur im Preis und den Tourangeboten, sondern auch in ihrem Verantwortungsbewusstsein: Walbeobachtungen sollten nicht zur Jagd werden, um die Tiere nicht bei der Nahrungssuche zu behindern. Darauf sollten auch Touristen bei der Auswahl des Tourenanbieters achten.
Riverrafting, Geysir und Blaue Lagune
Neben Snowmobil-Safaris, Reittouren und Walbeobachtungen bieten die reißenden Flüsse Islands auch optimale Rafting-Bedingungen. Die Abenteuer sind allesamt über spezielle Tourismus-Unternehmen für Erlebnisreisen buchbar. Wer seine Reise auf eigene Faust plant, sollte keinesfalls den imposanten Geysir Strokkur und die Blaue Lagune verpassen. Ersterer stößt im 10-minütigen Zeitintervall etwa 10-30 m hohe Eruptionssäulen (Wasserfontänen) aus. Letztere ist eine Lavasenke und wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Umgeben von schwarzen Sandstränden und Lavafeldern bietet das zu 2/3 aus Salzwasser und 1/3 aus Süßwasser bestehende Thermalbad im Freien zum Beispiel auch Anwendungen zur Entschlackung oder Cellulite-Behandlung.
Die wichtigsten Reiseinformationen zu Island
Die beste Reisezeit ist aufgrund der Wetterbedingungen zwischen Mai und August. Da jedoch auch während dieser Zeit nur Durchschnittstemperaturen von 11 Grad Celsius erreicht werden, empfiehlt es sich, warme, wetterfeste Kleidung mitzunehmen. Flughäfen gibt es in Reykjavik, der nördlichsten Hauptstadt der Welt, in Akureyri, Egilsstadir und Keflavik (international). Die isländische Währung heißt „Króna“.
